{"id":2909,"date":"2014-09-23T06:41:22","date_gmt":"2014-09-23T05:41:22","guid":{"rendered":"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=2909"},"modified":"2015-07-22T06:11:59","modified_gmt":"2015-07-22T05:11:59","slug":"blogparade-beyond-project-management-ich-mache-mit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=2909","title":{"rendered":"Blogparade &#8220;Beyond Project Management&#8221; &#8211; Ich mache mit!!!"},"content":{"rendered":"<p>Mit Wohlwollen habe ich den <a href=\"http:\/\/fuehrung-erfahren.de\/2014\/09\/aufruf-zur-blogparade-beyond-project-management\/\">Aufruf zur Blogparade &#8220;Beyond Project Management&#8221;<\/a> eines meiner Weggef\u00e4hrten auf meiner Reise des Verstehens, Marcus Raitner, zur Kenntnis genommen. Selbstverst\u00e4ndlich beteilige ich mich.<\/p>\n<p>Marcus stellt unter anderem die folgenden Fragen.<\/p>\n<ul>\n<li>Wie sieht das Projektmanagement von morgen aus?<\/li>\n<li>Welches Vor- und Umfeld brauchen erfolgreiche Projekte?<\/li>\n<li>Gibt es morgen \u00fcberhaupt noch Projektmanagement?<\/li>\n<li>Falls nein: Was kommt nach dem heutigen Projektmanagement?<\/li>\n<li>\u2026<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr die Antworten auf diese und \u00e4hnlich gelagerte Fragen gibt es aus meiner Sicht nicht die eine richtige allumfassende Antwort. Es gibt auch keine Patentrezepte f\u00fcr Projekt Management, denen man sich bedienen kann. Und das ist auch gut so, denn das bedeutet nicht, dass wir deshalb den Kopf in den Sand stecken sollten. Man kann sich den Antworten auf diese Fragen n\u00e4hern. Ich versuche eine solche Ann\u00e4herung mit diesem Post aus einer ganz speziellen Richtung, n\u00e4mlich mit einer Reflektion aus unserem privaten Umfeld. Allerdings l\u00e4uft diese Reflektion nicht vom Privaten ins Berufliche, sondern genau anders herum. Es ist aber deshalb nicht weniger erkenntnisreich, wie ich finde. Aber lesen Sie selber.<\/p>\n<p>Eines noch. Sie m\u00fcssen keine Angst haben. Ich bin noch mit meiner Frau verheiratet. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Es war im Jahre 2011 kurz vor Ostern. Meine Frau kam\u00a0und meinte: &#8220;Dieses Jahr wird unser Ostern richtig geil. Wir m\u00fcssen alles ganz genau durchplanen und -takten. Lass es uns doch so machen, wie es in der Wirtschaft gemacht wird. Dann muss doch alles ideal klappen.&#8221; Cool, dachte ich, endlich kann ich meiner Familie zeigen, was ich tagt\u00e4glich mache.<\/p>\n<p>Es ging also los. Ich fragte meine Frau, wieviel Geld wir ausgeben werden? Sie meinte nur, dass sie das nicht beantworten kann ohne zu wissen, was wir \u00fcberhaupt machen wollen und wen wir einladen. Ich sagte: &#8220;Egal. Sage mir eine Summe. Und. Pass ja auf. Nutzen wir die Summe nicht komplett, wird f\u00fcr das n\u00e4chste Jahr Ostern weniger Geld zur Verf\u00fcgung stehen.&#8221; Sie guckte mich schmal an. Wir legten uns auf eine Summe fest. Sehr gut. Arbeiten wie die Profis.<\/p>\n<p>Dann fragte ich meine Frau, wer denn wohl entscheidet, wann unser Osterfest ein Erfolg ist. Ich glaube, Sie verstand nicht ganz, stiefelte trotzdem los und kam nach einer Stunde mit einer Liste zur\u00fcck. Ich strich, so ca. die H\u00e4lfte der Personen von der Liste mit der Bemerkung, dass wir von denen nichts erwarten k\u00f6nnen, au\u00dfer vielleicht ein Danke. Diese Personen w\u00fcrden beispielsweise nichts \u00c4hnliches veranstalten. Ich merkte Unbehagen bei meiner Frau hochsteigen. Ich achtete nicht weiter darauf und meinte, dass wir ab sofort jeden Abend eine Telefonkonferenz einberufen, um ihre Erwartungen abzustimmen und \u00fcber den Status der Vorbereitungen zu berichten. Wir m\u00fcssen ihre Anforderungen kennen, damit wir diese auch erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Wann soll es Mittag geben? Was gibt es zum Mittag? Wann ist die Eiersuche und wo? Im Haus oder im Garten? Meine Frau meinte, wo denn da die \u00dcberraschung bleibt. Ich schaute nur verst\u00e4ndnislos. \u00dcberraschungen im Projektmanagement. Die werde ich zu verhindern wissen. Ich bin schlie\u00dflich der Projektleiter. Ich sagte noch, dass sie von nun an bis zum Osterfest nicht mehr au\u00dferplanm\u00e4\u00dfig mit ihren Eltern telefonieren sollte, wenn dann nur in Ausnahmef\u00e4llen, wo wir den Inhalt vorher ganz genau besprechen m\u00fcssen und ich diesen auch genehmigen muss. Das Gesicht meiner Frau verf\u00e4rbte sich ins R\u00f6tliche. Ich reagierte schlagfertig und meinte, dass ich auch ein paar Aufgaben \u00fcbernehmen kann. Auch als Projektleiter sollte man sich f\u00fcr die niedere Arbeit nicht zu schade sein. Beispielsweise einen Fragebogen entwickeln, mit dem wir nach dem Osterfest die Zufriedenheit unserer G\u00e4ste abfragen k\u00f6nnen. Wir ben\u00f6tigen doch etwas Messbares an dem wir unseren Erfolg ablesen k\u00f6nnen. Arbeiten wie die Profis.<\/p>\n<p>Nach dem Anfertigen der Frageliste machte ich mich an die Definition des Scopes. Wichtig ist nat\u00fcrlich, dass wir die Ziele nicht zu hoch stecken. Sie sollen ja erreichbar sein. Was wollen wir also am Osterfest machen? Zu wann laden wir eigentlich wen ein? Karfreitag oder doch erst ab Samstag? Bis wann gilt unsere Einladung? Bis Ostersonntag oder gar bis Ostermontag? Ich muss den Scope ja sowieso noch mit den eingeholten Erwartungshaltungen der potentiellen G\u00e4ste abgleichen. Ich frage meine Frau, wie weit Sie damit ist. Sie korrigierte in der Zwischenzeit gerade eine Klausur und reagierte ein wenig gereizt auf meine Frage. Vielleicht muss ich ihr beim Priorisieren der Aktivit\u00e4ten ein bisschen behilflich sein. Multitasking ist sch\u00e4dlich. Stakeholder wollen eben gemanaged werden. Altobelli, das funzt. Arbeiten wie die Profis.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zur Scopeliste. Spaziergang am Sonntag Nachmittag mit der gesamten Familie? Ich stockte. Was ist, wenn Jemand bis dahin krank wird? Das ist ein Risiko, denn wir wollen schlie\u00dflich in Familie den Spaziergang erledigen. Ich bereite schnell die Risikomanagementliste auf und trage das erste Risiko ein. Wie mitigiere ich dieses Risiko? Da f\u00e4llt mir ein, mein Sohn ist am kommenden Wochenende zum Geburtstag seines besten Freundes eingeladen. Da sind bestimmt so einige Kinder, was hohe Ansteckungsgefahr impliziert. Alles klar. Er geht dort nicht hin. Die erste Aktion f\u00fcr die Mitigation dieses Risikos ist definiert. Genial. Ich denke wirklich an alles. Meine Familie wird stolz auf mich sein. Arbeiten wie die Profis.<\/p>\n<p>Ich bin gerade so gut in Fahrt und definiere gleich die Arbeitspakete inklusive der Aufwandssch\u00e4tzung zum Erreichen des Scopes. Mist, das Budget reicht nicht. Ich muss den Scope minimieren. Geschenk f\u00fcr meine Frau ist gestrichen. Mein Geschenk kann bleiben, ist ja schlie\u00dflich billiger. In der Zwischenzeit ist meine Frau auch endlich mit dem Korrigieren der Klausur fertig und steht hinter mir. Ich diskutiere kurz mit Ihr den Vorschlag. Diskutieren kann man das eigentlich nicht nennen. Es gab eine kurze knappe Ansage. Dann muss eben etwas anderes gestrichen werden. Wir feiern nur bis Samstag Nachmittag bei uns und ab Sonntag sind wir bei ihren Eltern zu Gast. Ich kalkuliere kurz. Da f\u00e4llt ja ein ganze Menge weg. Alles was wir f\u00fcr Sonntag und Montag geplant hatten, muss nun nicht mehr finanziert werden. Ich meinte zu ihr: &#8220;Das Budget f\u00fcr n\u00e4chstes Jahr Ostern ist schon mal gekappt. Das wird nat\u00fcrlich relativ schwierig, wenn wir dann Ostersonntag und -montag bei uns feiern. Aber egal, dar\u00fcber machen wir uns das n\u00e4chste Jahr Gedanken.&#8221; Meine Frau fragte verst\u00e4ndnislos nach der Kausalit\u00e4t meiner Aussage. Will meine Frau mir etwa die Spielregeln der Budgetplanung erkl\u00e4ren? Erkl\u00e4re ich ihr etwa wie sie ihre Sch\u00fcler unterrichten soll? Endlich der Scope ist fixiert. Arbeitspakete inkl. Aufwandssch\u00e4tzung und detaillierter Projektplan ist definiert. Arbeiten wie die Profis.<\/p>\n<p>Abends, wir sitzen beim Abendbrot, fragt meine Tochter, ob ihre Freundin am Ostersamstag zum Kaffee kommen kann. Das kann ja wohl nicht wahr sein. Ich werde wahnsinnig. Jetzt haben wir den Scope festgezurrt und nun soll dieser schon wieder ge\u00e4ndert werden? N\u00f6. Ich nehme schnell unser Change Request Formular zur Hand. Das Template habe ich zum Gl\u00fcck schon vorbereitet. Ich \u00fcberlege, was ist denn hier der Benefit und gibt es daf\u00fcr \u00fcberhaupt einen Business Case? Ich frage meine Tochter, nat\u00fcrlich \u00fcbersetzt in die Sprache einer 7-J\u00e4hrigen. Man muss immer die Sprache seines Gegen\u00fcber sprechen und sich vor allem in ihn hineinversetzen k\u00f6nnen. Meine Tochter hat seit kurzem die Eigenart ihren Gem\u00fctszustand in Bildern auszudr\u00fccken. Sie lernt zwar erst in der 1. Klasse, nichtsdestrotz strotzen ihre Bilder nur so von Ausdrucksst\u00e4rke und Unmissverst\u00e4ndlichkeit. Auch diesmal wieder muss ich nicht gro\u00df \u00fcberlegen, was sie wohl meint, als sie mir das Bild auf den Abendbrotstisch knallt. Mein Frau meinte daraufhin zu mir, wohin ich meine Emotionen verbannt habe. Emotionen? Faselei. Gibt es etwa bei PMI eine Disziplin, die da hei\u00dft Emotionmanagement? Ich kenne Change-, Scope-, Risk-, Issuemanagement etc. Ich entgegnete nur, dass wir einen Plan haben, der knallhart durchgezogen wird. Wir wollen ja wohl ein erfolgreiches Osterfest feiern, oder? Sie konnte daraufhin nicht gro\u00df etwas erwidern, da das Telefon klingelte. Meine Schw\u00e4gerin. Ich fl\u00fcstere ihr noch ins Ohr: &#8220;Kein Wort \u00fcber Ostern und was wir machen.&#8221; Die Kommunikationswege m\u00fcssen schon eingehalten werden. Nachher kommen mein Bruder und seine Frau noch auf die Idee meine Eltern ebenfalls einzuladen. Bei begrenzten Ressourcen, muss man den Anderen etwas wegnehmen, um zu wachsen. Arbeiten wie die Profis.<\/p>\n<p>Mein Sohn fragte mich dann, wo er den Wunschzettel f\u00fcr Ostern hinlegen kann. Nervosit\u00e4t stieg in mir auf. Als Projektleiter muss man jederzeit in der Lage sein, Issues zu erkennen und zu validieren. Hier hatten wir eines. Wer weiss, was da alles auf dem Wunschzettel steht und wie das in das Budget passt. Ich \u00fcberflog kurz und stellte fest, dass das Budget nicht ausreichen w\u00fcrde. Als meine Kinder im Bett waren, besprach ich das Thema mit meiner Frau. Ich kam leider nicht dazu ihr den Unterschied zwischen Issue und Risk nahe zu bringen, denn das Gesicht meiner Frau nahm die Farbe an, die ich auf unserem Statusbericht f\u00fcr Aufgaben vorgesehen habe, die definitiv nicht mehr zum Osterfest zu schaffen sind. Sie meinte: &#8220;Projektabbruch, ohne Diskussion.&#8221; Noch ehe ich etwas erwidern konnte, schlug sie die Wohnzimmert\u00fcr hinter sich zu und ging ins Bett. Da sa\u00df ich nun. Was mache ich nun? Na klar. Lessons Learned. Warum hat es nicht geklappt? Ich weiss. Viel zu wenig Zeit f\u00fcr das Projekt. Ich beginne schon mal mit dem Aufsetzen des Scopes f\u00fcr Weihnachten. Arbeiten wie die Profis.<\/p>\n<span id=\"post-ratings-2909\" class=\"post-ratings\" data-nonce=\"ecee22bfd9\"><img decoding=\"async\" id=\"rating_2909_1\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"1 Star\" title=\"1 Star\" onmouseover=\"current_rating(2909, 1, '1 Star');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2909_2\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"2 Stars\" title=\"2 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2909, 2, '2 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2909_3\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"3 Stars\" title=\"3 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2909, 3, '3 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2909_4\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"4 Stars\" title=\"4 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2909, 4, '4 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2909_5\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"5 Stars\" title=\"5 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2909, 5, '5 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/> (<strong>2<\/strong> Bewertung(en), Durchschnitt: <strong>5.00<\/strong> von 5)<br \/><span class=\"post-ratings-text\" id=\"ratings_2909_text\"><\/span><\/span><span id=\"post-ratings-2909-loading\" class=\"post-ratings-loading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/loading.gif\" width=\"16\" height=\"16\" class=\"post-ratings-image\" \/>Loading...<\/span>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Wohlwollen habe ich den Aufruf zur Blogparade &#8220;Beyond Project Management&#8221; eines meiner Weggef\u00e4hrten auf meiner Reise des Verstehens, Marcus Raitner, zur Kenntnis genommen. 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