Das Affenmärchen

Gebhard Borck stellt ein Novum auf. Er veröffentlicht sein Buch Das Affenmärchen – Arbeit frei von Lack und Leder in Blogform. Seine Gedanken und Ideen zu Themen der Unternehmensführung sollen frei zugänglich sein.

Vergleicht man die Heeresform, wie sie zu Zeiten des Römischen Reiches vorherrschten, mit den Unternehmensformen der heutigen Zeit, stellt man kaum Unterschiede fest. Macht das Sinn? Vergleichen wir die beiden Zeiten miteinander, kommt man wohl nicht umhin, unterschiede über Unterschiede aufzudecken. Es hat sich quasi alles in der Lebensform und -art der Menschen verändert, nur eben nicht die Ansicht wie wir wirtschaften und gemeinsam agieren sollten. Warum ist das so? Warum haben sich in diesem Bereich keine Änderungen oder Fortschritte eingestellt, und das wo wir doch alle die Auswirkungen der immer noch andauernden Weltwirtschaftskrise noch sehr gut im Gedächtnis haben müssten. Vielleicht bringen wir die veralteten Mechanismen der Unternehmensführung ja auch gar nicht mit den Krisen in Verbindung. Mag sein. Für mich ist jedenfalls klar. Diese verknöcherten alten Sichtweisen darauf, wie man Unternehmen führen sollte, ist Kern des Übels, welches es auszumerzen gilt. Deshalb habe ich in meinem Artikel Die Kopernikanische Wende im Management von Unternehmen dies auch so konstatiert.

Leider werden die Menschen von den Unternehmenslenkern noch viel zu häufig als triviale Produktionsmaschinen gesehen. Kein Manager würde bestreiten, dass beispielsweise die Motivation der Mitarbeiter ein entscheidender Faktor für Erfolg ist. Aber warum machen Sie nichts dafür? Die Identifikation der Mitarbeiter kann man nicht von außen definieren oder festlegen, da die Menschen eben keine trivialen Maschinen sind. Die Identifikation bauen die Mitarbeiter in sich selber auf. Unternehmenslenker können darauf nur indirekten Einfluss nehmen, das machen sie auch, um genau zu sein, ob sie wollen oder nicht, meistens aber in einem negativen Kontext. Was die Sache dabei so schwierig macht ist, dass sie in negativer Hinsicht scheinbar einen direkten Einfluss nehmen. Die Scheinbarkeit resultiert aus dem kurzfristigen Effekt zwischen Ursache und Wirkung. Es dauert aber relativ lange bis Mitarbeiter eine Identifikation zum Unternehmen aufbauen. Diese kann dann sehr schnell durch Aktionen der Unternehmenslenker eingerissen und zu Nichte gemacht werden.

Dazu möchte ich ein Gleichnis anführen, wissend das dieser, wie alle Gleichnisse ein Stück weit hinkt. Stellen Sie sich eine Badewanne gefüllt mit Wasser vor. Der Wasserstand stellt die Motivation der Mitarbeiter dar, sich für ihr Unternehmen zu engagieren. Lässt man die Badewanne einfach unberührt, wird das Wasser mit der Zeit, aus der Badewanne entwichen sein, denn der Propfen schließt nicht zu 100% die Badewanne ab. Zieht man den Propfen, dann entweicht das Wasser sehr schnell. Beides kann man damit vergleichen, dass die Manager und Führungskräfte von Unternehmen ihren Mitarbeitern keinen großen Wert beimessen und deshalb nicht bewusst in ihrem Sinne agieren. Bestenfalls reagieren sie in diesem Fall bloß. Da die Mitarbeiter, wie oben bereits angemerkt, keine trivialen Maschinen sind, lässt sich der Wasserstand nicht erhöhen, in dem man einfach den Wasserhahn aufdreht. Die Aktionen zum Erhöhen des Wasserstandes müssen von den Mitarbeitern durchgeführt werden. Dazu werden sie von den Managern und Führungskräften durch proaktives Handeln indirekt animiert. Sie stellen quasi lediglich die Gießkanne zum Füllen der Badewanne bereit. Dieses Wörtchen “lediglich” bedeutet aber nicht, dass es weniger notwendig ist, ganz im Gegenteil.

Ich zitiere aus dem Buch.

Affenmärchen zeigt die Lösung: Setzen Sie doch Ihre Mitarbeiter frei! Wenn Unternehmen auf abhängige Beschäftigung verzichten und stattdessen eine Sinnfläche bieten, an die sich Mitarbeiter freiwillig koppeln, dann können Unternehmen aus sich heraus gleichermaßen sinnvoll, nachhaltig und erfolgreich agieren.

Lesen Sie selbst und vor allem verteilen Sie die Ideen, auf dass es viele Menschen gibt, die diese Vorstellungen in die Tat umsetzen. Es ist absolut notwendig. Viel Spaß, Mut und Durchhaltekraft.

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2 Responses to Das Affenmärchen

  1. Hallo Herr Dethloff,
    vielen Dank für Ihren Beitrag, der sich direkt auf mein Buch bezieht und nochmals Dank für Ihre Positionierung.

    Ich wünsche uns beiden, dass sich unsere Ideen und Haltung pandemisch im Netz verbreiten.

    Beste Grüße
    Gebhard Borck

  2. Lieber Conny,

    danke für diese ebenso positive wie durchdachte Reaktion aufs “Affenmärchen”. Ich hoffe, dass die Idee, zum Menschen statt zur Sache hin zu wirtschaften, noch in unserer Generation Fuß fasst und mehr wird, als ein exotischer Ansatz für einen Nischenmarkt.

    Herzliche Grüße
    Andreas

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