Meine Impulsgeber

Oft werde ich nach den Impulsgebern meiner Erkenntnisse und Ideen zu den Themen Agil, Lean, Leadership, New Work etc. gefragt. Dieser Foliensatz fasst diese zusammen und erklärt, welche Ideen ich welchen Primärliteraten entnommen habe.

Auf meiner Reise des Verstehens, für die der Startschuss im Jahre 2006 fiel, habe ich begonnen, mich hauptsächlich auf Primärliteraten als Impulsgeber zu beziehen und diese versucht, in ihren Gedankengängen zu verstehen, um für mich Erkenntnis zu generieren.

Warum?

Viele Bücher, Beiträge, Vorträge etc., die ich heute unter dem Deckmantel Führung, Agilität, Lean, New Work etc. lese bzw. höre, wurden in meinen Augen falsch da zu einfach und trivial aus dem Original übersetzt.

Ein Beispiel gefällig?

Lese oder höre ich Sätze wie

„Wir müssen Hierarchien abschaffen!“

oder

„Wir müssen Selbstorganisation stärken!“

weiß ich, dass die Primärliteraten eben nicht richtig verstanden wurden, denn, wann immer Menschen zusammen kommen existieren Hierarchien und Selbstorganisation, ob man will oder nicht. Man bekommt sie nicht weg. Auf Passfähigkeit dieser Strukturen zur Umwelt sollte geachtet werden, aber nicht darauf diese einführen oder löschen zu wollen.

Eine Anmerkung ist mir sehr wichtig. Wenn ich schreibe, dass ich meine Ideen von den hier aufgeführten Primärliteraten habe, muss ich eine Ausnahme setzen, nämlich bei Stafford Beer. Beer hat in meinen Augen zu schwierig geschrieben. Seine Ideen habe ich durch meinen guten Freund Mark Lambertz erst verstehen und dann vertiefen können, weshalb ich sein initiales Buch zum VSM auf der Seite von Beer auch aufgeführt habe. Danke Mark.

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4 Responses to Meine Impulsgeber

  1. Super Input, Danke!

    @Watzlawick, den ich auch enorm schätze: Neben dem genannten Kommunikations-Axiom scheint mir das zweite eben so wichitg für die Themenstellung: “Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt”.

    Und als Ergänzung: mir scheint, dass auch Karl Popper (dessen Buch zur offenen Gesellschaft und ihren Feinden ich aus aktuellen gesellschaftspolitischen Anlässen ich nun endlich lese) hier gut rein passen würde (Thematisch als auch von der Generation her).

    Seine Wissenschaftstheorie (Logik der Forschung) ist wohl noch immer von höchster Relevanz und Aktualität. Und zeigt auf, was wir nicht wissen können, aber wie wir trotzdem sinnvoll (kritischer Rationalismus) damit umgehen können.

    • Dankeschön. Ja, Popper und sicher noch einige andere Menschen passen hier wohl hinein. Mein Anliegen bei dieser Liste war es, mich zu fokussieren und mich nur auf die Menschen zu konzentrieren, die mich besonders beeinflusst haben. Aber klar, grundsätzlich ist die Liste sicher nicht vollständig.

  2. Vielen Dank für diesen Blick hinter “Deine” Kulissen, Conny.

    Ich verfolge ebenfalls gern den Ansatz, nach Möglichkeit, zur Quelle vorzudringen.
    Allerdings helfen mir vor allem die Interpretationen anderer, mein Verständnis zu verproben.

    Nach meiner Erfahrung helfen erst das Verständnis und vor allem die Missverständnisse – gern auch meine eigenen – die ganze Komplexität einer Sache zu erfassen.

    Wenn es dann gelingt, den ursprünglichen Gedanken bei jemandem zu entdecken, mit dem man keinen direkten Bezug hat, dann ist das aus unserer Sicht ein deutliches Indiz auf sowohl Richtigkeit des Erkannten als vor allem auch dessen Großartigkeit.

    Wenn also etwas – unabhängig von einer einzelnen Person oder Gruppe – weiterlebt, dann ist es diese ‘Großartigkeit jenseits der EgoBarrieren’ von der Tobias und ich schreiben.

    Im Anhang des Buches ‘Die Kunst des Zusammenwirkens’ haben wir das als die ‘Regel des 3. Mannes’ formuliert.

    Wer mehr davon will – nur zu:
    EN: https://leanpub.com/aoc/c/HH9pms05vOI4
    DE: https://leanpub.com/kdz/c/peBVsOMs3UUn

    Was mir an diesen Aussagen wie “wir müssen dies …” und “jemand sollte das …” so unendlich sauer aufstößt, ist die schiere Handlungsorientierung.
    Von Dir habe ich einst gelernt, dass Methoden – also abstrakte Handlungsbeschreibungen – neutral und damit wertfrei sind.

    Erst ihr Ergebnis macht sie im vorliegenden Kontext mehr oder weniger wertvoll.
    Und wertvoll werden Handlungen dann, wenn sie auf ein Ziel einzahlen – wenn mit ihnen etwas erreicht werden soll.

    Also, warum sollen “Hierarchien abgeflacht” werden?
    Warum soll “Selbstorganisation gestärkt” werden?
    WAS soll damit erreicht werden?

    Wer das nicht formulieren, nicht zum Ausdruck bringen kann, operiert ausschließlich im Bereich des Zufalls. Kann man machen, wird dann halt …

    Ich empfehle daher bei der Formulierung von “Arbeitsaufträgen” mit dem angestrebten Nutzen zu beginnen, bevor man dann fragt, mit welcher Handlung das erreicht werden soll. Zum Schluss findet sich die Rolle, der man die Zuständigkeit für die Handlung überträgt fast von selbst. In den aller wenigsten Fällen ist es die Person, die den Auftrag formuliert – sonst würde sie es ja selbst tun. 😉

    Etwas verschrobener und hoffentlich mit Unterhaltungswert hier:
    http://commodus.org/yoda

  3. Rainer Nordt says:

    Weiter so!
    Wo liegen denn nun die Ansätze von komplexen Systemen?
    Um einen kleinen Ansatz zu bekommen wo die Reise hingeht, möchte ich auf Luhmann Systemtheorie – kurze Einführung über Niklas Luhmanns Theorie aufmerksam machen. (Dieser Vortrag ist bei You Tube zu sehen – aufschlussreich)
    Nehmen man einen Würfel werden ihn 1 bis 500 mal miteinander verbinden.
    Ein künstliches Netzwerk wurde erschaffen.
    Zwei, drei, vier Computer spielen gegeneinander und werden angehalten Strukturen und Muster zu erzeugen. Und siehe da Luhmann / Ansätze zur Schwarm Intelligenz / Konzepte für multiple Ebenen und Ranking / interaktives Modell für komplexe Suchsituationen / neue Transformation für die Skalierung und Rotation eines dreidimensionalen Volumens / Konzepte für Bio Informationen und Bio Informatik / Gentechnik Biotechnologie und und … Und da fängt es erst an!

    Will man zu klaren, eindeutigen Erkenntnissen kommen, müssen wir das Wirken der Wirkungsgefüge in den Zustandsräumen sowie die Wechselbeziehungen gleicher oder unterschiedlicher Zustandsräume im Ganzen erkennen und begreifen. So erschließt sich uns das Kleine zum Großen und das Große zum Kleinen, ohne Gefahr zu laufen, sich im Ganzen zu verlieren.
    Rainer Nordt

    Wir müssen mehr und mehr in der dritten Dimension denken lernen.
    Und wie lehrt Mann / Frau am schnellsten?
    Natürlich durch spielen. Die Spielregeln sind ausgesprochen, scheitern ist erlaubt und mit jeden Sieg oder Niederlage werden Erfahrungen gesammelt.
    Lernen durch Spielspaß. Und nun muss ich nur noch behaupten, es würde so ein Spiel geben. Leider noch nicht aber ich habe es vor.

    Rainer Nordt

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