{"id":407,"date":"2011-03-08T17:32:29","date_gmt":"2011-03-08T16:32:29","guid":{"rendered":"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=407"},"modified":"2012-11-28T07:32:36","modified_gmt":"2012-11-28T06:32:36","slug":"eine-anderung-der-geistigen-haltung-zur-planung-ist-unabdingbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=407","title":{"rendered":"Eine \u00c4nderung der geistigen Haltung zur Planung ist unabdingbar"},"content":{"rendered":"<p>H\u00e4ufig beobachte ich, dass Pl\u00e4ne, egal welcher Art (Projektpl\u00e4ne, Businesspl\u00e4ne, &#8230;), mit falschen Pr\u00e4missen erstellt und verfolgt werden. Es werden teilweise sehr detaillierte Aktivit\u00e4tenpl\u00e4ne erstellt, die dann \u00fcber ein Mikro-Management gesteuert werden. Damit nimmt man sich die Flexibilit\u00e4t der Anpassung, wenn sich Rahmenbedingungen ge\u00e4ndert haben. Sehr h\u00e4ufig geht bei diesem Prozess aber auch das Commitment der Beteiligten verloren, die meist fr\u00fchzeitig Diskrepanzen bzgl. soll und Ist erkennen, da sie an der Basis agieren, aber nicht erh\u00f6rt werden.<\/p>\n<p>In der Vergangenheit habe ich mir sehr h\u00e4ufig Gedanken rund um das oben beschriebene Ph\u00e4nomen gemacht. Unweigerlich kam ich da zu folgenden Fragen, die mir halfen, die Thematik tiefgr\u00fcndiger zu beleuchten und somit bestehende Paradigmen abzustreifen.   <\/p>\n<ul>\n<li> Welchen Mehrwert soll Planung liefern?<\/li>\n<li> Welche Bedeutung legen wir in die Planung hinein?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zur Beleuchtung dieser Fragen m\u00f6chte ich auf zwei unterschiedliche Mentalit\u00e4ten eingehen, um letztendlich eine der Beiden f\u00fcr die Planung zu favorisieren.  <\/p>\n<p>Die erste besagt, dass die Zukunft vorhersagbar, also determiniert ist. Das w\u00fcrde bedeuten, dass alle Menschen bei Geburt bereits eine bestimmte nicht durch sie selbst beeinflussbare Lebensbahn &#8220;aufgedr\u00fcckt bekommen&#8221;. Man stellt sich die Frage: &#8220;Was passiert zum Zeitpunkt x in der Zukunft? Dabei wird vorausgesetzt, dass es nur genau eine Zukunft geben kann. Diese Haltung ist meines Erachtens bei den heute vorzufindenden Planungsprozessen vorherrschend. Allerdings ignoriert man dabei folgendes Planungsparadigma:<\/p>\n<ul>\n<li> Je genauer voraussagbar die Zukunft ist \u2013 je st\u00e4rker sie determiniert ist \u2013 desto besser funktioniert Planung.<\/li>\n<li> Je st\u00e4rker die Zukunft determiniert ist, desto weniger hat ein Unternehmen Einfluss auf sie, das heisst desto sinnloser ist die Planung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das bedeutet, f\u00fchrt man Planung mit der geistigen Haltung der Zukunftsvorhersage durch, kann man sie sich definitiv sparen, da sie keinen Mehrwert liefert.<\/p>\n<p>Bei der Analyse der zweiten Mentalit\u00e4t hat mich <strong><em>Peter Bieri<\/em><\/strong> mit seinem Werk <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Das-Handwerk-Freiheit-Entdeckung-eigenen\/dp\/3596156475\/ref=sr_1_1?s=books&#038;ie=UTF8&#038;qid=1299578146&#038;sr=1-1\">Das Handwerk der Freiheit: \u00dcber die Entdeckung des eigenen Willens<\/a> inspiriert. Bieri validiert den freien Willen unter anderem anhand erkenntnistheoretischer Auspr\u00e4gungen wie W\u00fcnschen, Wollen und Handeln. Die drei Auspr\u00e4gungen bedingen sich gegenseitig. Um zu handeln, muss ich erst wollen und um zu wollen muss ich mir vorher etwas gew\u00fcnscht haben. Ein Mensch kann viele W\u00fcnsche haben. Auf Basis seiner F\u00e4higkeiten und seines Wissens, aber auch auf Basis gegebener \u00e4u\u00dferer Rahmenbedingungen, validert er seine W\u00fcnsche auf Umsetzbarkeit. Nur W\u00fcnsche, die umsetzbar sind, k\u00f6nnen sinnvoll auch gewollt werden. An dieser Stelle wird unsere Sprache zu leichtfertig eingesetzt. Ich t\u00e4tige sehr h\u00e4ufig den Spruch: &#8220;Ich will, dass der FC Bayern M\u00fcnchen dieses Spiel gewinnt.&#8221; Allerdings kann ich das garnicht wollen k\u00f6nnen, sondern es mir allerh\u00f6chstens w\u00fcnschen. Ich habe n\u00e4mlich keinen Einfluss darauf. Nat\u00fcrlich kommt es auch vor, dass man seine F\u00e4higkeiten und die externen Rahmenbedingungen \u00fcber- oder untersch\u00e4tzt und damit zu einer falschen Validierung seiner W\u00fcnsche kommt. Das merkt man dann im Rahmen der Handlungen, so dass man w\u00e4hrend dieser das Wollen und die Handlungen anpassen muss. Denn, das was man will, will man auch umsetzen. Bei diesem Mindset geht man von vielen m\u00f6glichen Zuk\u00fcnften aus. Man stellt sich die Frage: &#8220;Was will ich zu einem bestimmten Zeitpunkt x in der Zukunft erreicht haben?&#8221; <\/p>\n<p>Welche Auswirkungen hat der zweite Mindset f\u00fcr das F\u00fchren von Unternehmen? Als Basis f\u00fcr den Unternehmenserfolg muss erst einmal sichergestellt werden, dass jeder Mitarbeiter eines Unternehmens die selbe Sprache spricht und die gleichen Ziele verfolgt. Daf\u00fcr ist ein Plan auch unerl\u00e4sslich. Nur muss auch sichergestellt sein, das jeder Mitarbeiter sich mit diesen Zielen auch identifizieren kann, sich diese quasi w\u00fcnscht, als Basis daf\u00fcr das er diese will. Denn nur wenn man will, wird man auch in diesem Sinne handeln. Sonst handelt man nicht und das hat einen negativen Einfluss auf das zu erreichende Ziel. Viele Managementmethoden vernachl\u00e4ssigen aber eben genau diesen Fakt. Des Weiteren m\u00fcssen Strategien, Visionen und Pl\u00e4ne angepasst werden, wenn man in den regelm\u00e4\u00dfigen Validerungsprozessen seine Erkenntnisse \u00fcber die eigenen Fertigkeiten und Skills sowie \u00fcber die externen Rahmenbedingungen, wie Kunde oder Markt revidiert und damit auch das &#8220;Wollen&#8221; und damit die Handlungen anpassen muss. Es m\u00fcssen also entsprechende Reflektionsmechanismen und -prozesse im Unternehmen etabliert sein.<\/p>\n<blockquote><p>Man muss aus meiner Sicht die Planung im Rahmen der Unternehmensf\u00fchrung eher aus der &#8220;Ich will &#8230;&#8221; Perspektive betrachten und sich daf\u00fcr Aktivit\u00e4tenpl\u00e4ne anfertigen, um diesen Willen zu befriedigen. Nur leider werden Pl\u00e4ne noch zu h\u00e4ufig als eine Vorhersage der Zukunft angesehen.<\/p><\/blockquote>\n<span id=\"post-ratings-407\" class=\"post-ratings\" data-nonce=\"55eb5dcf4a\"><img decoding=\"async\" id=\"rating_407_1\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_off.gif\" alt=\"1 Star\" title=\"1 Star\" onmouseover=\"current_rating(407, 1, '1 Star');\" onmouseout=\"ratings_off(0, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_407_2\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_off.gif\" alt=\"2 Stars\" title=\"2 Stars\" onmouseover=\"current_rating(407, 2, '2 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(0, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_407_3\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_off.gif\" alt=\"3 Stars\" title=\"3 Stars\" onmouseover=\"current_rating(407, 3, '3 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(0, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_407_4\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_off.gif\" alt=\"4 Stars\" title=\"4 Stars\" onmouseover=\"current_rating(407, 4, '4 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(0, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_407_5\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_off.gif\" alt=\"5 Stars\" title=\"5 Stars\" onmouseover=\"current_rating(407, 5, '5 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(0, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/> (Keine Bewertungen bislang. 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