{"id":419,"date":"2011-03-23T11:29:56","date_gmt":"2011-03-23T10:29:56","guid":{"rendered":"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=419"},"modified":"2012-11-28T07:31:16","modified_gmt":"2012-11-28T06:31:16","slug":"die-kopernikanische-wende-im-management-von-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=419","title":{"rendered":"Die Kopernikanische Wende im Management von Unternehmen"},"content":{"rendered":"<p>Hat die Kopernikanische Wende irgendetwas mit Kopernikus zu tun? Ja. Aber was hat Kopernikus mit Management von Unternehmen zu tun? Nichts. Aha, warum dann der Titel? So in etwa (nat\u00fcrlich in verk\u00fcrzter Form) lief vor geraumer Zeit ein Gespr\u00e4ch ab, welches ich im Rahmen einer Diskussion \u00fcber Unternehmensf\u00fchrung f\u00fchrte. Meine Sichtweise zu den Fragen m\u00f6chte ich an dieser Stelle gerne preisgeben.<\/p>\n<p><strong><em>Kopernikus<\/em><\/strong> hat im Jahre 1543 das Selbstwertgef\u00fchl der Menschen zu tiefst ersch\u00fcttert, als er die Vermutung aufstellte, dass nicht die Erde sondern die Sonne Mittelpunkt unseres Universums ist und die Erde sich um die Sonne dreht anstatt vice versa. <strong><em>Immanuel Kant<\/em><\/strong> polierte dieses Selbstwertgef\u00fchl wieder ein wenig auf, in dem er der Erkenntnistheorie ein neues Antlitz verpasste. Im Jahre 1781 formulierte er n\u00e4mlich die These, dass der Mensch sich seine Umwelt durch Wahrnehmung und Kognition konstruiert. Der Mensch r\u00fcckte also wieder in den Mittelpunkt des Interesses, mit all den dazugeh\u00f6rigen Konsequenzen der Eigenverantwortung f\u00fcr Beobachtung und daraus ergebenen Handlungen. Diesen Aspekt habe ich ausf\u00fchrlich in meinem Artikel <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=279\">Kant f\u00fcr Manager<\/a> beschrieben.<\/p>\n<p>Soweit so gut. Aber was hat all das mit Management und F\u00fchrung von Unternehmen zu tun? Beide Entdeckungen oder Erfindungen, wie die Konstruktivisten zu sagen pflegen, haben verwurzelte Paradigmen umgesto\u00dfen, die so tief mit der Identit\u00e4t der Menschen verbunden waren, dass das Negieren der Paradigmen gleichbedeutend mit einer Verleugnung der eigenen Identit\u00e4t darstellte. Das war auch der Grund, warum diese neuen Erkenntnisse argw\u00f6hnisch, und das ist noch gelinde ausgedr\u00fcckt, von den Mitmenschen der jeweiligen Zeit betrachtet wurden. Ich bin felsenfest davon \u00fcberzeugt, dass uns ein \u00e4hnlicher Umschwung im Management und F\u00fchren von Unternehmen bevorstehen muss. Das begr\u00fcndet den gew\u00e4hlten Titel.<\/p>\n<p>Den folgenden <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Die-Kopernikanische-Wende-im-Management.pdf\">Foliensatz<\/a> habe ich im Rahmen einer Veranstaltung erstellt, in welcher es um Komplexit\u00e4t in der Wirtschaft ging. Auf diesen Folien gehe ich detailliert darauf ein, warum Komplexit\u00e4t nicht als Feind, sondern als Freund der Unternehmenslenker betrachtet werden muss. Denn wie w\u00fcrden Sie auf einen Arzt reagieren, der behauptet, dass Lebendigkeit das gr\u00f6\u00dfte Problem der Medizin ist? Des Weiteren stelle ich unterschiedliche Facetten der Komplexit\u00e4t dar. Da gibt es zum Beispiel die Unterscheidung zwischen Eigen- und Fremdkomplexit\u00e4t, wo es darum geht, das Gesetz der erforderlichen Variet\u00e4t von <strong><em>William Ross Ashby<\/em><\/strong> auf das Management zu adaptieren. Das hat dann enorme Auswirkungen auf Simplifizierungsaktionen von Prozessen oder Produkten in und von Unternehmen. Komplexit\u00e4t l\u00e4sst sich aber auch in bezahlte und nicht bezahlte Komplexit\u00e4t unterscheiden. Ein prominentes Praxisbeispiel f\u00e4llt mir dazu ein: der Vergleich zwischen Nokia und Apple im Handy-Segment. Apple ist der Mix zwischen Komplexit\u00e4tsreduktion und -produktion sehr gut gelungen, im Gegensatz zu Nokia. Apple hat genau ein Handy-Modell, welches einen rasenden Absatzmarkt gefunden hat. Nokia hat ganz viele Modelle, die sich sehr schleppend verkaufen lassen. Das bedeutet, dass Apple weniger f\u00fcr interne Prozesse aufwenden muss. Dadurch wird die Komplexit\u00e4t minimiert, die letztendlich der Kunde auch noch bezahlt. Nokia hat einen gr\u00f6\u00dferen Aufwand, um die Produktion und den Verkauf der vielen Modelle zu stemmen, die der Kunde aber nicht bezahlt.<\/p>\n<p>Zieht man Erkenntnisse aus Systemtheorie und Kybernetik zu Rate und reflektiert diese auf das F\u00fchren von Unternehmen kommt man nicht umhin, die Notwendigkeit einer tiefgehenden Wende im Management zu erkennen. Allerdings ben\u00f6tigt man Mut und Beharrlichkeit sich gegen die Masse der Linear- und Kurzfristmanager zu behaupten, f\u00fcr die das direkte Steuern und Managen von Unternehmen durch Kontrolle noch immer das Nonplusultra ist und Unsicherheit bzw. Unvorhersagbarkeit ein Konstrukt darstellt, welches durch ausreichend komplizierte mathematische Algorithmen zu \u00fcberlisten ist.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche uns eben genau diesen Mut und diese Beharrlichkeit.<\/p>\n<span id=\"post-ratings-419\" class=\"post-ratings\" data-nonce=\"6054e3d3ea\"><img decoding=\"async\" id=\"rating_419_1\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"1 Star\" title=\"1 Star\" onmouseover=\"current_rating(419, 1, '1 Star');\" onmouseout=\"ratings_off(4.3, 5, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_419_2\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"2 Stars\" title=\"2 Stars\" onmouseover=\"current_rating(419, 2, '2 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.3, 5, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_419_3\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"3 Stars\" title=\"3 Stars\" onmouseover=\"current_rating(419, 3, '3 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.3, 5, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_419_4\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"4 Stars\" title=\"4 Stars\" onmouseover=\"current_rating(419, 4, '4 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.3, 5, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_419_5\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_half.gif\" alt=\"5 Stars\" title=\"5 Stars\" onmouseover=\"current_rating(419, 5, '5 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.3, 5, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/> (<strong>4<\/strong> Bewertung(en), Durchschnitt: <strong>4.25<\/strong> von 5)<br \/><span class=\"post-ratings-text\" id=\"ratings_419_text\"><\/span><\/span><span id=\"post-ratings-419-loading\" class=\"post-ratings-loading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/loading.gif\" width=\"16\" height=\"16\" class=\"post-ratings-image\" \/>Loading...<\/span>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hat die Kopernikanische Wende irgendetwas mit Kopernikus zu tun? 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