{"id":622,"date":"2011-09-02T18:03:13","date_gmt":"2011-09-02T17:03:13","guid":{"rendered":"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=622"},"modified":"2012-11-28T07:23:25","modified_gmt":"2012-11-28T06:23:25","slug":"fehler-erwunscht-die-basis-fur-verantwortungsnehmende-mitarbeiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=622","title":{"rendered":"Fehler, das Blut verantwortungsnehmender Mitarbeiter?"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Wir ben\u00f6tigen verantwortungsvoll agierende Menschen im Unternehmen.&#8221; Ein sch\u00f6ner Satz, den ich sehr oft h\u00f6re. Ich stimme diesem Satz auch ohne Frage zu, damit ein Unternehmen langfristig Erfolg haben kann. Aber wissen die Sender dieser S\u00e4tze eigentlich was dieser Satz impliziert, sprich, was sie daf\u00fcr tun m\u00fcssen, damit dieser Wunsch in Erf\u00fcllung geht? Ich behaupte: Selten. Warum? Weil sie die im Titel gestellte Frage mit &#8220;Nein&#8221; beantworten.<\/p>\n<p>Damit ein Mensch verantwortungsvoll agiert, muss er die Verantwortung f\u00fcr seine Handlungen nehmen. Grunds\u00e4tzlich \u00fcbernehmen Menschen ausschlie\u00dflich f\u00fcr &#8220;etwas&#8221; Verantwortung, wenn sie dieses &#8220;etwas&#8221; auch m\u00f6gen. Sie m\u00fcssen daf\u00fcr brennen, mit Herz und Leidenschaft dabei sein. Denn Verantwortung nehmen bedeutet nicht nur im Erfolgsfall f\u00fcr die Sache einzustehen, sondern auch im Misserfolgsfall. Und w\u00fcrden Sie f\u00fcr eine Sache &#8220;gerade stehen wollen&#8221;, wenn Sie diese eigentlich gar nicht gewollt haben? Ich nicht. Menschen m\u00f6gen in der Regel das, was ihnen Sicherheit verschafft, und das ist das was sie kennen und k\u00f6nnen. Da f\u00fchlen Sie sich wohl, da sie wissen was auf sie zukommt. Gerade aber in Ver\u00e4nderungsprozessen eines Unternehmens, nimmt man betroffenen Menschen, das was sie kennen und k\u00f6nnen. Ergo bedeutet das, dass Menschen keine Ver\u00e4nderungen m\u00f6gen. Ver\u00e4nderungen passieren aber nicht nur in so genannten Change Projekten eines Unternehmens, sondern viel schneller als Change Projekte initiiert werden k\u00f6nnen, da ein Unternehmen sich stets auf die neuen Verh\u00e4ltnisse des Marktes anpassen muss. Der Markt \u00e4ndert sich auf Grund der h\u00f6her gewordenen Vernetzung der Welt frequentierter als noch zu fr\u00fcheren Zeiten. <\/p>\n<p>Daher ist es aus meiner Sicht auch ein Irrwitz, wenn ein Unternehmen glaubt, ein Change Projekt etablieren zu m\u00fcssen, um Ver\u00e4nderungen herbei zu f\u00fchren. Damit wird das ganze Vorhaben bereits mit dieser Idee ad absurdum gef\u00fchrt. Das kann man auch daran sehen, dass so viele Change Projekte zu einem Missprojekt mutieren. Ein Ausloben eines Change Projektes schafft noch lange kein \u00dcbernehmen von Verantwortung bei den Mitarbeitern, insbesondere nicht bei den Betroffenen. Der Projektleiter wird es schon verstehen, sich und seinem Team die Verantwortung \u00fcberzust\u00fclpen. Glauben Sie daran? Ich nicht. Wir sagen uns ja auch nicht jeden Tag neu, dass wir essen und trinken m\u00fcssen und planen daf\u00fcr im gro\u00dfen Stil Freir\u00e4ume ein und inszenieren dann die Handlungen, die daf\u00fcr notwendig sind. Wir tun es einfach. Genauso selbstverst\u00e4ndlich muss mit Ver\u00e4nderungen in Unternehmen umgegangen werden.<\/p>\n<p>Aber wo liegt der Haken, der genau dieses Selbstverst\u00e4ndnis verhindert? Schaut man sich die oben angef\u00fchrte Argumentationskette an, dann \u00fcbernimmt Niemand Verantwortung f\u00fcr Ver\u00e4nderungen und damit f\u00fcr den Fortbestand eines Unternehmens.<\/p>\n<ul>\n<li>Menschen \u00fcbernehmen nur f\u00fcr etwas Verantwortung was sie m\u00f6gen.<\/li>\n<li>Menschen m\u00f6gen in der Regel das was sie kennen und k\u00f6nnen, da es ihnen Sicherheit vermittelt.<\/li>\n<li>Bei Ver\u00e4nderungen nimmt man Menschen das was sie kennen und k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Menschen m\u00f6gen keine Ver\u00e4nderungen, nehmen daf\u00fcr also auch nicht die Verantwortung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wo kann man nun eingreifen, um eine Basis zu schaffen, die das Nehmen von Verantwortung vermittelt? Menschen m\u00fcssen etwas m\u00f6gen, auch wenn es f\u00fcr sie Unsicherheit impliziert. Wie bekommt man das hin? Ein m\u00f6glicher Weg ist das Institutionalisieren einer Fehlerkultur im Unternehmen. Dazu m\u00f6chte ich ein Zitat von <strong><em>Jochen Kienbaum<\/em><\/strong>, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Kienbaum Consultants International, anbringen.<\/p>\n<blockquote><p>Es ist fatal, wenn sich in einem Unternehmen eine Kultur entwickelt, in der aus Angst vor Fehlern niemand mehr progressiv handelt. Fehler zu machen bedeutet, etwas Neues zu versuchen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Es geht also um das Kultuvieren von Fehlern in Unternehmen. Auf dieser <a href=\"http:\/\/www.stil.de\/themenschwerpunkt\/mit-fehlern-umgehen.htm\">Seite im Netz<\/a> habe ich die S\u00e4ulen einer funktionierenden Fehlerkultur in Unternehmen entdeckt. Das folgende Bild stellt diese S\u00e4ulen dar.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Fehlerkultur.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Fehlerkultur.png\" alt=\"\" title=\"Fehlerkultur\" width=\"2280\" height=\"280\" class=\"alignnone size-full wp-image-623\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die S\u00e4ulen beinhalten folgende Verhaltensweisen, die in die K\u00f6pfe aller Mitarbeiter eines Unternehmens transportiert werden m\u00fcssen, so dass diese wie selbstverst\u00e4ndlich in die Tat umgesetzt werden.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Gut statt perfekt sein:<\/strong> Niemand ist und wird jemals perfekt sein. Fehler sind menschlich.<\/li>\n<li><strong>Keine Angst vor Fehler haben:<\/strong> Mut zum kalkulierten Risiko haben, um Neues zu schaffen.<\/li>\n<li><strong>Schnelle Schadensbegrenzung betreiben:<\/strong> Den Mut haben rechtzeitig die Rei\u00dfleine zu ziehen.<\/li>\n<li><strong>Mit Ehrlichkeit entwaffnen:<\/strong> Mit eigenen Fehlern offensiv umgehen und damit Andere zu der selben Vorgehensweise animieren.<\/li>\n<li><strong>L\u00f6sungen statt Schuldige suchen:<\/strong> Da f\u00e4llt mir ein Interview mit J\u00fcrgen Klopp, dem Trainer von Borussia Dortmund, ein, in dem er sinngem\u00e4\u00df sagt, dass es f\u00fcr ihn nicht so schlimm ist, wenn einer seiner Spieler den Ball verliert. Er wird nur wahnsinnig, wenn nicht mindestens 2-3 seiner Spieler danach den Ball unmittelbar zur\u00fcck erobern wollen.<\/li>\n<li><strong>Jeden Fehler nur einmal machen:<\/strong> Zwischen vermeidbaren und unvermeidbaren Fehlern unterscheiden und aus Fehlern lernen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Verhaltensweise wird nat\u00fcrlich nicht von Heute-auf-Morgen zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit, gerade in Unternehmen, in denen Fehler totgeschwiegen werden m\u00fcssen, weil die Mitarbeiter das Gef\u00fchl haben, keine Fehler machen zu d\u00fcrfen. Jedoch, nur weil ein Manager seinen Mitarbeitern verbietet, Fehler zu machen, passieren trotzdem Fehler. Fehler sind grunds\u00e4tzlich nicht vermeidbar, gerade bei kreativ arbeitenden Menschen. Haben Mitarbeiter das Gef\u00fchl keine Fehler machen zu d\u00fcrfen, verschweigen sie diese, was gr\u00f6\u00dfere negative Folgen nach sich zieht, als wenn diese offen angesprochen werden d\u00fcrfen, da man so die Basis f\u00fcr eine schnelle Fehlerbehebung legt. Fehler m\u00fcssen aber unterschieden werden nach &#8220;vermeidbar&#8221; und &#8220;unvermeidbar&#8221;. Diese Unterscheidung kann man aber nur dann treffen, wenn offen mit Fehlern umgegangen wird, da man sie dann ganz offiziell analysieren kann. Des Weiteren sind Fehler die Basis f\u00fcr den Lernprozess. Werden Fehler als grunds\u00e4tzlich negativ gesehen, verhindert man den Lernprozess im Unternehmen.<\/p>\n<p>Was damit erzeugt wird, ist offensichtlich. Mitarbeiter ziehen sich komplett auf definierte Prozesse zur\u00fcck und befolgen diese blind. Dabei ist nicht das Ziel im Fokus, welches mit Handlungen erreicht werden soll, sondern einzig und allein das Einhalten der Prozesse. Die Verantwortung wird abgegeben an das St\u00fcck Papier, auf dem der Prozess geschrieben steht.<\/p>\n<p>Geben Sie ihren Mitarbeitern das Ziel, Fehler zu machen. Es geht nat\u00fcrlich in erster Linie nicht darum Fehler zu machen, sondern darum, Fehler zu legitimieren. Mitarbeitern muss glaubhaft das Gef\u00fchl vermittelt werden, dass sie Fehler machen d\u00fcrfen. Denn nur wenn man mit einem solchen Gef\u00fchl an die Arbeit geht, lassen sich wahrlich gro\u00dfe Leistungen vollbringen, da nur dann Mitarbeiter Verantwortung f\u00fcr schwierige Situationen und Fragestellungen \u00fcbernehmen.<\/p>\n<span id=\"post-ratings-622\" class=\"post-ratings\" data-nonce=\"740cdaa2a1\"><img decoding=\"async\" id=\"rating_622_1\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"1 Star\" title=\"1 Star\" onmouseover=\"current_rating(622, 1, '1 Star');\" onmouseout=\"ratings_off(4, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_622_2\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"2 Stars\" title=\"2 Stars\" onmouseover=\"current_rating(622, 2, '2 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_622_3\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"3 Stars\" title=\"3 Stars\" onmouseover=\"current_rating(622, 3, '3 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_622_4\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"4 Stars\" title=\"4 Stars\" onmouseover=\"current_rating(622, 4, '4 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_622_5\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_off.gif\" alt=\"5 Stars\" title=\"5 Stars\" onmouseover=\"current_rating(622, 5, '5 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/> (<strong>4<\/strong> Bewertung(en), Durchschnitt: <strong>4.00<\/strong> von 5)<br \/><span class=\"post-ratings-text\" id=\"ratings_622_text\"><\/span><\/span><span id=\"post-ratings-622-loading\" class=\"post-ratings-loading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/loading.gif\" width=\"16\" height=\"16\" class=\"post-ratings-image\" \/>Loading...<\/span>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Wir ben\u00f6tigen verantwortungsvoll agierende Menschen im Unternehmen.&#8221; Ein sch\u00f6ner Satz, den ich sehr oft h\u00f6re. 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