{"id":2813,"date":"2014-01-10T07:47:25","date_gmt":"2014-01-10T06:47:25","guid":{"rendered":"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=2813"},"modified":"2014-01-10T07:47:25","modified_gmt":"2014-01-10T06:47:25","slug":"arbeit-hobby-geh-zum-arzt-und-lass-dich-heilen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=2813","title":{"rendered":"Arbeit = Hobby? Geh&#8217; zum Arzt und lass&#8217; Dich heilen!"},"content":{"rendered":"<p>Mein erster Post in diesem Jahr dreht sich gleich um eines der scheinbar wichtigsten Themen zu Beginn eines jeden Jahres, die Br\u00fcckentage. Es scheint ein richtiger Sport geworden zu sein, mit minimaler Anzahl an Urlaubstagen viele freie zusammenh\u00e4ngende Tage netto zu generieren. Suchen Sie beispielsweise den Term &#8220;br\u00fcckentage 2014&#8221; in Google und staunen Sie \u00fcber die vielen Eintr\u00e4ge zu Tricks und Tipps zur optimalen Urlaubsgestaltung diesbez\u00fcglich.<\/p>\n<p>Warum ist das so? Ist Arbeit wirklich so grausam, dass wir bestenfalls gar nicht mitspielen wollen?<\/p>\n<p>Das Denken in Gegens\u00e4tzen, in Dichotomien oder <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=2556\" target=\"_blank\">in Polen<\/a>, wie einer meiner Wegbegleiter H-P Wallner so sch\u00f6n sagt, ist aus meiner Sicht ein Grund f\u00fcr das Unbehagen, welches wir Menschen sehr oft sp\u00fcren, wenn wir an unsere Arbeit denken.<\/p>\n<p>In diesem Post m\u00f6chte ich die Pole &#8220;Ergebnisorientiertheit&#8221; und &#8220;Prozessorientiertheit&#8221; als Beispiele heranziehen und die von mir gewagte These bzgl. des Unbehagens gegen\u00fcber der Arbeit untermauern.<\/p>\n<p><b>Wir sind extrinsisch auf Ergebnisorientiertheit getrimmt, &#8230;<\/b><\/p>\n<p>&#8230; denn wir werden an Zielen gemessen, die durch Kennzahlen dargestellt und gesteuert werden. Erreichen Sie ihre Ziele in einem Gesch\u00e4ftsjahr nicht, bekommen Sie wahrscheinlich im n\u00e4chsten Jahr bestenfalls das gleiche Gehalt, aber wohl keine Erh\u00f6hung. Das ist ein \u00fcbliches Gebahren in den Unternehmen. Das wir bzgl. des Abbildens der Ziele in Kennzahlen eine neue Sichtweise ben\u00f6tigen, m\u00f6chte ich in diesem Post nicht weiter darlegen. Details dazu k\u00f6nnen Sie gerne in dem Post <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=2436\" target=\"_blank\">Kennzahlen in Unternehmen &#8211; eine Vers\u00f6hnung ist angebracht<\/a> recherchieren. Ich zitiere aus diesem Post.<\/p>\n<blockquote><p>Kennzahlen, Ziele, Anweisungen, Prozessvorgaben, Checklisten, sie wirken alle wie Scheuklappen. Ich spreche mich nicht grunds\u00e4tzlich gegen diese Instrumente aus. Als Mittel der Selbstorganisation k\u00f6nnen sie n\u00fctzlich sein. Als Mittel der Fremdsteuerung sind sie jedoch fahrl\u00e4ssig. Denn sie ignorieren die Dynamik unserer Welt. Sie nehmen an, die Welt sei perfekt.<\/p><\/blockquote>\n<p><b>Diese Ergebnisorientiertheit ist aber nicht lange pr\u00e4sent, &#8230;<\/b><\/p>\n<p>&#8230; denn wir verlassen aufgrund einer Pfadabh\u00e4ngigkeit, die emotionaler Natur ist, sehr schnell diesen Pol und wechseln diesen in Richtung &#8220;Prozessorientiertheit&#8221;. Hier folgen wir unserer intrinsischen Ausrichtung. Details zu diesem Wechsel der Pole k\u00f6nnen Sie ebenfalls dem oben angef\u00fchrten Post entnehmen, aus dem ich zitiere.<\/p>\n<blockquote><p>Hat man einen bestimmten und gew\u00fcnschten Zielzustand in der Zukunft im Fokus (Ergebnisorientierung), sind Aktivit\u00e4ten, diesen zu erreichen, Mittel zum Zweck. Geht man in die Phase der Prozessorientierung \u00fcber, werden diese Aktivit\u00e4ten ganz schnell zum Selbstzweck. Diese Pfadabh\u00e4ngigkeit kann man dann auch nicht mehr so einfach verlassen, da Rollen und Verantwortlichkeiten und damit Existenzen von Menschen daran gekoppelt sind.<\/p><\/blockquote>\n<p><b>Wir springen also zwischen beiden Polen hin und her, &#8230;<\/b><\/p>\n<p>&#8230; da sie in unseren Denkmustern nicht miteinander vereinbar sind. Sie schlie\u00dfen sich gegenseitig aus, denn wir k\u00f6nnen gar nicht anders, da wir es von Klein auf genau so gelernt haben: das Denken in Gegens\u00e4tzen. Entweder etwas ist gut oder b\u00f6se, sch\u00f6n oder h\u00e4sslich, alt oder neu etc. Die Basis dieses Denkens ist in der zweiwertigen Logik zu finden, die Aristoteles uns vererbt hat.<\/p>\n<p>Statt in &#8220;entweder-oder&#8221; sollten wir besser in &#8220;sowohl-als-auch&#8221; denken und handeln.<\/p>\n<p><b>Beide Pole haben ihre Vorteile, die zusammen zur Entfaltung kommen sollten, &#8230;<\/b><\/p>\n<p>&#8230; was ich im oben angef\u00fchrten Post ebenfalls angerissen habe, aus dem ich wiederum zitiere.<\/p>\n<blockquote><p>Ohne Prozessorientierung gibt es erst gar kein Ergebnis und ohne Ergebnisorientierung verkommen Prozesse zum Selbstzweck. Vers\u00f6hnung.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ergebnisorientierung (zutr\u00e4glich f\u00fcr die Zielsetzung bzgl. einer T\u00e4tigkeit) und Prozessorientierung (zutr\u00e4glich f\u00fcr Motivation bzgl. einer T\u00e4tigkeit) zusammen stellen erst eine Sinnkopplung f\u00fcr eine T\u00e4tigkeit her.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte diese komplement\u00e4re Sichtweise n\u00e4her ausf\u00fchren, die \u00fcbrigens nicht neu f\u00fcr uns ist, denn in bestimmten Bereichen unseres Lebens k\u00f6nnen wir diese sehr gut einnehmen und danach agieren. Denken Sie beispielsweise an das Ausleben unserer Hobbies. Wir gehen unseren Hobbies gerne nach, weil uns Beides, das &#8220;Handeln an sich&#8221; (Prozessorientiertheit) als auch das &#8220;Erreichen von etwas&#8221; (Ergebnisorientiertheit) Spa\u00df verschafft, ohne dass wir uns dediziert auf einen dieser beiden Pole fokussieren.<\/p>\n<p>Diese Gedanken sind in mir \u00fcbrigens beim Hausputz entstanden. Den Hausputz an sich mache ich nicht gerne. Das Ergebnis des Hausputzes habe ich aber schon sehr gerne. Ich m\u00f6chte es ja sauber haben.<\/p>\n<p>Dedizierte Ergebnisorientiertheit bzgl. einer T\u00e4tigkeit und diese T\u00e4tigkeit an sich mit Herzblut durchf\u00fchren schlie\u00dfen sich aus. Wenn man etwas gerne tut, dann tut man es wegen dieser T\u00e4tigkeit an sich, nicht wegen des Ergebnisses dieser T\u00e4tigkeit. Wenn man etwas nur des Ergebnisses wegen tut, dann kann kein Herzblut dabei sein, und damit auch keine intrinsische Motivation.<\/p>\n<p>Das wurde mir beim Hausputz bewusst. Ich war fokussiert auf das Ergebnis, nicht auf das Durchf\u00fchren der T\u00e4tigkeit. Darunter leidet dann nat\u00fcrlich die T\u00e4tigkeit an sich und logischerweise nachgelagert auch das Ergebnis.<\/p>\n<p>\u00dcbertr\u00e4gt man das Beispiel auf die Wirtschaft wird schnell klar, dass eine reine Ergebnisorientierung Rahmenbedingungen schafft, in denen sich Mitarbeiter nicht motivieren k\u00f6nnen. Dabei ist es ganz egal ob es sich um individuelle oder Unternehmensziele handelt. In diesem Sinne sollten also Zielvereinbarungen neu \u00fcberdacht werden.<\/p><\/div>\n<div>Eine reine Prozessorientierung in der Wirtschaft l\u00e4sst die eigentliche Identit\u00e4t von Unternehmen auf der Strecke. Mitarbeiter dieser Unternehmen wissen dann nicht, wozu sie eigentlich jeden Tag in die Firma kommen und arbeiten. Es fehlt die Ausrichtung und Zielsetzung.<\/p>\n<p>Ein dediziertes Bewegen auf den Polen ist also zu unterlassen, ein Bewegen dazwischen ist zutr\u00e4glich, was nicht unm\u00f6glich f\u00fcr uns ist, wie oben bereits im Kontext unserer Hobbies angerissen und nun noch einmal aufgenommen.<\/p>\n<p>Ich bin ein begeisterter Blogger. W\u00fcrde ich diesen Post hier ausschlie\u00dflich mit einer Ergebnisorientierung schreiben, w\u00e4re ich mit weniger Enthusiasmus bei der Sache, was auch dem Ergebnis schaden w\u00fcrde. Irgendwann w\u00fcrde dann nat\u00fcrlich auch meine Motivation, diesen Blog fortzuf\u00fchren, weiter sinken. W\u00fcrde ich allerdings meinen Blog mit einer ausschlie\u00dflichen Prozessorientierung betreiben, also nur des Schreibens wegen, w\u00fcrde ich sicherlich nicht einen solchen Zuspruch f\u00fcr viele meiner Posts erhalten, denn die Leser h\u00e4tten keinen thematischen Ankerpunkt. Die Qualit\u00e4t der Posts w\u00fcrde sinken und damit dann auch meine Motivation, den Blog fortzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Der beschriebene Enthusiasmus zum Betreiben meines Blogs ist \u00fcbrigens nicht stets gleich, mal ist er gr\u00f6\u00dfer mal weniger gro\u00df. Wenn er weniger gro\u00df ist schreibe ich auch weniger. Das ist \u00fcbrigens ebenfalls wieder ein Bewegen zwischen den Polen, dieses mal zwischen &#8220;Ich betreibe sehr gerne einen Blog&#8221; und &#8220;Ich betreibe keinen Blog&#8221;.<\/p>\n<p>Vielleicht sehen Sie, egal auf welchem Pol ich mich bewege, der Sache an sich ist es nicht zutr\u00e4glich. Durchdenken Sie gerne, wenn Sie Lust und Mu\u00dfe haben, einen \u00e4hnlichen Wirkmechanismus f\u00fcr eines ihrer Hobbies. Sie werden dann merken, dass sie sich weder auf das &#8220;Ergebnis an sich&#8221; noch auf den &#8220;Prozess an sich&#8221; fokussieren. Sie bewegen sich zwischen den Polen.<\/p>\n<p>Etablieren wir diesen Mechanismus in unserer Arbeitswelt, k\u00f6nnen wir auch in diesem Kontext wieder gesunden. Dann kann auch Arbeit zu ihrem Hobby werden. Bevor Sie mir jetzt entgegnen m\u00f6chten &#8220;Das geht doch gar nicht&#8221;, beantworten Sie f\u00fcr sich gerne die Frage &#8220;Warum eigentlich nicht?&#8221; In welchem Gesetzbuch steht geschrieben, dass Arbeit kein Hobby sein darf?<\/p>\n<p>Von Natur aus bewegen wir Menschen uns zwischen den Polen &#8220;Arbeit&#8221; und &#8220;Hobby&#8221;. Unsere zweiwertige Mathematik l\u00e4sst aber genau die in diesem Post ausgef\u00fchrte Dichotomie entstehen. Dieser scheinbar unaufl\u00f6sliche Gegensatz entsteht also erst durch unsere Konstruktionen unserer Umwelt, was uns dann zu weiteren Konstruktionen bzgl. der Br\u00fcckentage veranlasst. Alle Bem\u00fchungen um Steigerung der Motivation der Mitarbeiter lassen sich ebenso hier einreihen. Die Dichotomie wird nicht aufgel\u00f6st, sondern erh\u00e4rtet.<\/p><\/div>\n<p><b>Diese Skurrilit\u00e4t bringt mich zu den folgenden abrundenden Worten<\/b><\/p>\n<p>In diesem Bezug und f\u00fcr weitere \u00dcberlegungen in diesem Kontext sollten Sie niemals vergessen, was die Mathematik und damit auch die Modellbildung im eigentlichen Sinne macht. Und das Definieren und Anwenden von Kennzahlen ist genau das, denn die Natur kennt keine Kennzahlen. Wir Menschen habe diese erfunden, um uns unsere Umwelt erkl\u00e4rbarer zu gestalten.<\/p>\n<p>Mathematik abstrahiert f\u00fcr die Erkenntnisgewinnung \u00fcber die Welt eben genau diese Welt. Die Welt wird also trivialisiert, was auch so sein muss. Wenn man nun allerdings die gewonnenen Erkenntnisse auf die Welt unreflektiert anwendet, kann es gef\u00e4hrlich werden. Nicht f\u00fcr die Welt, sie schert sich wenig darum, aber f\u00fcr uns Menschen.<\/p>\n<span id=\"post-ratings-2813\" class=\"post-ratings\" data-nonce=\"e07530e5cc\"><img decoding=\"async\" id=\"rating_2813_1\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"1 Star\" title=\"1 Star\" onmouseover=\"current_rating(2813, 1, '1 Star');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2813_2\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"2 Stars\" title=\"2 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2813, 2, '2 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2813_3\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"3 Stars\" title=\"3 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2813, 3, '3 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2813_4\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"4 Stars\" title=\"4 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2813, 4, '4 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2813_5\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"5 Stars\" title=\"5 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2813, 5, '5 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/> (<strong>6<\/strong> Bewertung(en), Durchschnitt: <strong>5.00<\/strong> von 5)<br \/><span class=\"post-ratings-text\" id=\"ratings_2813_text\"><\/span><\/span><span id=\"post-ratings-2813-loading\" class=\"post-ratings-loading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/loading.gif\" width=\"16\" height=\"16\" class=\"post-ratings-image\" \/>Loading...<\/span>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein erster Post in diesem Jahr dreht sich gleich um eines der scheinbar wichtigsten Themen zu Beginn eines jeden Jahres, die Br\u00fcckentage. 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