And the Winner is …

Ich wurde am vergangenen Wochenende auf LinkedIn zu einer Diskussion rund um Agilität eingeladen.

Diese Sätze stammen aus dem initialen Post

Neben der geringeren Effizienz, wird zusätzlich das Thema #agile in der #Organisation zerstört. Der Begriff verbrannt. Die Leute lernen „schlechtes“ agiles Verhalten. Erhoffte Ergebnisse bleiben aus. Das alles wird in der Organisation gelernt.

Als erstes habe ich angemerkt, dass wir uns über die Bedeutung des Wortes “agil” im Kontext von Unternehmen abstimmen sollten, bevor wir darüber diskutieren, wie es um Initiativen rund um Agilität in Unternehmen steht.

“Agil” ist ein Adjektiv, mit dem Unternehmen näher beschrieben werden sollen, so wie das Adjektiv “rund” einen Ball näher beschreibt. Also welche Eigenschaften schreiben wir einem Unternehmen zu, wenn wir es agil nennen?

Als Antwort bekam ich zu lesen, dass der Duden hier sehr gut Aufschluss geben kann. Dort finde ich Begriffe wie “betriebsam”, “beweglich”, “energiegeladen”, “geschäftig”, “geschickt”, “gewandt”, “lebhaft”, “rege”, “rührig” oder “temperamentvoll”.

Angenommen ich nehme diese Zuschreibungen mal her. Kann es sich ein Unternehmen dann überhaupt leisten nicht agil zu sein? Sollten wir von einem Unternehmen wahrhaftig fordern können nicht betriebsam oder nicht beweglich oder nicht geschäftig zu sein? Ich denke nicht.

Ich möchte nun aber meine Zuschreibung von “Agilität” im Unternehmenskontext anführen. Ein Unternehmen nenne ich agil, wenn ich bei diesem Unternehmen 2 Fähigkeiten beobachte.

  1. Das Unternehmen kann, wenn notwendig, passfähig auf Überraschungen des Marktes reagieren.
  2. Das Unternehmen kann, wenn notwendig, Überraschungen für den Markt generieren.

Damit sollte in meinen Augen jedes Unternehmen agil sein, ähnlich wie jeder Fußball rund sein sollte, weshalb ich dieses Adjektiv auch äußerst ungern im Kontext von Unternehmen verwende.

Damit gibt es für mich 2 Optionen, die ich beobachten kann.

  1. Alle Unternehmen, die derzeit am Markt aktiv sind, sind notwendigerweise agil, sonst wären sie nicht mehr aktiv.
  2. Es gibt Unternehmen, die nicht agil sind. Wir haben aber im Markt Strukturen geschaffen haben, die diese fehlende Eigenschaft nicht bestrafen, weshalb diese Unternehmen noch aktiv sind.

Ich glaube Option 2 eher beobachten zu können. Nehme ich die Fähigkeit agil zu sein bei Unternehmen nicht wahr, frage ich mich, was in der Umwelt (Markt, Politik, …) des Unternehmens nicht stimmt, weil diese Unternehmen trotzdem existieren können. Genauso wie ich mich frage, was mit Spielern nicht stimmt, wenn sie mit einem unrunden Ball Fußball spielen.

Und damit sehe ich Veränderungsbedarf erst einmal in diesen „äußeren“ Strukturen, nicht nur innerhalb der Unternehmen. In den Unternehmen wird schon nachgezogen, wenn dort beobachtet wird, dass Lebensfähigkeit einzig und allein durch Wertgenerierung für Gesellschaft und nicht nur qua Größe gesichert werden kann.

So lange die großen Unternehmen einfacher als via Wertgenerierung existieren können, bleiben alle Initiativen rund um Agilität Theater. Und diese Aufführungen sind derzeit so gut, dass sie glatt einen Oscar verdienen. Damit ist also die Frage im Titel des Posts beantwortet: “Agile”, übrigens dicht gefolgt von “New Work”.

Unternehmen haben qua Größe Macht in Richtung Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (Drohen mit Arbeitslosigkeit) und in Richtung Politik (Drohen mit Arbeitslosen). So lange das so ist, können sie Prämien und Hilfe vom Staat einfordern. Das ist viel energieeffizienter als sich wirklich zu transformieren. Und deshalb sollte man in meinen Augen nicht nur an den Unternehmen ansetzen, sondern in erster Linie an den Umweltstrukturen. Eine Möglichkeit habe ich hier beschrieben.

Wenn in den Unternehmen wirklich realisiert wird, dass Wertgenerierung für Gesellschaft essentiell ist, dann werden die Initiativen auch wirklich umgesetzt und dienen nicht nur als Narrativ, da die unbedingte Notwendigkeit erkannt wird. Da bin ich mir relativ sicher.

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