Operation Monkey Business – ich bin dabei

Ich habe in meinem Post Das Affenmärchen bereits auf die Gedanken und Ideen von Gebhard Borck verwiesen, die er in seinem Buch Affenmärchen – Arbeit frei von Lack & Leder in Bezug auf das Führen von Unternehmen aufzeigt. Meine Ideen und Gedanken zu diesem Thema decken sich großflächig, so dass ich Gebhard sehr gerne bei seiner Operation Monkey Business unterstütze.

Heute möchte ich auf eine Thematik eingehen, die Gebhard im Abschnitt 4 Requiem für die moderne Betriebswirtschaftslehre im Kapitel Lehren für sinnvolles Wirtschaften herausstellt. Es geht um das Wirtschaften, wie es an Universitäten gelehrt und in den vielen Mainstream Managementbüchern propagiert wird, im Gegensatz zum sinnvollen Wirtschaften. Die folgende Tabelle stellt genau diesen Unterschied dar. Und Sie erkennen schon. An den Universitäten wird nicht-sinnvolles Wirtschaften gelehrt.

Im Folgenden möchte auf die Punkte eingehen und gegen meine Erfahrungen spiegeln.

Verplant sein vs. Vorbereitet sein

In vielen Unternehmen gibt es Abteilungen die eigens für die Planung abgestellt sind. Mit dem Fokus auf die Zukunft haben sie die Aufgabe diese vorherzusagen und eine Scheinsicherheit zu erzeugen. Sicherlich wird das niemand so klar kommunizieren. Schaut man sich aber die Planungsprozesse in Unternehmen an, dann geht es um nichts anderes. Ich habe meine Sicht auf die Planung bereits des Öfteren in meinem Logbuch hinterlegt. Planung sollte eher als ein gestalterischer Prozess gesehen werden. Es geht bei der Unternehmensführung auf der einen Seite darum sich der Umwelt, das sind die Kunden, die Lieferanten oder auch die Wettbewerber, anzupassen, auf der anderen Seite aber auch darum, diese für sich optimal zu gestalten. Offenheit, Wissbegierde und eine positive Fehlerkultur ist dafür gefragt, Paradigmenreiterei ist abzulegen.

Dinge der Umwelt ändern sich stets und ständig. Unternehmen müssen sich dementsprechend stetig neu erfinden. Dazu möchte ich ein Gleichnis zum Radfahren anführen. Man muss immer trampeln, bleibt man stehen, kippt man um. Das Gleichgewicht muss immer wieder neu erarbeitet werden. Deshalb redet man hier auch von einem Fließgleichgewicht. Gerät man in Schieflage, sollte man nicht immer hart rüberreißen, denn sonst beginnt man zu schlingern. Dieses Schlingern schaukelt sich auf, was dann einem Radfahren hinderlich im Wege steht. Man stürzt.

Externe Effekte ausblenden vs. Externe Effekte einbeziehen

Sehr oft höre ich die Aussage, dass Komplexitäten in Unternehmen zu reduzieren sind. Dabei ist es doch gerade die Komplexität, die Unternehmen überhaupt erst lebensfähig machen. In Prozessdiskussionen richtet man den Blick zu sehr nach innen aus. Dabei betone ich stets, dass eine Transparenz hergestellt werden muss, die aufzeigt, wie jeder einzelne operative Geschäftsprozessschritt in das geplante Unternehmensergebnis einzahlt. Dieses Einzahlen kann entweder direkt oder indirekt passieren und kann über Werttreiberbäume dargestellt werden. Da wir bei diesen Beziehungen nicht nur über quantitative Beziehungen (Einfluss von Umsatz auf Gewinn), sondern über qualitative Beziehungen (Einfluss von Kundenzufriedenheit auf Anzahl verkaufter Produkte) von Einflussfaktoren reden, werden diese Treiberbäume niemals final sein, stellen aber eine Basis für einen unternehmensweiten Lernprozess dar. Nicht das Ergebnis zählt, sondern der Prozess dahin. Das bedeutet also Unsicherheiten für sich zum Vorteil zu nutzen und sie als Chance zu sehen. Denn jeder muss damit umgehen, auch die Wettbewerber.

Materielle Abhängigkeit der Arbeiter und Angestellten vs. Materielle Unabhängigkeit für alle

Ich kann die Workshops und Meetings nicht mehr zählen, an denen ich in der Vergangenheit teilgenommen habe und in denen wir über das Schaffen einer für Mitarbeiter sinnstiftenden Arbeitsumgebung diskutiert haben. Häufig wurde aber unzureichend reflektiert, warum zwar oft geredet wurde und dieses Thema als wichtig herausgestellt wurde, aber wenig passierte.

Durch unsere Vorliebe und der damit einhergehenden Fokussierung auf Technokratie und Quantität, die wohl mit dem Bau und dem Einsatz der ersten Maschinen begonnen hat, gerät die Sinnhaftigkeit, die wir in unserer Arbeit sehen immer mehr ins Hintertreffen. Wie reagieren viele Unternehmenslenker und Führungskräfte auf diesen Aspekt? Lohnerhöhung. Geld bringt aber nur eine einmalige Motivationsgelegenheit hervor. Bei einer Lohnerhöhung freut man sich in der Regel zum Zeitpunkt der Erhöhung und morgen ist die Höhe des Lohns wieder normal. Man fragt dann nach mehr Geld, um einen Sinn in seiner Arbeit zu sehen. Die Führungskräfte sollten sich dann nicht wundern, wenn sie derartige Lohnerhöhungsdiskussionen immer wieder führen müssen. Sie haben diese Situationen selber herauf beschworen (“Die Geister, die ich rief.”). Sinnstiftung bedeutet aber, dass ich mich jeden Tag neu über meine erbrachte Leistung und meine Arbeit motiviere, da ich zu etwas beitrage, was ich als sinnvoll erachte. Ich bin dann stolz Teil des Ganzen zu sein. Diese Motivation hat einen permanenten Charakter und ich erzeuge diese.

Betrieb abschotten gegen Umwelteinflüsse und diese nur gesteuert und gefiltert zulassen vs. Soziale, geistige und physische Mauern öffnen und die Umwelt den Betrieb durchdringen lassen

Das was wir nicht fassen und erklären können, knipsen wir aus. Deshalb ist dies aber trotzdem noch da und beeinflusst uns. Das Ausknipsen ist aber leichter, da es in uns eine Scheinsicherheit erzeugt und uns leichter schlafen lässt. Dazu passt sehr schön die Parabel von Eddington. Der Ichthyologe sagt am Ende: “Was ich nicht fangen kann, ist kein Fisch.” Ähnlichkeiten erkenne ich zur Wirtschaft. Das Verhalten der Kunden wird beispielsweise nicht oder nur unzureichend in Marketingmaßnahmen einbezogen. Eine Begründung dafür, die ich immer wieder höre, ist: “Wie sollen wir denn das Verhalten der Kunden darstellen? Das können wir doch gar nicht vorhersagen.” Das ist natürlich richtig. Wir können es nicht vorhersagen. Trotzdem agieren die Kunden und nehmen so Einfluss auf den Erfolg des Unternehmens, wie man Erfolg auch immer definiert. Also müssen wir doch das Verhalten der Kunden beachten und nicht einfach aus unseren Überlegungen fern halten.

Ich bin gerne Teil der Operation Monkey Business und unterstütze Gebhard, seine Gedanken und Ideen in “die große weite Welt hinauszuposaunen” und nachhaltig zu verankern. Seien Sie/ Seid herzlich dazu eingeladen.

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2 Responses to Operation Monkey Business – ich bin dabei

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