{"id":3085,"date":"2015-05-13T06:50:49","date_gmt":"2015-05-13T05:50:49","guid":{"rendered":"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=3085"},"modified":"2015-05-13T07:29:07","modified_gmt":"2015-05-13T06:29:07","slug":"hierarchien-konnen-zu-mehrwertvernichtern-mutieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=3085","title":{"rendered":"Hierarchien k\u00f6nnen zu Mehrwertvernichter mutieren"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe mich in diesem Jahr verst\u00e4rkt mit dem Thema &#8220;F\u00fchrung und Zusammenarbeit in Unternehmen&#8221; befasst. Dazu habe ich bislang 3 Posts verfasst. Dieser hier soll der letzte sein, in dem ich Ihnen meine Gedanken und Ideen zu einer optimalen Struktur der Zusammenarbeit in Unternehmen anreiche. Aber bevor ich damit einsteige, m\u00f6chte ich noch einmal kurz die drei bereits verfassten Posts reflektieren.<\/p>\n<p>Im ersten Post der Reihe <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=3016\">Der blinde Fleck in den Diskussionen rund um F\u00fchrung und Zusammenarbeit<\/a> habe ich den Grundgedanken, auf dem das heutige Modell unserer Zusammenarbeit in Unternehmen beruht, beleuchtet und seine Entstehungsgeschichte verargumentiert. Denn, m\u00f6chte man die grundlegende Art und Weise, wie wir heutzutage in Unternehmen miteinander agieren, \u00e4ndern, muss man verstehen warum wir \u00fcberhaupt so agieren.<\/p>\n<p>Im zweiten Post der Reihe <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=3067\">Den blinden Fleck in den Diskussionen rund um F\u00fchrung und Zusammenarbeit aufl\u00f6sen<\/a> habe ich den emotionalen Kontext mit hinein gebracht. Im ersten Post habe ich eher rational dargelegt, warum das derzeitige Modell der F\u00fchrung und Zusammenarbeit nicht mehr funktionieren kann. Nur alleine diesen Fakt wissend, startet man aber noch lange nicht die Reise in den Wandel. Gr\u00fcnde daf\u00fcr k\u00f6nnen Sie in diesem Post nachlesen.  <\/p>\n<p>Im dritten Post <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=3077\">Die Geisteshaltung einer F\u00fchrungskraft \u2013 Das positive Annehmen von Widerspr\u00fcchen<\/a> gehe ich noch ein Stufe tiefer. Es geht nun n\u00e4mlich um die Geisteshaltung der Menschen, die in einem Unternehmen zusammenarbeiten. Konzepte sind n\u00e4mlich das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben stehen, wenn man nicht mit einer &#8220;richtigen&#8221; Einstellung zu Werke geht, diese umsetzen zu wollen.<\/p>\n<p>Sie erkennen sicherlich, dass ich in keinen der bisherigen Posts meine Gedanken zu einem Zielbild ge\u00e4u\u00dfert habe. Das m\u00f6chte ich nun nachholen. Dazu m\u00f6chte ich am Anfang zwei grundlegend verschiedene Arten von auszuf\u00fchrenden T\u00e4tigkeiten in Unternehmen anf\u00fchren.<\/p>\n<p>Da w\u00e4ren Routinet\u00e4tigkeiten, die in stabilen Zeiten eines Unternehmens zum Tragen kommen. Ich habe im dritten Post dieser Reihe bereits angemerkt, dass stabile Zeiten eines Unternehmens ganz bewusst ausgelobt werden m\u00fcssen, da es seitens des Marktes stets instabile Zeiten gibt. Denn: &#8220;Alles flie\u00dft.&#8221; Routinet\u00e4tigkeiten sind, wie der Name schon aussagt, daf\u00fcr da, bekannte Regelprozesse strukturiert und generalisiert ablaufen zu lassen. Sie sind nicht geeignet, Neues zu schaffen, wie das beispielsweise im Rahmen von Projekten geschehen soll, die ja per Definition genau daf\u00fcr da sind. Bei Routinet\u00e4tigkeiten geht es um Effizienz, denn es ist klar, was getan werden muss. Deshalb lassen sich diese auch trainieren. Kreativt\u00e4tigkeiten, das Gegenst\u00fcck zu Routinet\u00e4tigkeiten, sind f\u00fcr instabile Zeiten angesagt. Sie lassen sich nicht trainieren, da hier keine Standards existieren, die man trainieren k\u00f6nnte. Bei Kreativt\u00e4tigkeiten geht es um Effektivit\u00e4t, denn es ist nicht klar was getan werden muss. Der Weg ist nicht vorgezeichnet. Deshalb ziehen hier auch keine klar vorgegebenen Prozesse, wie bei Routinet\u00e4tigkeiten. Auf Routinet\u00e4tigkeiten lassen sich Best Practice und damit vorher definierte Prozesse anwenden. Bei Kreativt\u00e4tigkeiten muss man nur auf seinen Kopf vertrauen. <\/p>\n<p>Unsere derzeitig vorherrschende Organisationsform in Unternehmen ist gepr\u00e4gt von der Hierarchie. Es gibt Wenige, die das Sagen haben, die also die Richtung vorgeben, und Viele, die dann ausf\u00fchren. Aber f\u00fcr welche T\u00e4tigkeiten ist solch eine Art der Zusammenarbeit wohl passend? Genau, f\u00fcr Routinet\u00e4tigkeiten. Wir h\u00f6ren aber immer wieder davon, dass wir einer immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Komplexit\u00e4t des Marktes ausgesetzt sind. Rahmenbedingungen \u00e4ndern sich schneller als fr\u00fcher. Diese Anpassungen geschehen aber logischerweise nicht im Rahmen von Routinet\u00e4tigkeiten. Klar. Der Anteil an notwendigen Kreativt\u00e4tigkeiten in Unternehmen wird damit immer gr\u00f6\u00dfer. Darauf m\u00fcssen Unternehmen reagieren. Sie versuchen es auch, aber eben nicht konsequent. Was meine ich damit? Kreativt\u00e4tigkeiten werden den Hierarchien \u00fcbergest\u00fclpt. Was dann passiert kann man tagt\u00e4glich in Unternehmen beobachten. Das Kreativit\u00e4tslevel wird durch &#8220;alte&#8221; Strukturen und Prozesse einged\u00e4mmt. Damit nimmt sich das Unternehmen die Chance f\u00fcr einen &#8220;richtigen&#8221; Wandel, der notwendig w\u00e4re.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnte es gehen? Die verschiedenen T\u00e4tigkeiten sollten auch in konsequent verschiedenen Organisationsformen bearbeitet werden. Ich habe beide Organisationsstrukturen bereits in meinem Post <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=2599\">Hierarchien sind Trivialisierungsstrukturen<\/a> benannt und detailliert ausgef\u00fchrt. Es geht n\u00e4mlich um Hierarchien und Heterarchien (Netzwerke). Ich m\u00f6chte auf die Unterschiede, vor allem im Kontext der Zusammenarbeit nicht weiter eingehen. Daf\u00fcr verweise ich gerne auf den letztgenannten Post. Ich m\u00f6chte nur den Titel dieses Posts kurz an diesen beiden Organisationsformen erl\u00e4utern. <\/p>\n<p>Routinet\u00e4tigkeiten sind das Resultat einer trivialisierten Sicht des Unternehmens auf den Markt. Ganz bewusst werden ganz bestimmte Aspekte des Marktes ausgeblendet oder vereinfacht, damit man im Unternehmen ins Tun kommt und Mehrwerte generieren kann. Hierarchien sind in diesem Fall also Trivialisierungsstrukturen und Mehrwertgenerierer. Und das ist auch gut so. Anders verh\u00e4lt es sich in Zeiten des Wandels. In diesen ist eine vereinfachende Sicht auf den Markt eher kontraproduktiv, da der gesamte Opportunit\u00e4tsraum eines Wandels nicht ausgeleuchtet wird. Man beschneidet sich damit im Unternehmen selber. Es werden k\u00fcnstlich Mauern und Hindernisse aufgebaut. Kreativit\u00e4t kommt zu kurz. In Zeiten des Wandels sind Hierarchien damit Mehrwertvernichter und m\u00fcssen durch netzwerkartige Organisationsstrukturen ersetzt werden.<\/p>\n<p>Ich glaube nicht daran, dass sich stabile und instabile Zeiten f\u00fcr ein Unternehmen stetig abwechseln. Ich denke eher, dass diese parallel existieren. Damit ist auch einleuchtend, dass hierarchische und netzwerkartige Organisationsstrukturen koexistieren und miteinander verzahnt werden m\u00fcssen. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Hierarchie-und-Netzwerk.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Hierarchie-und-Netzwerk.png\" alt=\"Hierarchie und Netzwerk\" width=\"926\" height=\"180\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3086\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nun k\u00f6nnte man meinen, dass dieser Fakt der Verzahnung seit l\u00e4ngerer Zeit bereits bekannt ist und in Unternehmen auch gelebt wird. Routinet\u00e4tigkeiten werden in der Linienorganisation verortet, Kreativt\u00e4tigkeiten in der Projektorganisation. Dem ist aber nicht so. Das m\u00f6chte ich kurz belegen.<\/p>\n<p>In dem heute oft vorgefundenen Modell bettet sich die Projektorganisation in die Linienorganisation ein. Das bedeutet, dass die Entscheidungshoheit \u00fcber Projektthemen weiterhin in der Linienorganisation liegt. Dieses Mandat wird beispielsweise \u00fcber Steuerungskreise ausge\u00fcbt. Ich denke, dass das zu verlangsamten Entscheidungsprozessen f\u00fchrt, da diese zu Schulungsma\u00dfnahmen mutieren. Diejenigen (aus der Projektorganisation), die entscheiden k\u00f6nnen, aber nicht d\u00fcrfen, schulen Diejenigen (aus der Linienorganisation), die entscheiden d\u00fcrfen, aber nicht k\u00f6nnen. Entscheidungshoheit sollte in der Projektorganisation liegen, da hier auch die Experten zu den jeweiligen Themen verortet sind. Das ist n\u00e4mlich genau der Punkt, den es zu beachten gilt. Neuartige Themen, die in einem Unternehmen bereichs\u00fcbergreifend zu bearbeiten sind, k\u00f6nnen nicht in einer Linienorganisation (Hierarchie) bearbeitet werden. Sie m\u00fcssen ausgelagert werden in eine netzwerkartige Organisationsstruktur, die aus Mitarbeitern des Unternehmens besteht, die Experten bzgl. der jeweiligen ganzheitlichen neuen zu bearbeitenden Themen sind. Zur Bearbeitung dieser Themen werden diese Mitarbeiter dann in das Netzwerk delegiert (mit entsprechender Personalverantwortung) und nicht einfach nur versandt. Dadurch, das diese Mitarbeiter einen Teil ihrer Arbeit weiterhin in der hierarchisch aufgestellten Organisation arbeiten, k\u00f6nnen Sie Anforderungen aus ihren Bereichen mit in die Themenbearbeitung einflie\u00dfen lassen. <\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte noch viel mehr zu diesen Gedankeng\u00e4ngen schreiben. Allerdings muss man aufpassen, dass man dadurch diese Ideen nicht verw\u00e4ssert und dadurch zerredet. Denn das Diskutieren vollf\u00fchrt man mit der Geisteshaltung aus der &#8220;alten&#8221; Welt, was ein Verlassen dieser nur schwerlich zul\u00e4sst. Erfahrung sammelt man nur im Handeln, nicht im Reden.<\/p>\n<p>W\u00e4re es nicht wert, dieses neue Modell mal auszuprobieren?<\/p>\n<span id=\"post-ratings-3085\" class=\"post-ratings\" data-nonce=\"d22280175a\"><img decoding=\"async\" id=\"rating_3085_1\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_off.gif\" alt=\"1 Star\" title=\"1 Star\" onmouseover=\"current_rating(3085, 1, '1 Star');\" onmouseout=\"ratings_off(0, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_3085_2\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_off.gif\" alt=\"2 Stars\" title=\"2 Stars\" onmouseover=\"current_rating(3085, 2, '2 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(0, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_3085_3\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_off.gif\" alt=\"3 Stars\" title=\"3 Stars\" onmouseover=\"current_rating(3085, 3, '3 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(0, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_3085_4\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_off.gif\" alt=\"4 Stars\" title=\"4 Stars\" onmouseover=\"current_rating(3085, 4, '4 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(0, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_3085_5\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_off.gif\" alt=\"5 Stars\" title=\"5 Stars\" onmouseover=\"current_rating(3085, 5, '5 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(0, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/> (Keine Bewertungen bislang. 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