Kurzer Rückblick auf die Process Excellence Konferenz in Bonn

Gestern Abend bin ich mit spannenden und erkenntnisreichen Eindrücken vom 3. Jahresforum PEX-Process Excellence Woche DACH 2015 aus Bonn Heimgekehrt. Grundsätzlich ging es auf der Konferenz um die Fragestellung, wie sich Unternehmen flexibel und agil auf die immer größer werdende Komplexität des Marktes einstellen können und in wie weit dabei Business Process Modelling helfen kann.

Ich hatte zwei aktive Parts auf der Konferenz.

Roundtable “Business drives IT – nicht auch umgekehrt?”

PEX-Roundtable

Diesen Roundtable habe ich zusammen mit Sven Schnägelberger und Gunnar Obst moderiert. Wir haben über die Interaktion, oder besser die sehr oft von uns wahrgenommen fehlende Interaktion zwischen IT und Business diskutiert. Es war sehr spannend und erkenntnisreich für mich. Im Fazit haben wir heraus kristallisiert, dass sehr häufig ein unzureichend gegenseitiges Verständnis für einander zu beobachten ist.

IT versteht Business nicht und Business versteht IT nicht. Fehlt es an einer gemeinsamen Sprache oder an einer gemeinsamen Geisteshaltung? Wohl Beides.

Was nehme ich persönlich wahr und habe auch eingebracht? IT treibt in der Regel das Business. Umgekehrt ist es von mir seltener zu beobachten. Auch wenn das Business das wohl eher nicht wahrhaben möchte. Viele Themen bearbeiten wir, weil wir es aus IT Gesichtspunkten schlichtweg können, nicht weil wir in erster Linie einen großen Mehrwert dafür im Business erkennen können. Diese vielleicht provokante These reflektierte ich auch in meinem Vortrag am Nachmittag im Kontext Big Data.

Des Weiteren habe ich in der Runde die provokante Frage aufgeworfen, warum wir eigentlich IT und Business so scharf trennen. Der Kunde sieht das Unternehmen stets als Ganzes. Stellen wir den Kunden in den Fokus, was sehr häufig von Unternehmensseite propagiert wird, sollten wir das dann nicht auch tun? Warum machen wir im Unternehmen stets diese Trennung? Weil wir Komplexität reduzieren möchten. Denke ich zumindest. Diese Trennung ist von uns künstlich erhoben worden, führt aber dazu, dass die Agilität und Flexibilität von Unternehmen gemindert wird.

Vortrag “Process Excellence bei personalisierten Marketingstrategien – Die Realtime Big Data Architektur @ OTTO”

PEX_Vortrag

Hierzu möchte ich im Rahmen dieses Posts gar nicht so viel sagen. In der nahen Zukunft werde ich mein Vortragsmanuskript hier in meinem Logbuch der Reise des Verstehens zur Verfügung stellen. Nur so viel vorab.

Ich habe auf der Konferenz sehr viel über Komplexität gehört und davon, dass Unternehmen diese reduzieren sollten. Ich habe meinen Vortrag mit einer provokanten These eröffnet. Für mich bedeutet Process Excellence eben nicht Komplexität zu reduzieren, sondern diese erst einmal differenziert zu betrachten. Reden wir über die Komplexität des Marktes, aus Sicht des Unternehmens damit über die Fremdkomplexität, oder reden wir über die Komplexität des eigenen Unternehmens, und damit über die Eigenkomplexität? Die Komplexität des Marktes steigt stetig. Das kann man in vielen Veröffentlichungen und Vorträgen hören. Soll daraufhin ein Unternehmen seine eigene Komplexität reduzieren? Ich denke wohl eher nicht. Diese These habe ich unter anderem in meinem Vortrag praktisch untermauern versucht.

Anbei aber schon einmal die Folien meines Vortrages.

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2 Responses to Kurzer Rückblick auf die Process Excellence Konferenz in Bonn

  1. Pingback: [Reise des Verstehens] Kurzer Rückblick auf die Process Excellence Konferenz in Bonn | netzlesen.de

  2. Und in der Infrastruktur kommt noch ein Player hinzu – die Automatisation, die bisher unbemerkt im Hintergrund gelaufen ist. Eigentlich war sie schon länger da und jetzt kommt die IT und will alles miteinander vernetzen und Daten generieren, ohne das die IT Welt wirklich die Automatisationwelt versteht, da das bisher getrennte Welten mit ganz unterschiedliche (Sicherheits-)Anforderungen waren und sind. Mit wenig rosigen Aussichten, vor allem in einer hoch vernetzten Welt mit vielen unbekannten wechselseitigen Abhängigkeiten. Aber Industrie 4.0 auf Hochglanz macht sich eben gut.

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