{"id":2720,"date":"2013-10-07T09:45:08","date_gmt":"2013-10-07T08:45:08","guid":{"rendered":"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=2720"},"modified":"2013-10-29T07:47:26","modified_gmt":"2013-10-29T06:47:26","slug":"projekt-2-0-es-geht-um-haltung-werte-und-vertrauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=2720","title":{"rendered":"Projekt 2.0 \u2013 Es geht um Haltung, Werte und Vertrauen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/mgmt20aufkleber-250.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-2691\" alt=\"mgmt20aufkleber-250\" src=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/mgmt20aufkleber-250.gif\" width=\"162\" height=\"162\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die letzte Woche im MOOC Management 2.0 mit dem Thema Projekt 2.0 ist am Freitag mit einem Expertengespr\u00e4ch finalisiert worden, was nat\u00fcrlich nicht bedeutet, dieses Thema nicht mehr reflektieren zu d\u00fcrfen. Ich m\u00f6chte in diesem Post heute das Thema Projekt 2.0 aus meiner Sicht zusammenfassen und dabei auch auf einige Diskussionen eingehen, die auf Xing im eigens daf\u00fcr bereit gestellten <a href=\"https:\/\/www.xing.com\/net\/pri653a0ex\/mgmt20\/projekt-2-0-789697\/\">Forum<\/a> stattfanden und dokumentiert wurden.<\/p>\n<p>In diesen Debatten ging es um Fragestellungen, wie beispielsweise<\/p>\n<ol>\n<li>Was bedeutet \u00fcberhaupt Projekt 2.0? (<a href=\"https:\/\/www.xing.com\/net\/pri653a0ex\/mgmt20\/projekt-2-0-789697\/was-macht-projekt-2-0-aus-45214061\/\">Link zum Forum<\/a>)<\/li>\n<li>Ist Projekt 2.0 gleich zu setzen mit einer agilen Projektvorgehensweise? (<a href=\"https:\/\/www.xing.com\/net\/pri653a0ex\/mgmt20\/projekt-2-0-789697\/ist-pm-2-0-agiles-pm-45189382\/\">Link zum Forum<\/a>)<\/li>\n<li>Was bedeutet Planung im Projekt 2.0? (<a href=\"https:\/\/www.xing.com\/net\/pri653a0ex\/mgmt20\/projekt-2-0-789697\/planen-auf-sicht-ein-widerspruch-45221487\/\">Link zum Forum<\/a>)<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ich habe zu diesen Themen auch eifrig mitdiskutiert, hatte aber irgendwie das Gef\u00fchl, dass wir den Kern noch nicht getroffen hatten. Umso erfreuter war ich, als Andrea Br\u00fccken ein Thread mit dem Titel <a href=\"https:\/\/www.xing.com\/net\/pri653a0ex\/mgmt20\/projekt-2-0-789697\/projekte-2-0-neu-denken-alt-handeln-45203776\/\">Projekte 2.0 &#8211; Neu denken, alt handeln?<\/a> er\u00f6ffnet hat. Jetzt wusste ich auch was mir die ganze Zeit gefehlt hat, n\u00e4mlich die Basis eines wirklichen Wandels im Projektalltag. Das m\u00f6chte ich jetzt n\u00e4her darlegen.<\/p>\n<p><b>Haltung und Werte<\/b><\/p>\n<p>Sich st\u00e4ndig und stetig die Frage zu stellen, ob das was heute getan wird \u00fcberhaupt noch mehrwertgenerierend ist. Nicht das Projekt als solches ist wichtig, sondern die Werte, die man im Projekt erstellen m\u00f6chte. Werte sind nicht nur materieller Natur, sondern k\u00f6nnen nat\u00fcrlich auch immateriell sein, wie beispielsweise das Lernen der Projektteilnehmer, wie einer meiner Begleiter und Teilnehmer dieses MOOCs, Peter Addor, <a href=\"http:\/\/www.anchor.ch\/wordpress\/gehirnfunktionen\/lernen-2-0-in-projekten\">immer wieder betont<\/a>. Projekte d\u00fcrfen nicht zum Selbstzweck werden. Es ist in erster Linie relativ unwichtig, ein Projekt \u201ein time\u201c, \u201ein budget\u201c und \u201ein quality\u201c abzuschlie\u00dfen. Wichtig ist, ob die Werte, die in dem Projekt erstellt werden, f\u00fcr das Unternehmen relevant sind. Das kann dann auch bedeuten, dass Projekte abgebrochen werden, obwohl noch Budget oder Zeit vorhanden sind, n\u00e4mlich mit dem Grund, dass der Mehrwert, die mit dem Projekt erbracht werden sollte, bereits geschaffen wurde. Bj\u00f6rn Schotte hat <a href=\"https:\/\/www.xing.com\/net\/pri653a0ex\/mgmt20\/projekt-2-0-789697\/projekt-2-0-vorzeitigen-projektabbruch-fordern-45205447\/\">diese Thematik in einem seiner Threads angerissen<\/a>.<\/p>\n<p>Das h\u00f6rt sich im ersten Augenblick wohl erst einmal eigenartig an. Wir ben\u00f6tigen nat\u00fcrlich komplett andere Ma\u00dfst\u00e4be, an dem wir \u201egute\u201c und \u201eschlechte\u201c Projekte bewerten k\u00f6nnen. Wie will man einer Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer einen Rahmen geben, wenn sich dieser nicht an Scope oder Zeit bemessen l\u00e4sst. Hier r\u00fcckt ein weiter wichtiger Aspekt in den Fokus, das Vertrauen.<\/p>\n<p><b>Vertrauen<\/b><\/p>\n<p>Zusammenarbeit, nicht nur zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer, basiert auf Vertrauen, nicht auf Vertr\u00e4ge. Mit Vertr\u00e4gen wird genau das Entgegengesetzte geschaffen, n\u00e4mlich Misstrauen. Wenn ich einem Menschen vertrauen m\u00f6chte, muss ich ihm dieses Vertrauen erst einmal, ohne dass dieser etwas daf\u00fcr kann, vorschie\u00dfen. Tue ich das nicht, nehme ich mir die Chance, dass ich diesem Menschen \u00fcberhaupt irgendwann vertrauen kann. Vertr\u00e4ge leisten diesen Vorschuss eben nicht, da sie am Anfang einer zuk\u00fcnftigen Zusammenarbeit ausgehandelt werden.<\/p>\n<p>Des Weiteren habe ich in einigen Diskussionen innerhalb des MOOCs vernommen, dass Vertrauen durch Liefertreue geschaffen wird, getreu dem Motto: \u201eWenn ich im Rahmen eines Projektes stets termingerecht liefere bin ich vertrauensw\u00fcrdig.\u201c Wie steht es aber hier um die Fehlertoleranz? Wenn ich einen Fehler mache, bin ich dann nicht mehr vertrauensw\u00fcrdig?<\/p>\n<p>Lernen tun wir nur dann, wenn unsere Erwartungen, die wir von einer bestimmten Situation haben, NICHT getroffen werden. Denn nur dann bilden sich neue Muster f\u00fcr uns. Lieferp\u00fcnktlichkeit suggeriert aber, dass wir von vornherein wissen wann wir was liefern. Unsere Erwartungen werden also im Rahmen des Projektes stets getroffen. Ergo, w\u00fcrden wir im Projekt niemals lernen. Dem stimmen wir wohl Alle nicht zu, oder?<\/p>\n<p>Des Weiteren suggeriert Lieferp\u00fcnktlichkeit, dass wir keine Fehler machen. Aber keine Fehler macht man nur dann, wenn man nichts tut. Wo bleibt hier die Fehlerkultur in Unternehmen? Wir m\u00fcssen Fehler machen um zu lernen. Hier bin ich dann wieder bei dem Nichttreffen der eigenen Erwartungen. Fehler sind gut, sie m\u00fcssen nur schnell erkannt in den Lernprozess eingebunden werden.<\/p>\n<p>In dem Moment also, wo wir mit einem anderen Menschen einen Vertrag bzgl. einer Zusammenarbeit aushandeln, vertrauen wir diesem Menschen nicht. Wir ben\u00f6tigen einen Vertrag als Vertrauensvermittler. Wo k\u00f6nnen wir Anleihe nehmen, wenn wir mehr \u00fcber vertragslose Zusammenarbeit wissen m\u00f6chten und wie diese funktionieren k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Im privaten Umfeld.<\/p>\n<p>Ich habe in einem <a href=\"https:\/\/www.xing.com\/net\/pri653a0ex\/mgmt20\/projekt-2-0-789697\/was-ware-wenn-wir-projektmanagement-1-0-ins-private-ubertragen-wurden-45188876\/\">Thread<\/a> meine kleine Geschichte \u201eVorbereitung des Osterfests 2011 \u2013 Arbeiten wie die Profis\u201c zur Diskussion gestellt, in welcher ich unsere Denk- und Handelsweisen des beruflichen Alltags in das Private \u00fcberf\u00fchre.<\/p>\n<p>Ich habe im Laufe der Zeit einige Reaktionen darauf geerntet. Die meisten Leser kommen aber von dem Paradigma &#8220;Privates ist vom Beruflichen strikt zu trennen&#8221; nicht weg. Leider. Deshalb meinen auch die Meisten, dass man das Berufliche ja nicht auf das Private \u00fcbertragen sollte, denn sonst macht das Private ja gar kein Spa\u00df mehr. Leider kommen die Wenigsten auf den Dreh, das Private auf das Berufliche zu reflektieren, damit dann auch das Berufliche wieder Spa\u00df machen kann. Aber irgendwie darf wohl der Beruf keinen Spa\u00df machen.<\/p>\n<p>In vielen Bereichen im Privaten ben\u00f6tigen wir keine Vertr\u00e4ge, um miteinander erfolgreich zu agieren. Nur leider schwappt dieses Paradigma aus dem Beruflichen schon in das Private \u00fcber, siehe Ehevertr\u00e4ge. Und wir denken noch nicht einmal tiefgr\u00fcndig dar\u00fcber nach. Wie absurd.<\/p>\n<p>Schade, dass viele Menschen glauben, dass es, um erfolgreich zusammen zu arbeiten, nicht ohne Vertr\u00e4ge geht. Ich bin der festen \u00dcberzeugung, dass bereits mit Festsetzung von Vertr\u00e4gen, eine Zusammenarbeit erschwert wird, da man sich damit schon gegenseitig das Misstrauen ausspricht nicht zusammen im Sinne der Sache zusammen agieren zu wollen. Es gibt bereits einige geniale Beispiele in der Wirtschaft, wo in Unternehmen Mitarbeiter ohne Vertr\u00e4ge arbeiten, ihre Geh\u00e4lter selber bestimmen, ja sogar die Geh\u00e4lter des oberen Managements festlegen. Wie geil.<\/p>\n<p><b>Gibt es einen Bezug von Werten und Vertr\u00e4gen?<\/b><\/p>\n<p>In dem Moment, wo ein \u201eWert\u201c, den man im Projekt erreichen m\u00f6chte, vertraglich festgelegt werden soll, verliert dieser bereits an Wert. Ob etwas \u201eWert\u201c hat oder nicht, ist stets abh\u00e4ngig vom Kontext. Was f\u00fcr mich wertvoll ist, kann f\u00fcr einen anderen Menschen komplett wertlos sein. Wichtig ist, dass vor Beginn eines Projektes klar definiert wird, warum es dieses Projekt \u00fcberhaupt gibt. Ein Nichtdurchf\u00fchren eines Projektes sollte f\u00fcr ein Unternehmen lebensbedrohlich sein. Sonst m\u00fcsste es dieses Projekt doch nicht geben, oder? Und genau dieses Herausarbeiten des Sinns und Zwecks eines Projektes stellt den Wert dar. Hat man dieses erst einmal erarbeitet, muss es auch nicht vertraglich festgelegt werden. Es ist ja auch gar nicht m\u00f6glich. Hier z\u00e4hlt dann Vertrauen ineinander.<\/p>\n<p>Haben Sie beispielsweise im Rahmen der Vorbereitung ihrer Hochzeit (Falls Sie nicht verheiratet sind, k\u00f6nnen Sie auch jede beliebige andere Feier nehmen, die Sie irgendwann einmal vorbereitet und durchgef\u00fchrt haben.) den Wert der Feier zusammen mit allen Beteiligten vertraglich festgelegt? Nein? Schade, dann war die Feier wohl ein Reinfall.<b><\/b><\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Manager und F\u00fchrungskr\u00e4fte muss es gelingen, Rahmenbedingungen in ihren Unternehmen zu institutionalisieren, in denen sich die Mitarbeiter \u00e4hnlich engagiert und couragiert einsetzen k\u00f6nnen, wie sie es beispielsweise beim Aus\u00fcben ihrer Hobbies im Privaten tun. Das ist f\u00fcr mich Management 2.0 in absoluter H\u00f6chstform.<\/p>\n<span id=\"post-ratings-2720\" class=\"post-ratings\" data-nonce=\"835bdeabe3\"><img decoding=\"async\" id=\"rating_2720_1\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"1 Star\" title=\"1 Star\" onmouseover=\"current_rating(2720, 1, '1 Star');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2720_2\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"2 Stars\" title=\"2 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2720, 2, '2 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2720_3\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"3 Stars\" title=\"3 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2720, 3, '3 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2720_4\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"4 Stars\" title=\"4 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2720, 4, '4 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2720_5\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"5 Stars\" title=\"5 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2720, 5, '5 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/> (<strong>1<\/strong> Bewertung(en), Durchschnitt: <strong>5.00<\/strong> von 5)<br \/><span class=\"post-ratings-text\" id=\"ratings_2720_text\"><\/span><\/span><span id=\"post-ratings-2720-loading\" class=\"post-ratings-loading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/loading.gif\" width=\"16\" height=\"16\" class=\"post-ratings-image\" \/>Loading...<\/span>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die letzte Woche im MOOC Management 2.0 mit dem Thema Projekt 2.0 ist am Freitag mit einem Expertengespr\u00e4ch finalisiert worden, was nat\u00fcrlich nicht bedeutet, dieses Thema nicht mehr reflektieren zu d\u00fcrfen. 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