{"id":529,"date":"2011-06-21T12:31:37","date_gmt":"2011-06-21T11:31:37","guid":{"rendered":"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=529"},"modified":"2012-11-28T07:26:13","modified_gmt":"2012-11-28T06:26:13","slug":"renditemaximierung-der-realwirtschaft-antwort-auf-den-zinsstress-mit-negativen-implikationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=529","title":{"rendered":"Renditemaximierung der Realwirtschaft: Antwort auf den Zinsstress mit negativen Implikationen"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe bereits oft geschrieben, dass die Realwirtschaft einem Zinsstress der Finanzwirtschaft ausgesetzt ist, da man im Kapitalismus monet\u00e4r betrachtet, stets mehr zur\u00fcckgeben muss als man bekommt. Die Finanzwirtschaft w\u00e4chst durch den Zinseszins exponentiell. Die Wachstumsrate der Realwirtschaft muss der Kapitalzinsrate der Finanzwirtschaft Stand halten, was unm\u00f6glich ist und negative Folgen nach sich zieht. Details zu den Zusammenh\u00e4ngen und zu den Folgen k\u00f6nnen Sie in meinem Post <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=329\">Wir schaffen unsere Finanzkrisen durch das Zinsparadigma selber<\/a> nachlesen.<\/p>\n<p>Da die Realwirtschaft dem Zinsstress systemisch bedingt Stand halten muss, m\u00fcssen neue Ziele in der Realwirtschaft ausgelobt werden. Es reicht nicht mehr aus, sich nur auf die Maximierung des Gewinns als absolute Gr\u00f6\u00dfe auszurichten, sondern es muss auf das Verh\u00e4ltnis von beispielsweise Gewinn zu Kosten abgezielt werden. Es geht also um relative Zielgr\u00f6\u00dfen, denn der Gewinn muss stets schneller steigen als die Kosten. Man erkennt leicht, dass beispielsweise der Gewinn steigen kann, aber die Profitrate f\u00e4llt, da die Kosten st\u00e4rker steigen als eben der Gewinn. Durch diese Sicht auf die Rendite dr\u00fcckt sich die Kapitalverzinsung aus. Denn der Zinseszinseffekt muss systemisch bedingt in der Realwirtschaft nachempfunden werden. Die Unternehmen m\u00fcssen immer kosteng\u00fcnstiger den gleichen, besser mehr, Gewinn erwirtschaften, quasi so wie sich Geld in der Finanzwirtschaft auch von alleine durch den Zinseszins vermehrt.<\/p>\n<p><strong>Was bedeutet aber diese neue Sicht auf die Kennzahl Rendite f\u00fcr die Unternehmen?<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Renditemaximierung1.pdf\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Renditemaximierung-150x150.png\" alt=\"\" title=\"Renditemaximierung\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-531\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dazu m\u00f6chte ich ein wenig Mathematik betreiben. Mehr als 1. und 2. Ableitung wird aber nicht von N\u00f6ten sein, um die Zusammenh\u00e4nge zu analysieren. Im neben stehenden Dokument finden Sie mathematische Betrachtungen zur Maximierung des Gewinns als Beispiel f\u00fcr eine absolute Zielgr\u00f6\u00dfe und zur Maximierung der Profitrate als Beispiel einer relativen Zielgr\u00f6\u00dfe. Bei der Umorientierung der Unternehmen auf Profitrate verlieren die Unternehmen die Sicht auf den Markt, also auf die Wettbewerber und die Kunden. Um die Profitrate zu maximieren, reicht es vollkommen aus die Durchschnittskosten zu minimieren. Das erkennen Sie an den Formeln (13) und (15) im angeh\u00e4ngten Dokument. Bei der Sicht auf die Gewinnmaximierung war das noch anders. Bei dieser Betrachtung spielte der Preis, den das Unternehmen f\u00fcr die produzierten Waren bekommt, eine entscheidende Rolle (Formel (5)). <\/p>\n<p><strong>Welche Schlussfolgerungen k\u00f6nnen wir ziehen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte zwei Schlussfolgerungen andeuten. Die eine Schlussfolgerung zielt auf die Kundensicht der Unternehmen ab. Wie oben bereits angedeutet, negiert ein Unternehmen bei der Fokussierung auf die Profitrate die Sicht nach au\u00dfen. Das Unternehmen ist ausschlie\u00dflich mit sich selbst besch\u00e4ftigt. Aus systemischer Sicht verliert das Unternehmen den Markt als Teil seiner selbst. Es geht einzig und allein um Kostenminimierung. Wenn Sie Mitarbeiter dieses Unternehmens sind, werden Sie das an immer wieder kehrenden Kostensenkungsprogrammen erleiden m\u00fcssen. Wenn Sie Kunde dieses Unternehmens sind, nehmen Sie das an unzureichenden Serviceleistungen wahr. Einzig und allein als Shareholder sind Sie f\u00fcr das Unternehmen von Interesse, nicht mehr als Stakeholder. Wenn Sie an der B\u00f6rse Wertpapiere handeln, verst\u00e4rken Sie diese Sicht der Unternehmen sogar noch. Auch Kundenfokussierungen beispielsweise im Rahmen von Balanced Scorecards in Unternehmen sind reine Lippenbekenntnisse.<\/p>\n<p>Die zweite Schlussfolgerung dreht sich um die Kurzsichtigkeit der Unternehmen. Je h\u00f6her die Taktrate des Geldumlaufes ist, desto h\u00f6her f\u00e4llt die Rendite aus. Das ist ein Effekt der Verzinsung, den ich in meinem Artikel <a href=\"http:\/\/conny-dethloff.de\/mediapool\/78\/781999\/data\/Diskrete_und_Kontinuierliche_Modellierung.pdf\">Diskrete und Kontinuierliche Modellierung<\/a> gezeigt habe. Eine Maximierung der Profitrate, als Beispiel einer relativen Zielgr\u00f6\u00dfe, f\u00fchrt also zu einer Beschleunigung des Kapitalumlaufes in Unternehmen. Das bedeutet, dass sich Investitionen immer schneller rentieren m\u00fcssen. Erfolge in Projekten m\u00fcssen immer schneller realisiert werden, damit diese nicht abgebrochen werden. Der Fokus wird hier auf Zeit gesetzt und das zu Ungunsten von Qualit\u00e4t. Dabei werden die Kosten durch Outsourcing ausgelagert. Projekte werden mit aller Macht mit Global Delivery &#8220;durchgepr\u00fcgelt&#8221;. Wie gesagt, entscheidend ist, dass die Kosten gesenkt werden. Mit der Qualit\u00e4t wird es schon irgendwie passen. Der Kunde wird es schon verstehen. Aber das hatten wir ja eben schon.<\/p>\n<blockquote><p>Fazit: An diesem doch recht einfachen Beispiel kann man sehr sch\u00f6n erkennen, wie verheerend es sein kann, nach Kennzahlen, deren ganzheitlichen Auswirkungen scheinbar verborgen sind, zu steuern. Des Weiteren lassen sich sehr eindrucksvoll die kybernetischen Beziehungen zwischen Finanz- und Realwirtschaft spiegeln, wo die negativen Auswirkungen selbst in die privaten Haushalte hineinsprie\u00dfen und die dort sogar noch durch Unbedarftheit und Unwissenheit verst\u00e4rkt werden.<\/p><\/blockquote>\n<span id=\"post-ratings-529\" class=\"post-ratings\" data-nonce=\"145fc756a5\"><img decoding=\"async\" id=\"rating_529_1\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"1 Star\" title=\"1 Star\" onmouseover=\"current_rating(529, 1, '1 Star');\" onmouseout=\"ratings_off(4.2, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_529_2\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"2 Stars\" title=\"2 Stars\" onmouseover=\"current_rating(529, 2, '2 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.2, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_529_3\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"3 Stars\" title=\"3 Stars\" onmouseover=\"current_rating(529, 3, '3 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.2, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_529_4\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"4 Stars\" title=\"4 Stars\" onmouseover=\"current_rating(529, 4, '4 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.2, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_529_5\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_off.gif\" alt=\"5 Stars\" title=\"5 Stars\" onmouseover=\"current_rating(529, 5, '5 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.2, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/> (<strong>5<\/strong> Bewertung(en), Durchschnitt: <strong>4.20<\/strong> von 5)<br \/><span class=\"post-ratings-text\" id=\"ratings_529_text\"><\/span><\/span><span id=\"post-ratings-529-loading\" class=\"post-ratings-loading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/loading.gif\" width=\"16\" height=\"16\" class=\"post-ratings-image\" \/>Loading...<\/span>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe bereits oft geschrieben, dass die Realwirtschaft einem Zinsstress der Finanzwirtschaft ausgesetzt ist, da man im Kapitalismus monet\u00e4r betrachtet, stets mehr zur\u00fcckgeben muss als man bekommt. 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