{"id":374,"date":"2011-02-18T12:19:05","date_gmt":"2011-02-18T11:19:05","guid":{"rendered":"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=374"},"modified":"2012-11-28T07:33:30","modified_gmt":"2012-11-28T06:33:30","slug":"wir-lernen-bereits-in-der-pubertat-mit-dem-wandel-falsch-umzugehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=374","title":{"rendered":"Wir lernen bereits in der Pubert\u00e4t mit dem Wandel falsch umzugehen"},"content":{"rendered":"<p>Die These im Titel h\u00f6rt sich vielleicht f\u00fcr einige Leser etwas eigenartig an. Ich m\u00f6chte in den folgenden Zeilen diese These belegen. Dabei m\u00f6chte ich mich zuerst auf das Nichtwissen und dessen steigende Bedeutung in der heute immer flexibler und schneller werdenden Welt st\u00fcrzen, um mit diesen Erkenntnissen den Dreh zur Pubert\u00e4t der Menschen und den Auswirkungen auf das Change Management in Unternehmen, aber nicht nur dort, zu bekommen. <\/p>\n<p>Nichtwissen muss in unserer heutigen Welt kultiviert werden. Es wird derzeit viel zu negativ gesehen und Wissen wird \u00fcberbewertet. Das resultiert aus der Vergangenheit, wo Wissen noch eine hohe Halbwertszeit hatte. Die Welt \u00e4ndert sich immer schneller. Was gestern richtig war ist heute schon komplett \u00fcberaltert. Das bedeutet, Wissen verliert an Bedeutung. <strong><em>Fritz B. Simon<\/em><\/strong> sagt sogar, das Wissen ein Ausdruck f\u00fcr Lernbehinderung ist. Nichtwissen muss als Chance gesehen werden, Neues auszuprobieren um Neues zu entdecken und den Fortschritt anzukurbeln. Wir d\u00fcrfen also keine Methodenreiter sein. Ich habe diese Ideen in einem Aufsatz in der Ausgabe 02\/2010 SEM Radar ausgef\u00fchrt. Diesen Aufsatz finden Sie <a href=\"http:\/\/www.wvberlin.de\/data\/semradar\/semradar.html\">hier<\/a>. <\/p>\n<p>Ich h\u00f6re sehr h\u00e4ufig den Ausspruch: &#8220;Das geht nicht, weil &#8230;&#8221; Hinter dem &#8220;weil&#8221; stehen dann Paradigmen. Legt man allerdings diese Paradigmen ab, ist die Begr\u00fcndung obsolet. Und genau darum geht es, ein Entlernen, quasi das Wegschmei\u00dfen von Paradigmen, damit man frei und offen f\u00fcr neue Ideen ist. Nur leider sind viele Paradigmen den Menschen schon so in Fleisch und Blut \u00fcbergegangen, dass diese bereits ihre Identit\u00e4t ausmachen. Begr\u00fcnden kann man dies wohl unter anderem mit den Auswirkungen der l\u00e4ngeren Lebenserwartung der Menschen in den hoch entwickelten Kulturen auf die Pubert\u00e4t dieser. St\u00fctzen m\u00f6chte ich mich dabei auf die Erkenntnisse von <strong><em>Prof. Dr. Ralph Dawirs<\/em><\/strong> und <strong><em>Prof. Dr. Gunther Moll<\/em><\/strong>, die sie in ihrem Buch <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Endlich-Pubert%C3%A4t-Sinn-wilden-Jahre\/dp\/3407858744\/ref=pd_bxgy_b_text_b\">Endlich in der Pubert\u00e4t!: Vom Sinn der wilden Jahre<\/a> ausf\u00fchren. <\/p>\n<p>Bevor ich aber auf diese Thematik \u00fcberleite, m\u00f6chte ich vorher noch auf ein Buch eines von mir sehr gesch\u00e4tzten Denkers, <strong><em>Dr. Andreas Zeuch<\/em><\/strong>, verweisen, der das Nichtwissen in seinem Buch <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Management-Nichtwissen-Unternehmen-Andreas-Zeuch\/dp\/3896705768\/ref=sr_1_2?s=books&#038;ie=UTF8&#038;qid=1298020955&#038;sr=1-2\">Management von Nichtwissen in Unternehmen<\/a> thematisiert.<\/p>\n<p>Weiterentwickeln bedeutet Risiken einzugehen. Denn nur dann kann das menschliche Gehirn sich entwickeln, in dem es Verkn\u00fcpfungen generiert. Wir zerst\u00f6ren die Kreativit\u00e4t unserer Kinder durch dogmatische und paradigmatische Bildungseinrichtungen. Kinder werden trivialisiert. Kinder, die anders sind, werden als komisch oder gar als krank angesehen, die man behandeln, also trivialisieren, muss. Kinder lernen spielerisch. Das muss man Ihnen auch lassen, damit sie die Lust am Lernen nicht verlieren. Sie m\u00fcssen ihre Neugier ausleben, die von Natur aus da ist. Unsere Bildungseinrichtungen, egal ob Schule oder Universit\u00e4ten, schaffen es derzeit vorz\u00fcglich diese Lust auszul\u00f6schen. <\/p>\n<p><strong><em>Prof. Dr. Ralph Dawirs<\/em><\/strong> und <strong><em>Prof. Dr. Gunther Moll<\/em><\/strong> werfen in ihrem oben bereits angef\u00fchrten Buch sehr interessante Ideen und Erkenntnisse zum Umgang mit Kindern und Judendlichen in den Raum. Damit r\u00fctteln sie an bestehende Paradigmen. Das w\u00e4ren zum Beispiel: <\/p>\n<ul>\n<li>Jugendliche sollten ab dem 14. Lebensjahr wahlberechtigt sein. Welcher Grund besteht, Demokratief\u00e4higkeit am Alter fest zu machen? Ist denn jeder Erwachsene demokratief\u00e4hig?<\/li>\n<li>Allgemeine Bildungseinrichtungen sollten nur noch bis zum 14. Lebensjahr ausgestaltet sein. Danach sollte jeder Jugendliche seinen Interessen nachgehen, entweder einen Beruf lernen oder studieren. Es sollte auch die Hemmnis genommen werden, sich zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt noch umorientieren zu wollen.<\/li>\n<li>Jugendlichen sollte bereits sehr fr\u00fch die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnet werden, sich in der Politik zu engagieren. Auf der einen Seite werden Themen in der Politik behandelt, die vorrangig Auswirkungen auf die heutigen Kinder und Jugendliche haben, wie zum Beispiel der Umweltschutz. Des Weiteren leben die Kinder und Jugendliche an der Basis und bekommen so beispielsweise die zunehmende Armut mit.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Des Weiteren formulieren die beiden Autoren, dass der Mensch ab dem 7. Lebenjahr geschlechtsreif ist. Das Gehirn hemmt diese Reife jedoch, da Menschen noch Freiraum ben\u00f6tigen, um zu lernen. Der Mensch muss n\u00e4mlich kulturf\u00e4hig werden. Die Erwachsenen st\u00fclpen den pubertierenden Jugendlichen aber ihre Sichten und Gedanken \u00fcber. Sie hemmen damit das Lernen und das eigene Erleben. Die Jugendlichen werden trivialisiert, also gleichartig gemacht. Sie werden genormt. Die Risikobereitschaft, etwas Neues zu probieren, wird behindert. Jugendliche m\u00fcssen wie Gleichberechtigte behandelt werden. Die \u00c4lteren haben nicht immer Recht. Warum auch, nur weil sie \u00e4lter sind? Hier muss man nat\u00fcrlich einlenken. Was bedeutet &#8220;Recht haben&#8221;? Jeder kann f\u00fcr sich den Standpunkt einnehmen, Recht zu haben, da die Aussage rein subjektiv ist. Nur machen das die Erwachsenen und \u00c4lteren auch? Verst\u00e4rkt wird dieser Effekt noch dadurch, dass die Alten immer \u00e4lter werden und so Parallelgenerationen aufgebaut werden. Dadurch kommen die Jugendlichen nicht in den Genuss, ihre Ideen auszuleben. Nicht falsch verstehen. Ich pl\u00e4diere nat\u00fcrlich nicht daf\u00fcr, dass die \u00e4lteren Menschen fr\u00fcher sterben sollten. Sie m\u00fcssten sich halt nur viel fr\u00fcher aus wichtigen \u00c4mtern der Wirtschaft und Politik fern halten und den jungen Menschen das Ruder und das Steuerrad \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Details zu den Gedanken und Thesen von Dawirs und Moll kann man auch in diesem <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/BR-online-Publikation-ab-05-2009-105725-20090803134355.pdf\">Interview<\/a> nachlesen. Des Weiteren waren beide Professoren vor kurzem in einer Sendung des ZDF zu sehen, bei <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/beitrag\/video\/1256706\/Pelzig-haelt-sich-vom-15.-Februar-2011#\/beitrag\/video\/1256706\/Pelzig-haelt-sich-vom-15.-Februar-2011\">Pelzig h\u00e4lt sich<\/a>. Ab der 41. Minute dieser Sendung kann man ihren Ideen lauschen.<\/p>\n<blockquote><p>Fazit: Die Evolution der Menschen hat die so genannte Lernphase dieser verl\u00e4ngert, in dem die Pubert\u00e4t eingef\u00fchrt wurde. In dieser sollte der Mensch ausprobieren und experimentieren. Unsere dogmatischen und paradigmatischen Regularien und Gesetze verhindern allerdings diese Risikobereitschaft, was wir gerade in der Wirtschaft heutzutage sehen. Viele Unternehmen verpassen den Wandel, da die F\u00fchrungskr\u00e4fte die n\u00f6tige Risikobereitschaft vermissen lassen und lieber der Beharrermentalit\u00e4t weiter fr\u00f6nen. Der Mut, Neues zu probieren wird also behindert. Diesen Mut haben wir quasi verlernt, oder anders ausgedr\u00fcckt, die Eigenschaft an Bestehendem unbedingt festzuhalten haben wir gelernt. Lernen ist also nicht immer etwas Gutes.<\/p><\/blockquote>\n<span id=\"post-ratings-374\" class=\"post-ratings\" data-nonce=\"8aad95f516\"><img decoding=\"async\" id=\"rating_374_1\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"1 Star\" title=\"1 Star\" onmouseover=\"current_rating(374, 1, '1 Star');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_374_2\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"2 Stars\" title=\"2 Stars\" onmouseover=\"current_rating(374, 2, '2 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_374_3\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"3 Stars\" title=\"3 Stars\" onmouseover=\"current_rating(374, 3, '3 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_374_4\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"4 Stars\" title=\"4 Stars\" onmouseover=\"current_rating(374, 4, '4 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_374_5\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"5 Stars\" title=\"5 Stars\" onmouseover=\"current_rating(374, 5, '5 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/> (<strong>1<\/strong> Bewertung(en), Durchschnitt: <strong>5.00<\/strong> von 5)<br \/><span class=\"post-ratings-text\" id=\"ratings_374_text\"><\/span><\/span><span id=\"post-ratings-374-loading\" class=\"post-ratings-loading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/loading.gif\" width=\"16\" height=\"16\" class=\"post-ratings-image\" \/>Loading...<\/span>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die These im Titel h\u00f6rt sich vielleicht f\u00fcr einige Leser etwas eigenartig an. Ich m\u00f6chte in den folgenden Zeilen diese These belegen. Dabei m\u00f6chte ich mich zuerst auf das Nichtwissen und dessen steigende Bedeutung in der heute immer flexibler und &hellip; <a href=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=374\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25,16],"tags":[41,18,44,14,86],"class_list":["post-374","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hirnforschung-2","category-management-und-leadership","tag-change","tag-hirnforschung","tag-leadership","tag-lernen","tag-wissen"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/374","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=374"}],"version-history":[{"count":20,"href":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/374\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1778,"href":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/374\/revisions\/1778"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=374"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=374"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=374"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}