{"id":2599,"date":"2013-06-13T06:37:02","date_gmt":"2013-06-13T05:37:02","guid":{"rendered":"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=2599"},"modified":"2013-06-16T18:35:52","modified_gmt":"2013-06-16T17:35:52","slug":"hierarchien-sind-trivialisierungsstrukturen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=2599","title":{"rendered":"Hierarchien sind Trivialisierungsstrukturen"},"content":{"rendered":"<p>Die Aussage im Titel ist auf dem ersten Blick wahrscheinlich sehr negativ besetzt. Diese negative Besetzung ist aber kontextabh\u00e4ngig. Auf der einen Seite braucht ein Unternehmen eine strenge hierarchische Aufstellung, um Geld zu verdienen. Auf der anderen Seite ist genau diese strenge hierarchische Struktur hinderlich, wenn es darum geht, die Basis f\u00fcr das Geldverdienen \u00fcberhaupt erst zu schaffen.<\/p>\n<p>Aber der Reihe nach.<\/p>\n<p>Wenn ich in diesem Post die hierarchische Organisationsform anf\u00fchre und diese in bestimmten Situationen in Unternehmen als nicht anwendbar deklariere, sollte es eine weitere Organisationsform in Unternehmen geben. Diese gibt es auch, n\u00e4mlich die heterarchische Organisationsform oder das heterarchische Zusammenarbeitsmodell.<\/p>\n<p>Die folgende Tabelle (Durch ein Klick auf die Tabelle sehen Sie diese gr\u00f6\u00dfer dargestellt) stellt die beiden gegens\u00e4tzlichen Zusammenarbeitsmodelle in Unternehmen gegen\u00fcber.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Hierarchie-vs.-Heterarchie.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2600\" alt=\"Hierarchie vs. Heterarchie\" src=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Hierarchie-vs.-Heterarchie.png\" width=\"890\" height=\"380\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wie das Muster der Zusammenarbeit in den jeweiligen Modellen zwischen den Menschen ausschaut, k\u00f6nnen Sie an den kleinen Bildchen in den \u00dcberschriftenspalten der Tabelle sehen. Die hierarchische Zusammenarbeit ist gepr\u00e4gt von herk\u00f6mmlich bekannten Organigrammen, in denen jeder Mitarbeiter genau einen Vorgesetzten hat. Das heterarchische Zusammenarbeitsmodell wird eher durch netzwerkartige Strukturen bestimmt, in denen jeder Mitarbeiter je nach Kontext seine Beziehungen zu anderen Mitarbeitern aufbaut.<\/p>\n<p>Auf einige der in der Tabelle aufgef\u00fchrten Charakteristika werde ich im Rahmen meiner Argumentation eingehen. Die restlichen k\u00f6nnen Sie sich sicher selber aus der Reflektion Ihrer Erkenntnisse aus der Praxis erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Wenn ich nun die Frage beantworten soll, welches der beiden Modelle zu bevorzugen ist, sage ich \u201eBeide\u201c. Wenn Sie meinen Post <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=2556\">Das innere Spiel \u2013 Wie Entscheidung und Ver\u00e4nderung spielerisch gelingt \u2026<\/a> noch in Erinnerung haben, wissen Sie wo wir uns nun wieder befinden. Richtig, wir befinden uns zwischen den Polen. Die beiden Autoren des Buches, Heinz-Peter Wallner und Kurt V\u00f6lkl, welches ich in dem Post rezensiere, nennen es das Prinzip der Polarit\u00e4t.<\/p>\n<p>In stabilen Zeiten ist das hierarchische Zusammenarbeitsmodell zur Anwendung zu bringen. In diesen Zeiten geht es haupts\u00e4chlich um Funktionsoptimierung. Die &#8220;Dinge&#8221;, die zu tun sind, sind klar. Deshalb geht es haupts\u00e4chlich darum diese &#8220;Dinge&#8221; richtig zu tun. Es dreht sich also Alles um Effizienz. Das Umfeld, in dem sich das Unternehmen bewegt, wird als unver\u00e4ndert angenommen. In diesen Phasen wird Wertsch\u00f6pfung betrieben. Das Unternehmen verdient Geld. Jeder Mitarbeiter wei\u00df, was er zu tun, da es ja in Form von Prozessen definiert ist. Entscheidungen seitens des Managements m\u00fcssen nicht gef\u00e4llt werden, da diese bereits in Form von Prozessen und Methodiken vorweg genommen wurden.<\/p>\n<p>Instabile Phasen sind durch die Wahrnehmung einer hohen Ver\u00e4nderungsrate der Umwelt des Unternehmens gepr\u00e4gt. In diesen Zeiten ist nicht klar, welche &#8220;Dinge&#8221; zu tun sind. Deshalb geht es darum die richtigen &#8220;Dinge&#8221; zu tun. Es dreht sich also Alles um Effektivit\u00e4t. Das Unternehmen befindet sich in diesen Phasen in einem Change. Was zum Zeitpunkt einer Entscheidung &#8220;richtig&#8221; und &#8220;falsch&#8221; ist kann nicht beurteilt werden. In diesen Phasen kommen Entscheidungen zum Tragen. Sie sind wichtig. In diesen Zeiten legt das Unternehmen die Basis f\u00fcr die kommenden stabilen Phasen, in dem Funktionen weiter entwickelt werden. Das heterarchische Zusammenarbeitsmodell kommt zum Einsatz.<\/p>\n<p>Will ein Unternehmen lebensf\u00e4hig sein, muss es f\u00fcr beide Phasen gewappnet sein, f\u00fcr die stabilen als auch f\u00fcr die instabilen Phasen. In der Regel sind Unternehmen f\u00fcr die stabilen Phasen gut aufgestellt. Sie haben ja ihre Hierarchien. Das Agieren in Hierarchien ist mittlerweile allen Beteiligten in Fleisch und Blut \u00fcbergegangen.<\/p>\n<p>Ein Wechsel von stabilen zu instabilen Phasen und umgekehrt ist auch immer verbunden mit dem Wechsel der Zusammenarbeitsmodelle. Ich habe oben davon gesprochen, dass instabile Phasen durch gro\u00dfe Ver\u00e4nderungsraten der Umwelt des Unternehmens gepr\u00e4gt sind. Grunds\u00e4tzlich ist die Umwelt eines Unternehmens immer und stetig Ver\u00e4nderungen unterlegen. Hier sollte man keine Augenwischerei betreiben. Alles ist im Fluss. In stabilen Phasen werden diese Ver\u00e4nderungen eben nur ausgeblendet. Es wird trivialisiert. Das muss auch so sein, da ein Unternehmen sonst stetig nur im Umbruch w\u00e4re, sich nicht konsolidieren k\u00f6nnte und niemals produktiv sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Der Trigger f\u00fcr einen Change und damit f\u00fcr einen Wechsel der Zusammenarbeitsmodelle kommt also stets aus dem Unternehmen heraus, niemals von au\u00dfen.<\/p>\n<p>Nun kommt der Titel dieses Posts zum Tragen. Hierarchien tragen eben genau zu dieser Trivialisierung bei. Wird aber diese Trivialisierung ausdauernd fortgef\u00fchrt, sprich werden Ver\u00e4nderungen der Umwelt stetig ignoriert und nicht ad\u00e4quat darauf reagiert, kann sie f\u00fcr ein Unternehmen &#8220;t\u00f6dlich&#8221; enden. Hierarchien sind also gut, aber nicht immer. Wir bewegen uns zwischen den Polen.<\/p>\n<p>Der stete und rechtzeitige Wechsel der Zusammenarbeitsmodelle ist ein erfolgskritischer Faktor. Jetzt k\u00f6nnte man behaupten, dass wir diesem Wechsel der Zusammenarbeitsmodelle bereits Aufmerksamkeit schenken, n\u00e4mlich durch die Einf\u00fchrung der Matrixorganisationen im Kontext der Projekte. Das ist aber nur scheinbar der Fall. Warum? Matrixorganisationen f\u00fchren nur dazu, dass zwei oder mehrere hierarchische Strukturen parallel eingef\u00fchrt werden. Der Mitarbeiter ist dann in der Regel Diener mehrerer Herren, was eher kontraproduktiv ist.<\/p>\n<p>Projekte sind in der Regel auch streng hierarchisch aufgestellt. Die Umwelt wird also stetig als stabil trivialisiert. In Projekten geht es aber eben genau darum etwas Neuartiges zu entwickeln. Es wird eine Funktionsweiterentwicklung betrieben, also eine Basis f\u00fcr sp\u00e4tere Wertsch\u00f6pfung gebaut. Ein streng hierarchisches Zusammenarbeitsmodell ist hier also eher unangebracht. Die Verantwortlichkeiten f\u00fcr bestimmte Aufgaben m\u00fcssten stetig wechseln, je nach Erfahrung und Talent der involvierten Mitarbeiter. Je nach Kontext w\u00fcrde es unter Umst\u00e4nden einen anderen Projektleiter im Projekt geben. Ein Projekt ist also nur eine Projektion des Agierens eines Unternehmens vom Gro\u00dfen ins Kleine. Auch im Projektkontext wird die Umwelt, das ist dann das Unternehmen, mal als stabil und mal als instabil angesehen. In Projekten sollten also ebenfalls beide Zusammenarbeitsmodelle zum Einsatz kommen. Im Rahmen der heterarchischen Zusammenarbeit werden Gedanken und Ideen konzipiert (&#8220;Die richtigen Dinge tun&#8221;), die dann im Rahmen der hierarchischen Zusammenarbeit umgesetzt werden (&#8220;Die Dinge richtig tun&#8221;).<\/p>\n<p>Auch die Organisationsform von Unternehmen ist wieder ein Beleg, sich nicht auf den gegens\u00e4tzlichen Polen aufzuhalten, sondern mittendrin zwischen den Polen, um damit lebensf\u00e4hig zu sein.<\/p>\n<span id=\"post-ratings-2599\" class=\"post-ratings\" data-nonce=\"c97673e282\"><img decoding=\"async\" id=\"rating_2599_1\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"1 Star\" title=\"1 Star\" onmouseover=\"current_rating(2599, 1, '1 Star');\" onmouseout=\"ratings_off(4.3, 5, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2599_2\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"2 Stars\" title=\"2 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2599, 2, '2 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.3, 5, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2599_3\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"3 Stars\" title=\"3 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2599, 3, '3 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.3, 5, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2599_4\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"4 Stars\" title=\"4 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2599, 4, '4 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.3, 5, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2599_5\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_half.gif\" alt=\"5 Stars\" title=\"5 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2599, 5, '5 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.3, 5, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/> (<strong>3<\/strong> Bewertung(en), Durchschnitt: <strong>4.33<\/strong> von 5)<br \/><span class=\"post-ratings-text\" id=\"ratings_2599_text\"><\/span><\/span><span id=\"post-ratings-2599-loading\" class=\"post-ratings-loading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/loading.gif\" width=\"16\" height=\"16\" class=\"post-ratings-image\" \/>Loading...<\/span>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Aussage im Titel ist auf dem ersten Blick wahrscheinlich sehr negativ besetzt. 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