{"id":329,"date":"2011-02-01T18:24:36","date_gmt":"2011-02-01T17:24:36","guid":{"rendered":"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=329"},"modified":"2021-07-19T09:42:30","modified_gmt":"2021-07-19T08:42:30","slug":"wir-schaffen-unsere-finanzkrisen-durch-das-zinsparadigma-selber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=329","title":{"rendered":"Wir schaffen unsere Finanzkrisen durch das Zinsparadigma selber"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe mir zu der Finanzkrise eine Reihe von Gedanken gemacht. Was waren die Gr\u00fcnde? H\u00e4tte man Sie verhindern k\u00f6nnen? Wenn ja, warum tat man es nicht? <\/p>\n<p>Seit langem ist mir das Gebaren der Finanzindustrie suspekt. Es wird Geld durch Zins und Zinseszins generiert, ohne das ein Wert geschaffen wird. Aristoteles meint in seinem Buch <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Politik-Aristoteles\/dp\/3423301376\/ref=sr_1_3?s=books&#038;ie=UTF8&#038;qid=1296567033&#038;sr=1-3\">Politik<\/a> Folgendes dazu<\/p>\n<blockquote><p>So ist der Wucher hassenswert, weil er aus dem Geld selbst den Erwerb zieht und nicht aus dem, wof\u00fcr das Geld da ist. Denn das Geld ist um des Tausches willen erfunden worden, durch den Zins vermehrt es sich dagegen durch sich selbst. Diese Art des Gelderwerbs ist also am meisten gegen die Natur.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nun stellt sich nat\u00fcrlich die Frage, ob der Zins wirklich ein Paradigma ist, welches abschaffungsw\u00fcrdig ist und wenn ja warum der Zins \u00fcberhaupt eingef\u00fchrt wurde. Inspiriert von diesem Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Berger &#8230;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"10 Wolfgang Berger beim Wirtschaftsforum &quot;Finanzkultur 2014&quot; in Dachsberg\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/8VpBy_ufL58?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>&#8230; habe ich dazu ein <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Zinsparadigma.zip\">qualitatives Modell<\/a> im CONSIDEO MODELER erstellt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Modell_Zinsparadigma.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Modell_Zinsparadigma.png\" alt=\"\" title=\"Modell_Zinsparadigma\" width=\"700\" height=\"300\" class=\"alignnone size-full wp-image-332\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im Folgenden m\u00f6chte ich dieses Ursache-Wirkungs-Netz erkl\u00e4ren. Um den volkswirtschaftlichen Kreislauf am Laufen zu halten, muss Geld im Umlauf sein um Investitionen zu t\u00e4tigen. Daf\u00fcr wird der Zins gesenkt, um einen Anreiz f\u00fcr Kredite zu schaffen. Dadurch vermehren sich einerseits die Schulden und auch die zu zahlenden Zinsen an die Kreditgeber. Das bedeutet, das Geld vermehrt sich exponentiell ohne das dem ein Wert gegen\u00fcber steht. Ein absoluter Irrsinn. <\/p>\n<p>Allerdings vermehren sich dadurch auch die Schulden exponentiell. Die Menschen, die weniger aus Ihrem Ersparten an Zinsen einnehmen als an Zinsen ausgeben, sind Verlierer dieses Zyklus. Die Kosten der Zinsen sind dabei nicht nur die direkten Zinsen, die die Menschen f\u00fcr ihre eigen aufgenommenen Kredite, zum Beispiel Haus oder Auto ausgeben, sondern auch die Zinsen, die im Endpreis eines Produktes von den Unternehmen hineinkalkuliert wurden. Man muss die Betrachtung ja auf die gesamte Volkswirtschaft ausdehnen. Im Rahmen der Produkterstellung durchl\u00e4uft ein Produkt viele Phasen, wo auf jeder Wertsch\u00f6pfungsstufe Zinsen hineingerechnet werden. Im Durchschnitt aller Endpreise kommen wir dabei auf ungef\u00e4hr 50 Prozent. Bei Getr\u00e4nken ist es weniger (ca. 30 Prozent) und bei Mieten und Immobilienk\u00e4ufen mehr (ca. 75 bis 80 Prozent). Gehen wir also vom Mittelwert aus, dass mit jedem Euro den wir ausgeben, 50 Cent auf Zinsen entfallen und nur 50 Cent auf den eigentlichen Wert des Produktes. Machen wir jetzt mal eine kleine Rechnung auf. Wenn Sie also im Monat 3.000 Euro netto verdienen und diese vollst\u00e4ndig ausgeben, zahlen Sie 1.500 Euro Zinsen. Wenn Sie auf ihre Ersparnisse monatlich 1.500 Euro Zinsen kassieren, haben Sie also noch immer nichts gewonnen. Um monatlich 1.500 Euro Zinsen zu bekommen, m\u00fcssen Sie zum beispielhaften Ausgabesatz von 3 Prozent 600.000 Euro angelegt haben (600.000 Euro mit einem Satz von 3 Prozent verzinst ergibt einen Betrag von 18.000 j\u00e4hrlich, was wiederum 1.500 Euro monatlich entspricht). Wow. Und dann z\u00e4hlen Sie immer noch nicht zu den Gewinnern des Systems, da sie von den Zinsen nicht mehr bekommen als Sie ausgeben. Es erfolgt eine Umschichtung von Unten nach Oben. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer \u00e4rmer. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer gr\u00f6\u00dfer, was zum Kollaps des Systems f\u00fchrt. Erste Anzeichen sehen wir wohl gerade in den arabischen L\u00e4ndern. Aber auch in Griechenland oder in Frankreich waren vor geraumer Zeit erste Anzeichen zu erkennen.<\/p>\n<p>Es ist hinl\u00e4nglich bekannt, dass das Wachstum nicht unbegrenzt ist. Meadows hat dies bereits in den 70-er Jahren des vorigen Jahrhunderts eindrucksvoll gezeigt und in seinem Buch <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Grenzen-Wachstums-30-Jahre-Update-Signal-Kurswechsel\/dp\/3777613843\/ref=sr_1_2?s=books&#038;ie=UTF8&#038;qid=1296580471&#038;sr=1-2\">Grenzen des Wachstums<\/a> beschrieben. Leider kennen noch viel zu viele Unternehmenslenker und Manager diese Ergebnisse nicht oder wollen diese nicht wahrhaben. Dieser Fakt f\u00fchrt dazu, dass die Wachstumsrate kleiner wird als der Zinssatz. Auch hier ein kleiner Exkurs in die Mathematik. Beim Wirtschaftswachstum, beispielsweise gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), muss man zwischen dem absoluten und dem relativen Wachstum unterscheiden. Steigt beispielsweise das Wachstum jedes Jahr absolut um 100 wird das relative Wachstum, also die Wachstumsrate, Jahr f\u00fcr Jahr kleiner, da die Basis gr\u00f6\u00dfer wird. Auf Grund der Stagnation des Wachstums muss der Staat reagieren und k\u00fcrzt beispielsweise Geh\u00e4lter oder staatliche Dienstleistungen. Das f\u00fchrt dann wieder dazu, dass die Menschen weniger Geld zur Verf\u00fcgung haben und sich mehr verschulden m\u00fcssen, was damit die Kluft zwischen Arm und Reich immer gr\u00f6\u00dfer werden l\u00e4sst. Dabei wird die Gruppe der Reichen immer kleiner und die der Armen immer gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<p>Wie kann man diesem Teufelskreis entkommen? Bei den derzeitigen Pr\u00e4missen des Systems, geht das nur durch einen Kollaps des Systems, beispielsweise durch Kriege. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Ergebnis_Zinsparadigma.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Ergebnis_Zinsparadigma.png\" alt=\"\" title=\"Ergebnis_Zinsparadigma\" width=\"1726\" height=\"300\" class=\"alignnone size-full wp-image-340\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die oben stehende Graphik zeigt die Erkenntnismatrix des Faktors &#8220;Allgemeiner Wohlstand&#8221;. Der Faktor 11 (Zins) liegt im linken unteren Quadranten. Das bedeutet der Zins wirkt negativ auf den Wohlstand. Diese negative Wirkung wird, was noch viel gravierender ist, \u00fcber die Zeit noch verst\u00e4rkt. Als zweites sehen Sie das die beiden Faktoren 7 (Kollaps) und 10 (Wachstumsrate ist h\u00f6her als Zinssatz) positiv auf den Wohlstand wirken. <\/p>\n<blockquote><p>Will man den Kollaps als einzigen Ausweg umgehen, muss man an den Pr\u00e4missen des Systems ansetzen, n\u00e4mlich dem Zinsparadigma. Die Frage, die also zu beantworten bleibt ist: Wie schafft man Anreize ohne Gebrauch des Zins, Geld nicht zu horten, sondern in den Geldkreislauf zu geben. Denn daf\u00fcr ist es gedacht. Der Kreislauf der Produktion von Waren und Dienstleistungen und der Handel und Kauf dieser muss &#8220;am Leben gehalten&#8221; werden.<\/p>\n<p>Folgendes finde ich auch schizophren. Wir lernen relativ fr\u00fch in unserer Erziehung, das man keine Schulden machen sollte. Schulden haben einen negativen Touch. Wir haben uns allerdings mit unserem Finanzsystem ein System geschaffen, in welchem Schulden lebensnotwendig f\u00fcr das System sind. Warum denken dar\u00fcber zu wenig K\u00f6pfe nach?<\/p><\/blockquote>\n<span id=\"post-ratings-329\" class=\"post-ratings\" data-nonce=\"f76e2f43e1\"><img decoding=\"async\" id=\"rating_329_1\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"1 Star\" title=\"1 Star\" onmouseover=\"current_rating(329, 1, '1 Star');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_329_2\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"2 Stars\" title=\"2 Stars\" onmouseover=\"current_rating(329, 2, '2 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_329_3\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"3 Stars\" title=\"3 Stars\" onmouseover=\"current_rating(329, 3, '3 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_329_4\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"4 Stars\" title=\"4 Stars\" onmouseover=\"current_rating(329, 4, '4 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_329_5\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"5 Stars\" title=\"5 Stars\" onmouseover=\"current_rating(329, 5, '5 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/> (<strong>9<\/strong> Bewertung(en), Durchschnitt: <strong>5.00<\/strong> von 5)<br \/><span class=\"post-ratings-text\" id=\"ratings_329_text\"><\/span><\/span><span id=\"post-ratings-329-loading\" class=\"post-ratings-loading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/loading.gif\" width=\"16\" height=\"16\" class=\"post-ratings-image\" \/>Loading...<\/span>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe mir zu der Finanzkrise eine Reihe von Gedanken gemacht. 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