{"id":2855,"date":"2014-05-13T15:23:33","date_gmt":"2014-05-13T14:23:33","guid":{"rendered":"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=2855"},"modified":"2014-05-14T05:16:36","modified_gmt":"2014-05-14T04:16:36","slug":"identitat-nicht-reden-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=2855","title":{"rendered":"Identit\u00e4t &#8211; Nicht reden, Machen"},"content":{"rendered":"<p>Wieder einmal ziehe ich das Beispiel Fu\u00dfball an die Oberfl\u00e4che, um eine Thematik in der Wirtschaft zu er\u00f6rtern und dabei griffiger zu machen. Es geht um die Identit\u00e4t. Was meine ich mit Identit\u00e4t in Zusammenhang mit Wirtschaft und Unternehmen?<\/p>\n<p>Egal ob ich Unternehmen, Bereiche, Abteilungen oder Projektteams betrachte. Jede dieser &#8220;Ansammlung von Menschen&#8221; ben\u00f6tigt eine Identit\u00e4t. Jedem Mitglied muss klar bewusst und transparent sein, warum es dieses jeweilige &#8220;Team&#8221; gibt. Fragen wie, &#8220;Wof\u00fcr stehen wir?&#8221; und &#8220;Wof\u00fcr stehen wir nicht?&#8221; m\u00fcssen beantwortet sein und der Umwelt bekannt sein. Man k\u00f6nnte auch Leitbild oder Mission dazu sagen, die bekannt sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Nehmen Sie das Beispiel FC Bayern M\u00fcnchen. Im Sport, ich gehe hier mal vom Profisport aus, geht es in erster Linie um Gewinnen. Das ist fast jedem Verantwortlichen in der Fu\u00dfballwelt bekannt, nur ist das wohl bei kaum einem anderen Verein so hart und eineindeutig in die eigene Identit\u00e4t und das eigene Selbstverst\u00e4ndnis verankert wie beim FC Bayern. Dieser Fakt ist auch als das <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=1603\">Mia-san-Mia Gef\u00fchl<\/a> bekannt und wird oft von Au\u00dfen bel\u00e4chelt, aber v\u00f6llig zu Unrecht. Denn diese Einstellung ist die Basis des nun schon jahrzehntelang andauernden Erfolges des Vereins.<\/p>\n<p>Dieser Fakt ist aber auch der Grund f\u00fcr die sportliche Talsohle, die der FC Bayern gerade durchmacht. Ich m\u00f6chte an dieser Stelle nicht falsch verstanden werden. Ich werde jetzt nicht alles schwarz malen. Es kann in Summe nicht sein, dass Alles, was vor vier Wochen gut war, nun schlecht sein soll. Das werde und will ich nicht wahrhaben. In diese Kerbe will ich nicht hauen. Bei mir gibt es mehr Gem\u00fctszust\u00e4nde als <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=1316\">&#8220;himmelhoch jauchzend&#8221; und &#8220;zu Tode betr\u00fcbt&#8221;<\/a>. Derartige digitale Gem\u00fctsregungen, die man in der \u00d6ffentlichkeit ausmachen kann, sind wieder einmal ein gutes Beispiel f\u00fcr unser zweiwertiges Denken. Ein Bewegen zwischen den Polen f\u00e4llt uns schwer, und zwar derart, dass ich sage, Pep Guardiola hat in dieser Saison hervorragende Arbeit abgeleistet, muss aber einige Sachen \u00fcberdenken, die nicht optimal waren.<\/p>\n<p>Und an dieser Stelle komme ich auf die Identit\u00e4t zu sprechen.<\/p>\n<p>Guardiola hat direkt nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft die Bundesliga als beendet erkl\u00e4rt. Damit hat er aber wider der Identit\u00e4t seines Vereins gehandelt. Der FC Bayern will stets und immer Alles gewinnen. Gegen diesen Anspruch lassen sich alle Mitglieder des Vereins messen, intern wie extern. Mit den Spielen gegen Hoffenheim und vor allem gegen Augsburg hat er ganz bewusst Niederlagen in Kauf genommen, nicht weil er rotiert hat und jungen Spielern wie Weiser und Sallahi die Chance zum Spielen in der Startelf gegeben hat. Das hat Jupp Heynckes im letzten Jahr nach dem Gewinn der fr\u00fchen Meisterschaft ebenfalls getan. Der Unterschied war die Erwartung, die diesen jungen Spielern mit auf dem Weg gegeben wurde. Im letzten Jahr sollten sie sich beweisen. Sie sollten zum Sieg beitragen. In diesem Jahr war die Bundesliga ja abgehakt. Es ging lediglich darum die l\u00e4stigen 90 Minuten irgendwie `rumzukriegen und daf\u00fcr Sorge zu tragen, dass sich etablierte Spieler nicht verletzen. Nat\u00fcrlich w\u00fcrde das kein Verantwortlicher des Vereins, und schon gar nicht Guardiola selbst, so drastisch sagen. Gehandelt wurde aber aus meiner Sicht genau danach.<\/p>\n<p>Der Grund f\u00fcr den sportlichen Bruch sehe ich also nicht darin, dass die Mannschaft durch das viele Rotieren aus dem Rhythmus kam, sondern weil man gegen die eigene Identit\u00e4t gehandelt hat.<\/p>\n<p>Die Kritik, die jetzt auf den FC Bayern und seinem Trainer einprasselt ist eine auf sehr hohem Niveau. Sie sind der fr\u00fcheste Meister der Bundeslige mit 19 Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Sie sind in das Halbfinale der Champions League eingezogen und stehen im DFB Pokalfinale. Dieser Status Quo gleicht aber fast einer Naturkatastrophe. Andere Klubs h\u00e4tten ihrem Trainer in \u00e4hnlichen Situationen ein Denkmal gesetzt, nicht so bei Bayern. Aber das ist fein. Der Verein will genau das, denn das ist seine Identit\u00e4t. Aber wie gesagt, diese Ma\u00dfst\u00e4be, und damit die Identit\u00e4t des Vereins, hat der Trainer durch sein Agieren in Frage gestellt.<\/p>\n<p>Es wird faszinierend f\u00fcr mich sein, zu sehen, wie der FC Bayern nun in Vorbereitung auf die n\u00e4chste Saison und in dieser selbst reagieren wird. In den Aktionen und Handlungen der Vereinsverantwortlichen lassen sich wieder sch\u00f6ne Lehren ablesen, vor allem im Hinblick auf das F\u00fchren von Unternehmen, \u00e4hnlich wie die in diesem Post beschriebene. Aus Fehlern kann und sollte man ja auch lernen.<\/p>\n<p>F\u00fcr ein Unternehmen ist es unabdingbar eine eigene Identit\u00e4t zu haben, die sie von anderen Unternehmen unterscheiden l\u00e4sst. Hier reicht nicht das blo\u00dfe Aufschreiben von Standpunkten bzgl. Missionen, Visionen, Strategien etc. auf ein Blatt Papier und diese dann schick aufbereitet und gut sichtbar an die Wand zu h\u00e4ngen. Es geht nicht ums Reden sondern ums Machen. Mit Identit\u00e4t meine ich etwas Selbstverst\u00e4ndliches, was nicht hinterfragt wird. Es ist in Fleisch und Blut \u00fcbergegangen. Genau deshalb muss es auch nicht mehr aufgeschrieben werden oder t\u00e4glich gesagt werden, denn es wird in diesem Sinne ja keine Information mehr \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Dazu eine kleine Anekdote, die ich erlebt habe. In meiner Beraterzeit war ich mit einem Kollegen bei einem Kunden zu einer Angebotspr\u00e4sentation. In der Eingangshalle hingen gro\u00dfe Plakate zu den Themen &#8220;Responsibility&#8221; und &#8220;Diversity&#8221;. Mein Kollege meinte damals zu mir, dass ich mir sicher sein kann, dass wir in unserer Pr\u00e4sentation wohl eher keine verantwortungsnehmenden Mitarbeiter finden werden. Denn wenn dem so w\u00e4re, m\u00fcsste man sich nicht die M\u00fche machen &#8220;Responsibility&#8221; so prominent zum Thema zu machen. Ich stimmte ihm damals uneingeschr\u00e4nkt zu. Oder kennen Sie ein Unternehmen, in welchem gro\u00df proklamiert wird, dass gegen 12 Uhr Zeit zum Mittagessen ist und die Mitarbeiter in die Kantine zum Essen gehen sollten? Genau. Ich auch nicht. Und die Kantinen sind mittags trotzdem voll und die Mitarbeiter gehen nicht mit leerem Magen abends nach Hause.<\/p>\n<span id=\"post-ratings-2855\" class=\"post-ratings\" data-nonce=\"482ab9eec0\"><img decoding=\"async\" id=\"rating_2855_1\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"1 Star\" title=\"1 Star\" onmouseover=\"current_rating(2855, 1, '1 Star');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2855_2\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"2 Stars\" title=\"2 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2855, 2, '2 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2855_3\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"3 Stars\" title=\"3 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2855, 3, '3 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2855_4\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"4 Stars\" title=\"4 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2855, 4, '4 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2855_5\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"5 Stars\" title=\"5 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2855, 5, '5 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/> (<strong>2<\/strong> Bewertung(en), Durchschnitt: <strong>5.00<\/strong> von 5)<br \/><span class=\"post-ratings-text\" id=\"ratings_2855_text\"><\/span><\/span><span id=\"post-ratings-2855-loading\" class=\"post-ratings-loading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/loading.gif\" width=\"16\" height=\"16\" class=\"post-ratings-image\" \/>Loading...<\/span>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder einmal ziehe ich das Beispiel Fu\u00dfball an die Oberfl\u00e4che, um eine Thematik in der Wirtschaft zu er\u00f6rtern und dabei griffiger zu machen. 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