{"id":732,"date":"2011-10-04T14:10:29","date_gmt":"2011-10-04T13:10:29","guid":{"rendered":"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=732"},"modified":"2012-11-28T07:21:26","modified_gmt":"2012-11-28T06:21:26","slug":"kybernetik-die-versohnung-zwischen-dem-rationalen-und-dem-humanen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=732","title":{"rendered":"Kybernetik &#8211; die Vers\u00f6hnung zwischen dem Rationalen und dem Humanen"},"content":{"rendered":"<p>Sehr oft habe ich \u00fcber die Bedeutung der Kybernetik f\u00fcr meine Reise des Verstehens nachgedacht und bin dabei zu der Erkenntnis gelangt, dass die Kybernetik einen zentralen Punkt einnimmt, wenn wir die Probleme der heutigen Zeit, wie die Umweltproblematik oder die Gesellschaftskrise, in den Medien eher als Finanzkrise bezeichnet, l\u00f6sen wollen.<\/p>\n<p>Inspiriert wurde ich bei meiner Ideenforschung von <strong><em>Stephen Toulmin<\/em><\/strong>, der in seinem Buch <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Kosmopolis-Die-unerkannten-Aufgaben-Moderne\/dp\/3518287265\/ref=sr_1_2?s=books&#038;ie=UTF8&#038;qid=1317199424&#038;sr=1-2\">Kosmopolis. Die unerkannten Aufgaben der Moderne<\/a> \u00fcber die historische Entwicklungen des Humanismus und des Rationalismus berichtet und Schlussfolgerungen f\u00fcr das menschliche Leben in der Zukunft herleitet. Das Vorwort, Kapitel 1 und Kapitel 5 des Buches k\u00f6nnen sie in diesem <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/toulmin_kosmopolis_v.pdf\">Dokument<\/a> nachlesen. <\/p>\n<p>Aber nat\u00fcrlich haben mich auch die Erkenntnisse und Ideen <strong><em>Gotthard G\u00fcnthers<\/em><\/strong> nicht unber\u00fchrt gelassen. In seiner <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=260\">Vorlesung \u00fcber Naturphilosophie<\/a> zeichnet G\u00fcnther die geschichtliche Entwicklung, startend mit den Anf\u00e4ngen der Religion bis hin zu den ersten wissenschaftlichen Errungenschaften, die auf rationalistische Denkweisen beruhen, nach.    <\/p>\n<p><strong>Die Vers\u00f6hnung: Eine erste Ann\u00e4herung<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Norbert Wiener<\/em><\/strong>, einer der Pioniere der Kybernetik, gibt eine aus meiner Sicht treffende Definition von Kybernetik wieder, wenn er sagt: <\/p>\n<blockquote><p>Kybernetik ist die Lehre von Regelung, Steuerung und Kommunikation im Lebewesen und in der Maschine.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Kybernetik hat als erste Wissenschaft angefangen, auf interdisziplinare Art und Weise Natur- und Geisteswissenschaften in einen Kontext zu setzen, denn sie versucht, Erkenntnisse die bez\u00fcglich toter Materie in den Naturwissenschaften gewonnen wurden, mit den Erkenntnissen bez\u00fcglich lebender Materie aus den Geisteswissenschaften zu verheiraten.<\/p>\n<p>Geboren wurde der Ansatz der Kybernetik auf den <a href=\"http:\/\/www.expolar.de\/kybernetik\/\">Macy-Konferenzen<\/a>. Zwischen 1946 und 1951 wurden unter dem Titel &#8220;Cybernetics. Circular Causal, and Feedback Mechanisms in Biological and Social Systems&#8221; insgesamt zehn Konferenzen unter der Schirmherrschaft der Josiah Macy, Jr. Foundation veranstaltet. Auf den Konferenzen wurde interdisziplin\u00e4r nach einer universalen Theorie der Regulation, Steuerung und Kontrolle zu entwickeln versucht, die f\u00fcr Lebewesen wie f\u00fcr Maschinen, f\u00fcr \u00f6konomische wie f\u00fcr psychische Prozesse, f\u00fcr soziologische wie f\u00fcr \u00e4sthetische Ph\u00e4nomene gleicherma\u00dfen gilt. Da diese Dikussionen interdisziplin\u00e4r waren, war es unumst\u00f6\u00dflich, dass auch Vertreter verschiedener Wissenschaftsbereiche vertreten waren, beispielsweise aus den Bereichen Mathematik, Physik, Elektrotechnik, Psychologie, Neurophysiologie, Psychiatrie, Soziologie oder Anthroplogie.<\/p>\n<p>Kybernetik wird in Kybernetik <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=236\">erster und zweiter Ordnung unterschieden<\/a>. Dazu m\u00f6chte ich ein paar Worte verlieren, da diese Unterscheidung uns auf dem Weg zur Vers\u00f6hnung zwischen dem Rationalen und dem Humanen voranbringt. Starten wir mit der Kybernetik erster Ordnung, sto\u00dfen wir auf die Begriffe Regelung und Steuerung, die wir schon von der Definition von Wiener her kennen. Beiden gemeinsam ist, dass ein bestimmtes <a href=\"http:\/\/conny-dethloff.de\/systemtheorie.html\">System<\/a>, n\u00e4mlich das zu steuernde oder zu regelnde, einen bestimmten Zweck erf\u00fcllen soll, wodurch sich eine bestimmte Variable in gew\u00fcnschter Weise verhalten soll. Der gro\u00dfe Unterschied zwischen Steuerung und Regelung besteht nun darin, dass bei der Steuerung eine lineare Ursache-Wirkungsbeziehung vorliegt, was dazu f\u00fchrt, dass im Rahmen von Steuerung der erreichte Endzustand der zu steuernden Variable selbst bei starken Abweichungen vom gew\u00fcnschten Verhalten oder Variablenwert ein endg\u00fcltiger ist, also nicht mehr ge\u00e4ndert wird. Es gibt also keinen regulierenden Mechanismus hinsichtlich der Abweichungen des Istwertes vom Sollwert. Der angesprochene regulierende Mechanismus wird auch als negative R\u00fcckkopplung bezeichnet. Die folgende Abbildung stellt diese Unterschiede graphisch dar.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Steuerung-und-Regelung.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Steuerung-und-Regelung.png\" alt=\"\" title=\"Steuerung und Regelung\" width=\"700\" height=\"400\" class=\"alignnone size-full wp-image-743\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aufgrund der fehlenden Justierung auf einen Zielwert ist es ersichtlich, dass ein irgendwie funktionierendes System, das kann ein Unternehmen aber auch eine Gesellschaft sein, nicht auf negative R\u00fcckkopplungen verzichten kann. Einige Teilsysteme eines Systems k\u00f6nnen vielleicht ausschlie\u00dflich gesteuert werden. R\u00fcckkopplungen in Wirkungsschleifen von Systemen sind verantwortlich f\u00fcr nichtlineares Verhalten dieser Systeme. Denken Sie beispielsweise an den <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=576\">Zinseszins<\/a>, der unsere Gesellschaft in eine Krise gest\u00fcrzt hat. In diesem Beispiel reden wir nicht von einer negativen, sondern von einer positiven R\u00fcckkopplung. Die positive R\u00fcckkopplung l\u00e4sst uns den Schwenk hin zur Kybernetik zweiter Ordnung vollf\u00fchren.<\/p>\n<p>Ausgangspunkt der bisherigen Betrachtung der Kybernetik erster Ordnung ist es, ein Ziel zu haben und dieses durch Regelung und Steuerung zu erreichen. Aber wie kann man erkl\u00e4ren, dass h\u00e4ufig Ziele erreicht werden, die man nicht angestrebt oder auch nicht gedacht hat, die aber trotzdem als positiv f\u00fcr das Unternehmen zu bewerten sind? Bei der Kybernetik erster Ordnung wird das Erreichen einer Stabilit\u00e4t durch eine Kontrollinstanz in den Vordergrund gestellt. In einem rein rationalistisch gepr\u00e4gten System, sprich einem toten System wie einer Heizungsanlage, in welchem alle Komponenten bekannt sind, gibt es weniger \u00dcberraschungen. Fast alles ist berechenbar und zum gro\u00dfen Teil vorhersagbar. Ein Steuern und Regeln ist anwendbar. In humanistisch gepr\u00e4gten Systemen aber herrscht intrinsische Unsicherheit, keine exakte Analysierbarkeit und auch keine Vorhersagbarkeit. Es muss ein Paradigmenwechsel vollzogen werden hin zur Akzeptanz einer instabilen Dynamik von Entscheidungen. Bei der Kybernetik zweiter Ordnung werden die Prinzipien der Kybernetik erster Ordnung auf den Beobachter selbst angewendet. Der Beobachter muss als Teil des Kontextes, den er beobachtet, mitkonzeptualisiert werden. Hier stehen die beobachtenden Systeme und nicht mehr nur wie in der Kybernetik erster Ordnung die beobachteten Systeme im Fokus. Es sind nicht mehr nur stabilisierende negative R\u00fcckkopplungen im Fokus der Untersuchung, sondern auch verst\u00e4rkende und aufschaukelnde positive R\u00fcckkopplungsprozesse, die unter anderem in Kommunikationsprozessen zwischen Lebewesen zu beobachten sind. Dadurch werden konzeptionelle Betrachtungsweisen bez\u00fcglich des Lernens von lebenden Systemen oder des <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=652\">Revidierens und Korrigierens von Zielen<\/a> erst m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Einen Einfluss des Nichtbeachtens von positiven R\u00fcckkopplungsschleifen erkennen wir beispielsweise in Planungsprozessen der heutigen Unternehmen. Planen bedeutet in den meisten F\u00e4llen stets von nur genau einer Zukunft auszugehen. Es existieren aber ganz viele m\u00f6gliche und vorstellbare Zukunften. Es muss die M\u00f6glichkeit des Phantasierens und Simulierens bestehen, um diese m\u00f6glichen Zukunften einzukalkulieren. Wenn heute geplant wird, wird der Blick ausschlie\u00dflich auf die Vergangenheit gerichtet. Die Zukunft kann sich aber komplett anders entwickeln als die Vergangenheit. Beim Planen gehen wir mit dem R\u00fccken voran in die Zukunft. Negative R\u00fcckkopplungsschleifen \u00fcberwiegen und damit der Rationalismus. <\/p>\n<p>Damit haben wir alle Elemente obiger Definition von Wiener beleuchtet und haben einen ersten Ann\u00e4herungsversuch zwischen Rationalismus und Humanismus gewagt. Einen Nachtrag habe ich noch. Detaillierter betrachte ich die Kybernetik und die Einbettung in die Unternehmensf\u00fchrung in meinem noch in Arbeit befindlichen Buch <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Buch_Business-Systemics.png\">Business Systemics. Warum sich Business Intelligence neu erfinden muss oder Heirat von Systemtheorie, Kybernetik und Business Intelligence<\/a>. Sie k\u00f6nnen auch in meinem Rucksack nachschauen, wo ich die <a href=\"http:\/\/conny-dethloff.de\/managementkybernetik.html\">Managementkybernetik<\/a> beleuchte.<\/p>\n<p><strong>Die Vers\u00f6hnung: Eine zweite Ann\u00e4herung<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe mein Mathematikstudium im Jahre 1999 mit dem Diplom abgeschlossen, war also zu dieser Zeit durchweg rational-mechanistisch ger\u00e4gt. Mein Credo war.<\/p>\n<blockquote><p>Alles was man nicht messen kann, kann man nicht kontrollieren. Alle Dinge, die wir wahrnehmen, m\u00fcssen auch naturwissenschaftlich erkl\u00e4rbar sein.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Erkenntnisse der Naturwissenschaften beherrschten meine Denk- und Handelsweisen. Die emotional-humanistische Denkweise kam dann so im Jahre 2006 an die Oberfl\u00e4che gesp\u00fclt, in dem Zuge n\u00e4mlich da ich merkte, dass eben nicht alles naturwissenschaftlich erkl\u00e4rbar ist, was geschieht. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nur noch nicht, ob das daran liegt, dass wir nur noch mehr Wissen aufbauen m\u00fcssen, um alle Ph\u00e4nomene erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen oder ob diese im bekannten naturwissenschaftlichen Rahmen schlicht nicht erkl\u00e4rbar sind, so dass dieser erweitern werden m\u00fcsste. Mir wurde dann relativ schnell klar, dass es um genau diese Erweiterung tats\u00e4chlich geht. Um das zu tun, muss man aber erst einmal nach der Linie suchen, die die rational-mechanistischen Denkweise, die aus den Naturwissenschaften stammt, von der emotional-humanistischen Denkweise, die aus den Geisteswissenschaften stammt, trennt. Hat man diese analysiert, kann die Vers\u00f6hnung angegangen werden. Selbstverst\u00e4ndlich spielte und spielt bei dem Aufsuchen dieser Trennlinie die Kybernetik eine ganz besondere Rolle. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Leib-Seele-Problem.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Leib-Seele-Problem-150x150.png\" alt=\"\" title=\"Leib-Seele-Problem\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-751\" \/><\/a><\/p>\n<p>Eine der vorherrschenden Fragestellungen der Historie, aber auch noch der heutigen Zeit, ist das <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Philosophie_des_Geistes#Das_Leib-Seele-Problem\">Leib-Seele-Problem<\/a>. Unter dem hier angef\u00fchrten Link habe ich auch die nebenstehende Abbildung gefunden. <\/p>\n<p>Die monoistischen Materialisten behaupten, es g\u00e4be nur Materie, die monoistischen Idealisten behaupten, es g\u00e4be nur den Geist. Hier haben wir wieder wie oben schon angesprochen eine ganz scharfe Trennung. Eine Vers\u00f6hnung kann durch den Dualismus erfolgen, der von Beidem, Geist und Materie, ausgeht. Das Problem, welches im Rahmen des Dualismus immer noch nicht gekl\u00e4rt ist, ist wie Geist und Materie interagieren. Denn dass diese interagieren, wissen wir sp\u00e4testens seit <strong><em>Werner Heisenberg<\/em><\/strong>, der postuliert hat, dass der isolierte Gegenstand prinzipiell keine beschreibbaren Eigenschaften besitzt. Denn beim Beschreiben von Ph\u00e4nomenen muss stets der Beobachter mit einbezogen werden (Kybernetik zweiter Ordnung). Denn Eigenschaften von Gegenst\u00e4nden sind auch im Beobachter enthalten, da es ja er ist, der beobachtet und beschreibt. Dazu m\u00f6chte ich Ihnen ein Beispiel geben. Es ist mir des \u00d6fteren vorgekommen, dass ich mir ein Fussballspiel ansehe und nach dem Spiel zu dem Schluss komme, dass die eine Mannschaft viel besser war als die andere, was dann von Freunden negiert wird. Wir haben das gleiche Spiel geschaut, kommen aber zu unterschiedlichen Meinungen. Ein Grund k\u00f6nnte sein, dass man f\u00fcr die eine Mannschaft mehr fiebert als f\u00fcr die andere. Das Ergebnis der Beobachtung ist also im Beobachter mit enthalten. Bei den ganzen Diskussionen bzgl. Idealismus versus Materialismus wird oft vergessen, dass beide Denkrichtungen auf dem selben Fundament gebaut sind. Es wird n\u00e4mlich von Teilen ausgegangen, die nicht mehr weiter zu teilen sind und aus denen dann alles Weitere aufgebaut ist. Beim Materialismus sind es die Atome, beim Idealismus sind es die Seelen. Im Materialismus besteht alles aus toter Materie, aus Atomen, selbst die Menschen werden als aus Atomen zusammengesetzt angesehen. Alles Wissen, was also im Denkschema des Materialismus entwickelt wurde, sprich in den Naturwissenschaften, ist Wissen, welches ausschlie\u00dflich toter Materie anwendbar ist.<\/p>\n<p>Nur erkennt man diesen Fakt nicht, oder man will es nicht erkennen. Ganz besondere Bedeutung erlangt aber diese Erkenntnis im Bereich der K\u00fcnstlichen Intelligenz. Im Forschungsgebiet der KI wird davon ausgegangen, dass man das menchliche Gehirn anhand seiner Einzelteile analysen und untersuchen, diese nachbauen und dann zusammensetzen kann. Das geht aber nicht. Dazu ein passendes Zitat von <strong><em>Gottfried Wilhelm Leibniz<\/em><\/strong> aus seiner Monadologie<\/p>\n<blockquote><p>Man muss im \u00fcbrigen eingestehen, dass die Perzeption und was davon abh\u00e4ngt, durch mechanische Gr\u00fcnde, d.h. durch Gestalten und durch Bewegungen unerkl\u00e4rbar ist. Wollte man vorgeben, dass es eine Maschine g\u00e4be, deren Struktur Denken, Empfinden und Perzeptionen haben l\u00e4sst, k\u00f6nnte man dies unter Bewahrung derselben Proportionen vergr\u00f6\u00dfert begreifen, so dass man in sie wie in eine M\u00fchle hineintreten k\u00f6nnte. Dies gesetzt, w\u00fcrde man beim Besuch im Inneren nur einander sto\u00dfende Teile finden, niemals aber etwas, was eine Perzeption erkl\u00e4rt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Eine Vers\u00f6hnung zwischen Materialismus und Idealismus oder auch zwischen Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften ist also notwendig, um auf dem Gebiet der K\u00fcnstlichen Intelligenz durchschlagenden Erfolg haben zu k\u00f6nnen. Dabei kann die Kybernetik vermitteln. <\/p>\n<p>Selbst in der Bildung muss diese Vers\u00f6hnung erfolgen, was <strong><em>Gerald H\u00fcther<\/em><\/strong> sehr plausibel in einem <a href=\"http:\/\/medien.wdr.de\/m\/1317231366\/radio\/tischgespraech\/wdr5_tischgespraech_20110928_2100.mp3\">Interview<\/a> im Rahmen der <a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/sendungen\/tischgespraech\/s\/d\/28.09.2011-20.05.html\">WDR5 Tischgespr\u00e4che am 28.09.2011<\/a> ausf\u00fchrt. Er meint, dass wir Menschen noch viel zu sehr unserer Faszination f\u00fcr Maschinen erlegen sind und entsprechend auch das Lernen als zu mechanistisch begreifen wollen. Lernen darf aber nicht verglichen werden mit dem Muskelaufbau auf einer Hantelbank. Das Gehirn bildet sich nur unter Freude optimal aus, also wenn wir Menschen mit Herz und Engagement bei der Sache sind. Da sind wir in unseren Bildungseinrichtungen noch weit entfernt.<\/p>\n<p>Ich glaube \u00fcbrigens, dass wir Menschen in den Anfangsjahren unseres Lebens mit beiden Denkrichtungen vers\u00f6hnt sind. Kinder lieben beispielsweise M\u00e4rchen. In diesen sind Feen, Hexen und \u00e4hnliche Wesen, die durch beispielsweise Zaubern eine Verbindung zwischen dem Jenseits und dem Diesseits herstellen, normal. Mit dem Laufe der Zeit verblasst die Freude f\u00fcr M\u00e4rchen. Die Verbindung zwischen dem Diesseits und dem Jenseits wird ausgeknipst. Da tragen nat\u00fcrlich unsere Bildungseinrichtungen einen geh\u00f6rigen Beitrag zu, da diese sehr naturwissenschaftlich gepr\u00e4gt sind. Ph\u00e4nomene aus dem Jenseits, die mechanistische Auswirkungen im Diesseits haben sind nicht Bestandteil der Lehrpl\u00e4ne. Diese gibt es aber. Nehmen Sie das Beispiel des Besprechens von Hautflechten. Sicherlich fallen Ihnen eine Reihe weiterer ein. Im Laufe der Entwicklungszeit haben die Menschen der modernen Kulturen sich also ents\u00f6hnt und haben sich entweder auf die Seite des Materialismus geschlagen, die von naturwissenschaftlichen Erkl\u00e4rungsmodellen beherrscht wird, um rational Ph\u00e4nomene des Diesseits zu untersuchen oder eben auf die Seite des Idealismus, die von humanistischen Denkmodellen besetzt ist, um emotional Ph\u00e4nomene des Jenseits zu erkl\u00e4ren. Nur wo ist die Br\u00fccke?<\/p>\n<p>Das eine solche Vers\u00f6hnung grunds\u00e4tzlich nicht abwegig ist, zeigen uns die Anf\u00e4nge des menschlichen Denkens, was wohl in das 6. Jh. v. Chr. zur\u00fcck reicht. In dieser Zeit, die von die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vorsokratiker#Milesier_.28.C3.A4ltere_ionische_Naturphilosophie.29\">Milesiern<\/a> gepr\u00e4gt war, und solche Denker wie Thales oder Anaximander pr\u00e4gten, gab es noch keine Unterscheidung zwischen lebender und toter Materie. Alles wurde als lebend gesehen, selbst ein Magnet, da er ja Eisen anzieht und, das ohne Zutun von Menschen.  <\/p>\n<p>Eine Vers\u00f6hnung ist also notwendig und auch m\u00f6glich. Sie kann durch die Kybernetik vorangetrieben werden. Ist sie denn schon vollzogen? <\/p>\n<p><strong>Die Vers\u00f6hnung: Der Vollzug<\/strong><\/p>\n<p>Leider noch nicht. 2 fortschrittliche Denker best\u00e4rken mich in diesem Fazit: <strong><em>Gotthard G\u00fcnther<\/em><\/strong> und <strong><em>Heinz von Foerster<\/em><\/strong>.<\/p>\n<p>Gotthard G\u00fcnther betonte immer wieder den Fakt, dass in den Naturwissenschaften erkannt wurde, und zwar seit Einstein und Heisenberg mit der Relativit\u00e4tstheorie und der Quantenphysik, dass es nicht mehr nur ausreicht sich in den Untersuchungen und Forschungen auf die tote Materie zu st\u00fcrzen. Diese Erkenntnis wurde aber nicht zu Ende gedacht. Denn, es wurde zwar die Subjektivit\u00e4t eingebunden, aber eben nur genau eine. Dadurch beruhen alle Untersuchungen nur auf genau eine Kontextur. Die eingebundene Subjektivit\u00e4t wurde also quasi objektiviert, was nicht zum Ziel f\u00fchren kann. Das hat G\u00fcnther erkannt, in dem er die <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=221\">Polykontexturalit\u00e4t<\/a> erfunden und eingef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Heinz von Foerster, einer der V\u00e4ter und auch Teilnehmer der oben angesprochenen Macy-Konferenzen, hat stets daf\u00fcr pl\u00e4diert von dem Separieren von Wissenschaftsgebieten weg zu kommen hin zu einer Untersuchung der Zusammenh\u00e4ngen von verschiedenen Wissenschaftsgebieten. Science kommt vom griechischen Wort Ski und bedeutet so viel wie Separieren. Dieses Separieren hat fr\u00fcher wahrscheinlich auch Sinn gemacht, in dem man tiefer in verschiedene Gebiete einsteigen musste, um diese zu verstehen: Mathematik, Physik, Biologie, Chemie, Psychologie etc. So entstanden die Wissenschaften und Generalisten wurden zu Spezialisten. Dabei wurde aber das Verschmelzen der Erkenntnisse vergessen oder auch teilweise unm\u00f6glich, da die einzelnen Wissenschaften ihre eigenen Sprachen entwickelt haben, die eine Kommunikation erschweren. Wir ben\u00f6tigen wieder Generalisten, die diese Kommunikation herstellen und unterst\u00fctzen. Diese Generalisten k\u00f6nnten Kybernetiker sein. <strong><em>Maria Pruckner<\/em><\/strong> hat in ihrem Film <a href=\"http:\/\/www.mariapruckner.com\/about\/filme\/\">90 Jahre Heinz von Foerster<\/a> das Leben und das Wirken von Foersters sehr anschaulich nachgezeichnet.<\/p>\n<span id=\"post-ratings-732\" class=\"post-ratings\" data-nonce=\"823cf59378\"><img decoding=\"async\" id=\"rating_732_1\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"1 Star\" title=\"1 Star\" onmouseover=\"current_rating(732, 1, '1 Star');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_732_2\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"2 Stars\" title=\"2 Stars\" onmouseover=\"current_rating(732, 2, '2 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_732_3\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"3 Stars\" title=\"3 Stars\" onmouseover=\"current_rating(732, 3, '3 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_732_4\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"4 Stars\" title=\"4 Stars\" onmouseover=\"current_rating(732, 4, '4 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_732_5\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"5 Stars\" title=\"5 Stars\" onmouseover=\"current_rating(732, 5, '5 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/> (<strong>2<\/strong> Bewertung(en), Durchschnitt: <strong>5.00<\/strong> von 5)<br \/><span class=\"post-ratings-text\" id=\"ratings_732_text\"><\/span><\/span><span id=\"post-ratings-732-loading\" class=\"post-ratings-loading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/loading.gif\" width=\"16\" height=\"16\" class=\"post-ratings-image\" \/>Loading...<\/span>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehr oft habe ich \u00fcber die Bedeutung der Kybernetik f\u00fcr meine Reise des Verstehens nachgedacht und bin dabei zu der Erkenntnis gelangt, dass die Kybernetik einen zentralen Punkt einnimmt, wenn wir die Probleme der heutigen Zeit, wie die Umweltproblematik oder &hellip; <a href=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=732\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,48],"tags":[41,61,87,8,45,35],"class_list":["post-732","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-komplexitat","category-philosophie","tag-change","tag-humanismus","tag-komplexitat","tag-krise","tag-kybernetik","tag-rationalitat"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/732","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=732"}],"version-history":[{"count":30,"href":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/732\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1750,"href":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/732\/revisions\/1750"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=732"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=732"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=732"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}