{"id":652,"date":"2011-09-13T16:00:45","date_gmt":"2011-09-13T15:00:45","guid":{"rendered":"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=652"},"modified":"2012-11-28T07:22:43","modified_gmt":"2012-11-28T06:22:43","slug":"sind-ziele-sinnlos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=652","title":{"rendered":"Sind Ziele sinnlos?"},"content":{"rendered":"<p>Vor einigen Wochen wurde ich durch einen Post mit dem Titel <a href=\"http:\/\/www.anchor.ch\/wordpress\/gesellschaft\/sind-wir-zielgeil\">Sind wir zielgeil<\/a> von <strong><em>Peter Addor<\/em><\/strong> in seinem Blog zu Komplexit\u00e4tsmanagement zum Nachdenken angeregt. Im Folgenden m\u00f6chte ich die im Titel dieses Posts gestellte Frage aufgreifen und beantworten.<\/p>\n<p><strong>Wie k\u00f6nnen wir Ziel definieren?<\/strong><\/p>\n<p>Bevor ich diese Frage jedoch analysiere, macht es Sinn sich den Begriff Ziel bewusst zu machen. Was verstehen wir also unter einem Ziel? <\/p>\n<blockquote><p>Ein durch freie individuelle Auswahl und Entscheidung oder gesellschaftspolitische Entscheidungen und Entscheidungsprozesse unter verschiedenen Handlungsm\u00f6glichkeiten projektierter, in der Vorstellung und Planung antizipierter zuk\u00fcnftiger Zustand, der zugleich Orientierung ist f\u00fcr die jeweils gegenw\u00e4rtigen Handlungen und Handlungsfolgen; auch ein als Folge historischer Entwicklungen und Entwicklungsprozesse angenommener oder erkannter zuk\u00fcnftiger Zustand, der ebenfalls zur Orientierung des Handelns gemacht werden kann.<\/p><\/blockquote>\n<p>Peter Addor hat mich bezugnehmend auf einen Kommentar, den ich zu seinem Post formulierte, aufmerksam gemacht, dass man nicht den Fehler begehen sollte, Ziel und Zweck zu verwechseln. Das m\u00f6chte ich zum Anlass nehmen, die Definition des Begriffes Zweck nachzuschieben. <\/p>\n<blockquote><p>Orientierung von Handlungen und Handlungsfolgen; im engeren Sinne das, was durch (bewussten) Einsatz bestimmter Mittel in Handlungen geplant und verfolgt wird, was dies als zweckm\u00e4\u00dfig bestimmt und durch diese erreicht wird.<\/p><\/blockquote>\n<p>Beide Definition, die von Ziel und die von Zweck, habe ich dem <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Meyers-Enzyklop%C3%A4disches-Lexikon-25-B%C3%A4nden\/dp\/3411012501\">Meyers enzyklop\u00e4dischen Lexikon<\/a> von 1979 entnommen.<\/p>\n<p>Ich mache die Erfahrung, das Ziel und Zweck im umgangssprachlichen Gebrauch nicht sauber getrennt werden. In der Griechischen Sprache werden Ziel und Zweck gleich mit &#8220;telos&#8221; \u00fcbersetzt. Ist das vielleicht auch ein Grund daf\u00fcr? Wohl nicht, denn im Englischen existieren unterschiedliche \u00dcbersetzungen, &#8220;Goal&#8221; oder &#8220;Objective&#8221; f\u00fcr Ziel und &#8220;Purpose&#8221; f\u00fcr Zweck. Die etymologische Betrachtung zeigt, dass Zweck von Zwecke kommt. Mit einer Zwecke wurde beim Armbrustschie\u00dfen das Ziel markiert. Ziel und Zweck geh\u00f6ren also schon irgendwie zusammen. Nur kann man diesen Zusammenhang noch deutlicher zeichnen? Ich werde dies an 2 Beispielen versuchen.<\/p>\n<p>Ich habe einen Gegenstand verloren. Diesen suchen zu wollen, ist nicht zwecklos, denn ich will den Gegenstand ja wieder haben. Die Suche ist aber in Abstufungen mehr oder weniger ziellos, je nachdem welche Informationen mir vorliegen, wo der Gegenstand ungef\u00e4hrt sein k\u00f6nnte. Die Suche kann dann zwecklos werden, wenn keine Aussicht auf Erfolg besteht, den Gegenstand zu finden. Hier kann man zwecklos dann mit sinnlos gleichsetzen. Nun noch das zweite Beispiel. Angenommen, Sie besitzen ein kleines Auto und bekommen mit Ihrer Frau oder Ihrem Mann ein Kind. Sie haben nun die freie Entscheidung, dass kleine Auto in Kauf zu nehmen oder f\u00fcr sich als Ziel auszuloben, ein gr\u00f6\u00dferes Auto aus Gr\u00fcnden des erh\u00f6hten Platzbedarfes k\u00e4uflich zu erwerben. Der Zweck w\u00e4re, dieses Auto dann zu benutzen.<\/p>\n<p><strong>Sind Ziele denn nun sinnlos?<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben jetzt eine Basis geschaffen, diese Frage zu beantworten. Aber der Reihe nach. Kann man das Setzen von Zielen mit dem <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?tag=planung\">Planen<\/a> gleich setzen? Nein. Vielleicht kennen Sie ja auch das Planungsparadoxon.<\/p>\n<blockquote><p>Je genauer voraussagbar die Zukunft ist \u2013 je st\u00e4rker sie determiniert ist \u2013 desto besser funktioniert Planung. Und. Je st\u00e4rker die Zukunft determiniert ist, desto weniger hat ein Unternehmen Einfluss auf sie, das heisst desto sinnloser ist die Planung.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wir wissen alle, dass die Zukunft eben nicht vorhersagbar ist. Das bedeutet aber nat\u00fcrlich nicht, dass wir irgendwie in die Welt hineinleben sollten. Die Schlussfolgerung, die wir daraus ziehen ist eben, dass Ziele sich \u00e4ndern k\u00f6nnen und in der Regel auch tun. Alleine durch get\u00e4tigte Handlungen erweitern wir unser Wissen und \u00e4ndern damit unter Umst\u00e4nden unsere Sichten und Meinungen, was wiederum Einfluss auf Ziele haben kann. <\/p>\n<p>Ziele sind Leitmotive f\u00fcr unser Handeln und haben in erster Linie nichts mit einer ungewissen Zukunft zu tun. Ohne Ziele h\u00e4tten wir keinen <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/index.php?s=%22freier+Wille%22\">Willen<\/a> zu agieren. Der Weg ein Ziel zu erreichen ist nicht im voraus zu definieren. Das resultiert aus der Zukunft, die nicht im voraus berechenbar ist. Leider wird dieser Fakt viel zu h\u00e4ufig vernachl\u00e4ssigt, in dem viel zu detailliert geplant wird. Dann hechelt man dem St\u00fcck Papier nach, auf dem der Plan steht. Man wird der Sklave seines eigen erstellten Planes und beraubt sich so der notwendigen Flexibilit\u00e4t. Es ist also essentiell Ziele definieren. Dann f\u00e4ngt man an, dieses Ziel erreichen zu wollen. W\u00e4hrend &#8220;des Erreichen wollens&#8221; der Ziele m\u00fcssen diese stetig validiert werden. Ziele m\u00fcssen zu einem jeweiligen Zeitpunkt stets konkret sein, was aber nicht hei\u00dfen soll, dass sie &#8220;in Stein gemei\u00dfelt&#8221; und damit in der Zukunft nicht \u00e4nderbar sein d\u00fcrfen. Ganz im Gegenteil.<\/p>\n<p>Ziele ben\u00f6tigt man, um \u00fcberhaupt erst einmal einen &#8220;ersten Schritt&#8221; gehen zu k\u00f6nnen. Dabei muss dieses Ziel auf der einen Seite konkret sein, sonst h\u00e4tte man keine ausreichende Grundlage f\u00fcr den ersten Schritt und w\u00fcrde in eine Starre verfallen. Das Ziel muss aber auch von Herzen gew\u00fcnscht sein, sonst w\u00fcrde man den &#8220;ersten Schritt&#8221; gar nicht gehen wollen. Ein Ziel ist also stets konkret. Die Frage bleibt, ob ein Ziel noch valide ist. Das gilt nur im Jetzt. Was danach ist wissen wir nicht. An dieser Stelle macht es keinen Sinn detailliert zu planen. Man weiss nicht, was nach dem &#8220;ersten Schritt&#8221; kommt. Man kennt das Ergebnis nicht, man weiss nicht ob das erwartete Ergebnis dem entspricht, was man angepeilt hat. Man weiss aber auch nicht, ob das erwartete und auch eingetretene Ergebnis jetzt noch zum Ziel f\u00fchrt. Man weiss ebenfalls nicht, ob das Ziel, welches zu dem &#8220;ersten Schritt&#8221; gef\u00fchrt \u00fcberhaupt hat noch valide ist. Ziele m\u00fcssen stets validiert werden, in der Regel gegen andere Ziele. Hier erkennt man die Kreiskausalit\u00e4t der Ziele untereinander. Man kann hier auch sehr gut die Begriffe Effektivit\u00e4t und Effizienz einflechten. Effektiv bin ich, wenn meine Ziele noch valide sind, sie sich also nicht gegenseitig konterkarieren (Die richtigen Dinge tun). Effizient bin ich, wenn mein Weg noch in Richtung Zielerf\u00fcllung zeigt (Die Dinge richtig tun). Beides ist notwendig: Die richtigen Dinge richtig tun. Dabei gilt das Wort &#8220;richtig&#8221; ausschlie\u00dflich im Jetzt und ist stets subjektiv. Es ist also abh\u00e4ngig von Raum und Zeit.<\/p>\n<p>Man sollte auch davon abgehen, Planen als ein Vorhersagen der Zukunft zu verstehen. Planen ist eher ein <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=407\">Gestalten der Zukunft<\/a>. Jeder einzelne Akteur hat mit seinen Handlungen Einfluss auf die Zukunft, er ist kein unbeteiligter Beobachter, der einmal in die &#8220;Glaskugel&#8221; schaut und sich dann zur\u00fccklegt und auf das wartet was kommt. <\/p>\n<p>Betrachten wir das Thema einmal von der anderen Seite. Wenn wir meinen keine Ziele zu ben\u00f6tigen, weil sie sich ja eh \u00e4ndern, k\u00f6nnen wir auch gleich aufh\u00f6ren Mahlzeit einzunehmen, denn wir bekommen ja sowieso wieder Hunger. Ihre Kinder k\u00f6nnten das Aufr\u00e4umen ihres Zimmers verweigern mit dem Vorwand, das es ja wieder unordentlich wird. Oder wir k\u00f6nnten gleich aufh\u00f6ren nach Gl\u00fcck im Leben zu suchen, da wir ja Alle sowieso irgendwann sterben werden. <\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ziele sind nicht umsonst, ganz im Gegenteil, sie sind das Lebenselexier unseres Handelns und damit unserer Entwicklung.<\/p>\n<span id=\"post-ratings-652\" class=\"post-ratings\" data-nonce=\"b7ea74d782\"><img decoding=\"async\" id=\"rating_652_1\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"1 Star\" title=\"1 Star\" onmouseover=\"current_rating(652, 1, '1 Star');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_652_2\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"2 Stars\" title=\"2 Stars\" onmouseover=\"current_rating(652, 2, '2 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_652_3\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"3 Stars\" title=\"3 Stars\" onmouseover=\"current_rating(652, 3, '3 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_652_4\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"4 Stars\" title=\"4 Stars\" onmouseover=\"current_rating(652, 4, '4 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_652_5\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"5 Stars\" title=\"5 Stars\" onmouseover=\"current_rating(652, 5, '5 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/> (<strong>3<\/strong> Bewertung(en), Durchschnitt: <strong>5.00<\/strong> von 5)<br \/><span class=\"post-ratings-text\" id=\"ratings_652_text\"><\/span><\/span><span id=\"post-ratings-652-loading\" class=\"post-ratings-loading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/loading.gif\" width=\"16\" height=\"16\" class=\"post-ratings-image\" \/>Loading...<\/span>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einigen Wochen wurde ich durch einen Post mit dem Titel Sind wir zielgeil von Peter Addor in seinem Blog zu Komplexit\u00e4tsmanagement zum Nachdenken angeregt. 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