Gleichberechtigung ist die Erfindung eines Machthabers

Ähnlich wie es Heinz von Foerster über die Wahrheit sagt, dass sie nämlich Erfindung eines Lügners ist, so sage ich die Gleichberechtigung ist die Erfindung eines Machthabers, wissend (bewusst oder unbewusst), dass es diese niemals geben kann. Denn.

Wenn alles per Definition gleichberechtigt wäre, so würde es überhaupt keinen Sinn für das Wort Gleichberechtigung geben. Erst in dem man etwas herab setzt oder höher bewertet, hebt man das Wort Gleichberechtigung aus der Sinnlosigkeit hervor. Die Worte gleichberechtigt und ungleichberechtigt sind komplementär zueinander. Das eine kann es ohne dem anderen nicht geben. Nach George Spencer Brown – einem englischen Mathematiker – geht dem Erkenntnisprozess immer eine Unterscheidung voraus. Ich habe also immer zwei Seiten, die komplementär zueinander sind, in unserem Fall Gleichberechtigung und Ungleichberechtigung. Das bedeutet, könnten wir nicht unterscheiden, könnten wir auch nicht erkennen.

In dem Moment wo man eine Gruppe gleichberechtigt, stellt man sie allen Anderen vorne an. Bevorteilt man Jemanden dann benachteiligt man automatisch einen Anderen. Das wird unter anderem in den Maßnahmen der Gleichstellung mittels der Quotenregelung getan. Mit dieser will man Ungleichberechtigung durch Ungleichberechtigung bekämpfen. Das führt das Programm selbst ad absurdum. Denn Sie setzen eine Quote an, was bedeutet, dass bei gleicher Qualifikation von Mann und Frau und bei Nichterreichung der Quote, die Frau dem Job vorgezogen wird. Ist das Gleichberechtigung?

Aus meiner Sicht sollte man diese Thematik eher aus einer anderen und differenzierteren Sicht beleuchten. Jeder Mensch ist einzigartig und kann nicht mit anderen gleich gestellt werden. Das Wort “gleich”, wenn man es denn benutzen möchte, drückt eine Form der Qualität aus, denn es hängt davon ab von welchem Standpunkt diese Betrachtung getätigt wird. Diesen Fakt unterdrücken wir aber komplett. Warum? Durch die Einführung und Nutzung der Zahlen in der Mathematik, sind wir es gewohnt quantitativ zu denken: 1 Mensch + 1 Mensch ergibt 2 Menschen. Qualitäten müssen aber bei dieser Rechnung per Definition unterdrückt werden. Die Zahlen, die wir aus der Mathematik kennen, können keine Qualitäten darstellen. Damit haben wir eine Gesellschaft geschaffen, die auf dem Paradigma “Schneller, Weiter, Höher, Besser” basiert. Gotthard Guenther hat im Rahmen der Polykontexturalitätstheorie qualitative, oder auch nebengeordnete Zahlen eingeführt. Eine qualitative Zahl kann mehrere Nachfolger und Vorgänger haben. Ich möchte garnicht im Detail darauf eingehen, sondern auf die Geschichte Morgen und Morgen von Claus Baldus verweisen, in welcher diese Zahlen sehr eindrucksvoll eingeführt werden. Möchte man dann tiefer in die Details der Keno- und Morphogrammatik, die im Sinne des Aufbaus einer Polykontexturalen Logik operieren, einsteigen, verweise ich gerne auf die Arbeit Eine Einführung in die Theorie der logischen Form von Thomas Mahler.

Des Weiteren wissen wir aus der Systemtheorie, dass Menschen operativ geschlossene Systeme sind. Menschen lassen sich nicht direkt von aussen steuern. Menschen nehmen zwar Daten und Energie von extern auf. Diese werden aber innerhalb des Systems “Mensch” auf der Basis von gemachten Erfahrungen, der genossenen Erziehung, dem erworbenen Wissen, den eigen gesetzten Regeln etc. zu subjektiven Informationen verarbeitet. Das bedeutet, man kann nicht direkt verhindern dass Jemand etwas ungerecht findet oder nicht.

Fassen wir zusammen. In dem Moment, wo das Thema Gleichberechtigung auf die Agenda gehoben wird, zweifelsfrei und was ich auch garnicht abstreiten möchte, einem guten Grund folgend, wird genau das Gegenteil erreicht, nämlich Gleichberechtigung bekämpft. Was könnte eine Lösung sein? Da möchte ich mich auf den kategorischen Imperativ von Immanuel Kant beziehen, der uns zu der Maxime führt: „Behandle Deine Mitmenschen so, wie Du willst das sie auch Dich behandeln.” Wird diese Regel von jedem Menschen befolgt, können wir das Wort Gleichberechtigung zu Grabe tragen.

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3 Responses to Gleichberechtigung ist die Erfindung eines Machthabers

  1. astragal says:

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  2. Pingback: Diversity Management schafft Einfalt statt Vielfalt « Der Mensch – das faszinierende Wesen

  3. Andreas Zeuch hat gerade auch noch zum Thema Ungleichheit geschrieben:

    Ungleichheit zerstört unsere Gesellschaft (Quelle)

    Mit ihrem fundamentale Werk “Gleichheit ist Glück” belegen Richard Wilkinson und Kate Pickett unmissverständlich, dass folgende Aspekte von Wohlstand und Lebenszufriedenheit von der Einkommens(un)gleichheit abhängen:

    Gemeinschaft, Vertrauen und soziale Beziehungen
    Seelische Gesundheit und Drogenkonsum
    Gesundheit und Lebenserwartung
    Fettleibigkeit
    Schulische Leistung
    Teenagerschwangerschaften
    Gewalt
    Gefängnis und Bestrafung
    Soziale Mobilität

    Wohlstand und Lebenszufriedenheit steigen NICHT allein durch die Höhe des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Es ist vielmehr eine möglichst geringe Spanne zwischen den Einkommensverhältnissen der Gesellschaftsmitglieder, die sich positiv auswirkt (dazu habe ich einen eigenen Artikel hier im Blog geschrieben). Mittlerweile wissen wir ausreichend sicher, dass die Spanne, die durch die abartig hohen Managergehälter im Vergleich zu mittleren und geringen Einkommen entsteht, der Sprengstoff ist, der unsere Gesellschaften zerstören wird. Und nun ist die Zeit das zu ändern. Denn die weiter aufblühende Auseinandersetzung um den Einkommenswahnsinn ist keine Neiddebatte. Es geht um unsere Gemeinschaft. Viele von uns können ihre Wohnungen trotz harter Arbeit nicht mehr bezahlen. Dann von Neid zu sprechen, ist Hohn.

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