{"id":204,"date":"2010-07-27T16:24:33","date_gmt":"2010-07-27T15:24:33","guid":{"rendered":"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=204"},"modified":"2012-11-28T07:41:39","modified_gmt":"2012-11-28T06:41:39","slug":"erkenntnisse-aus-der-hirnforschung-fur-das-fuhren-von-unternehmen-nutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=204","title":{"rendered":"Erkenntnisse aus der Hirnforschung f\u00fcr das F\u00fchren von Unternehmen nutzen"},"content":{"rendered":"<p>Wo und wie kann man f\u00fcr das F\u00fchren und Managen von Unternehmen Lehren und Erkenntnisse aus der Erforschung der Funktionsweise des menschlichen Gehirns ziehen? Mein n\u00e4chstes kleines Projekt rankt sich um genau diese Fragestellung. Meine ersten Ideen dazu m\u00f6chte ich jetzt schon einmal darlegen.<\/p>\n<p>Die Menschen haben in der Informationsgesellschaft Systeme geschaffen, die komplex sind. Das bedeutet die Variet\u00e4t und Vielfalt dieser Systeme ist ungemein hoch. Um diese Systeme zu beherrschen, muss eine ebenso gro\u00dfe wenn nicht noch gr\u00f6\u00dfere Eigenkomplexit\u00e4t der steuernden Systeme, wie Unternehmen es sind, erschaffen werden. Dieses Wissen ziehen wir aus dem <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ashbysches_Gesetz\">Gesetz der erforderlichen Variet\u00e4t von Ashby<\/a>. Das bedeutet, die Aufgabe des Managements eines Unternehmens ist es, eine ausreichende Eigenkomplexit\u00e4t des Unternehmens zu erzeugen. Es geht also nicht immer nur um Simplifizierung. Nur wie kann das erreicht werden?<\/p>\n<p>Bevor wir darauf eine Antwort finden wollen, machen wir einen kleinen Ausflug in das Innenleben eines menschlichen Gehirns. Menschen k\u00f6nnen nur \u00fcberleben weil ihr Gehirn Stabilit\u00e4ten aus Instabilit\u00e4ten der Umwelt errechnet. Ich m\u00f6chte mir garnicht vorstellen, meine Frau auf einmal nicht wieder zu erkennen, nur weil Sie beim Friseur war, oder meine Kinder nur weil Sie beim Spielen gefallen sind und sich eine Schramme im Gesicht zugezogen haben. Die gesamte Welt ist im Fluss, wie Heraklit schon gesagt hat. Die Welt ist nicht stabil, zu keiner Sekunde. Aber das menschliche Gehirn gaukelt uns eine Stabilit\u00e4t vor. Das ist auch notwendig f\u00fcr ein \u00dcberleben. Schaut man jetzt in das Innere unseres Gehirns, so erkennen wir das die Neuronen eines gesunden menschlichen Gehirns chaotisch feuern. Das Gehirn arbeitet weit weg vom <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thermodynamisches_Gleichgewicht#Thermodynamik\">thermodynamischen Gleichgewicht<\/a>. Das bedeutet, das Gehirn hat eine sehr hohe Eigenkomplexit\u00e4t um die Komplexit\u00e4t aus der Umwelt zu beherrschen. Das Berechnen der Stabilit\u00e4ten l\u00e4uft f\u00fcr den Menschen unbewusst ab. Das menschliche Gehirn filtert beispielsweise Signale aus der Umwelt.<\/p>\n<ul>\n<li>Das f\u00fcr Menschen sichtbare Licht liegt im Bereich der elektromagnetischen Strahlung: 380-780 nm Wellenl\u00e4nge.<\/li>\n<li>Menschen h\u00f6ren Schwingungen zwischen 20 und 20000 Hz.<\/li>\n<li>Das menschliche Auge nimmt pro Sekunde 10 Mio. Bits Daten auf; davon werden nur 40 Bits vom Gehirn f\u00fcr den Menschen unbewusst verarbeitet.<\/li>\n<li>Das menschliche Ohr nimmt pro Sekunde 100 Tsd. Bits Daten auf; davon werden nur 30 Bits vom Gehirn f\u00fcr den Menschen unbewusst verarbeitet.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es ist derzeit f\u00fcr den Menschen nicht erkl\u00e4rbar, wie das Gehirn diese Stabilit\u00e4ten errechnet. Hier kommt die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Emergenz\">Emergenz<\/a> zum Tragen (Das Ganze ist mehr als die Summe der Teile). Deshalb st\u00f6sst das Forschungsgebiet K\u00fcnstliche Intelligenz beim Nachbau eines menschlichen Gehirns auch (noch) an seine Grenzen. Das Gehirn l\u00e4sst sich n\u00e4mlich nicht blo\u00df durch die einzelnen Neuronen und deren Arbeitsweise erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Hirnstr\u00f6me.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Hirnstr\u00f6me.jpg\" alt=\"\" title=\"Hirnstr\u00f6me\" width=\"600\" height=\"137\" class=\"alignnone size-full wp-image-205\" srcset=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Hirnstr\u00f6me.jpg 600w, https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Hirnstr\u00f6me-300x68.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die obige Abbildung zeigt die Hirnaktivit\u00e4ten \u00fcber 1 Sekunde (Gehirnstr\u00f6me gemessen mit dem EEG) eines gesunden Menschen. Man erkennt das chaotische Verhalten. Das ist gleichzusetzen mit einer hohen Variet\u00e4t, die notwendig ist, um die hohe Komplexit\u00e4t der Umwelt zu verarbeiten. Bedeutet das jetzt, dass Unternehmen stets weit weg thermodynamischen Gleichgewicht agieren m\u00fcssen, wie das menschliche Gehirn?<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck nicht, denn auch das w\u00fcrde im Chaos enden. Menschen haben durch Gesetze, Kulturen, Sitten, Br\u00e4uche etc. Rahmenbedingungen geschaffen, die Stabilit\u00e4ten definieren. Selbst durch das Anwenden unserer Sprache generieren wir Stabilit\u00e4ten. In diesen konstruierten Stabilit\u00e4ten leben und agieren die Menschen. Diese Stabilit\u00e4ten werden allerdings immer h\u00e4ufiger durch die immer h\u00f6her werdende soziale Vernetzung der Menschen in der Informationsgesellschaft auf die Probe gestellt. Kurios oder? Beides wird von Menschen erzeugt: Rahmenbedingungen, die Stabilit\u00e4ten erzeugen (Sitten, Br\u00e4uche, Gesetze etc.) als auch Strukturen, die diese Stabilit\u00e4ten einst\u00fcrzen lassen (Vernetzung im Rahmen sozialer Plattformen). Wobei die Auswirkungen des Schaffens solcher Stabilit\u00e4ten und Strukturen nicht vorhersehbar sind (Die <a href=\"http:\/\/www.conny-dethloff.de\/chaostheorie.html\">Chaostheorie<\/a> kann an dieser Stelle Licht ins Dunkel bringen: Anwenden von Iterationen zur Erzeugung von Fraktalen).  Deshalb m\u00fcssen auch beispielsweise Kulturen, Leibilder, Visionen und Strategien von Unternehmen stetig hinterfragt werden. Hier spielt uns aber unser Gehirn einen Streich, denn aufgrund der vorhin angesprochenen F\u00e4higkeit des menschlichen Gehirns Stabilit\u00e4ten zu errechnen, ist es sehr schwierig Notwendigkeiten eines Wandels zu erkennen. Um dem zu begegnen muss also eine, wie es Prof. Peter Kruse sagt, Netzwerkintelligenz im Unternehmen geschaffen werden, die h\u00f6her ist als die Summe der einzelnen Intelligenzen der Mitarbeiter des Unternehmens. Diese Netzwerkintelligenz ist aber nicht planbar und deshalb auch nicht durch Command-and-Control Aktivit\u00e4ten (Steuern und Regeln) erreichbar. Oder hat Jemand den Erfolg des Internets vorhersagen oder planen k\u00f6nnen. Oder ist Jemand in der Lage eine genaue Handlungsanweisung f\u00fcr das Herausbilden einer kreativen Kultur in einem Unternehmen zu erstellen? In Zeiten eines Wandels, und nur dann, agieren Menschen oder auch Unternehmen, als Beispiel f\u00fcr soziale Systeme, weit weg vom thermodynamischen Gleichgewicht. Diesen Effekt hat Jeder von uns sicher schon einmal gesp\u00fcrt. Ist man sich nicht sicher beispielsweise eine neue Position innerhalb seines Arbeitsumfeldes zu bekleiden oder eine bestimmte T\u00e4tigkeit neu anzufangen, sp\u00fcrt man eine gewisse Unruhe. Man schl\u00e4ft schlecht oder man hat keinen Appetit. Hat man sich dann entschieden, ist die Unruhe verflogen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum F\u00fchren von Unternehmen. Gerade f\u00fcr die Zeiten des Wandels lassen sich Erkentnisse der Hirnforschung auf das Managen von Unternehmen \u00fcbertragen. Da diese in der Informationsgesellschaft immer h\u00e4ufiger anzutreffen sind, wird also dieser Interlock immer bedeutender. Was muss also schlussfogernd gegeben sein?<\/p>\n<ul>\n<li>Vernetzungsdichte und Standardisierung der Prozesse<\/li>\n<li>Transparenz und ungehinderter Informationsfluss<\/li>\n<li>Identit\u00e4t und gemeinsame Werte und Regeln<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong><em>Prof. Dr. Fredmung Malik<\/em><\/strong> benennt zwei Managementformen wie folgt: konstruktivistisch-technomorph und systemisch-evolution\u00e4r. Eine Mischform aus Beiden ist optimal. Wenn beispielsweise das Ziel in einem Projekt klar formuliert wird, ist Steuern und Regeln angesagt (konstruktivistisch-technomorph). Wird dieses Ziel hinterfragt, aufgrund ge\u00e4nderter Rahmenbedingungen, dann ist Selbstorgansiation gefragt (systemisch-evolution\u00e4r). In der Informationsgesellschaft, wo sich die Rahmenbedingungen h\u00e4ufiger \u00e4ndern als noch in Industriegesellschaft, m\u00fcssen sich beide Managementformen auch h\u00e4ufiger abwechseln oder bestenfalls parallel ablaufen. Das diese Erkenntnis derzeit noch nicht in den Unternehmen etabliert ist, sieht man beispielsweise an Unternehmensorganigrammen. Diese sind gepr\u00e4gt durch lineare Ursache Wirkungsbeziehungen. Es existieren keine R\u00fcckkopplungen. Die konstruktivistisch-technomorphe Managementform, die gepr\u00e4gt ist von Steuern und Regeln, \u00fcberwiegt noch immer in den meisten Unternehmen.<\/p>\n<p>Es gibt also noch viel zu tun. Was mich auch dazu bewogen hat, die Erkenntnisse aus der menschlichen Hirnforschung auf verschiedene Managementdisziplinen, wie Unternehmensplanung, Unternehmensbewertung, Personalf\u00fchrung und Coaching oder Wissensmanagement zu beleuchten. Ergebnisse werde ich demn\u00e4chst auf dieser Plattform ver\u00f6ffentlichen. Reflektionen auf das Change Management kann man im Buch <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Race-Change-Management-mit-ChangeModeler\/dp\/3940543063\/ref=sr_1_1?s=books&#038;ie=UTF8&#038;qid=1280215659&#038;sr=1-1\">The Race &#8211; Change Management mit dem ChangeModeler<\/a> nachlesen. Viel Spass beim Lesen.<\/p>\n<span id=\"post-ratings-204\" class=\"post-ratings\" data-nonce=\"d3f0be4230\"><img decoding=\"async\" id=\"rating_204_1\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_off.gif\" alt=\"1 Star\" title=\"1 Star\" onmouseover=\"current_rating(204, 1, '1 Star');\" onmouseout=\"ratings_off(0, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_204_2\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_off.gif\" alt=\"2 Stars\" title=\"2 Stars\" onmouseover=\"current_rating(204, 2, '2 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(0, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_204_3\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_off.gif\" alt=\"3 Stars\" title=\"3 Stars\" onmouseover=\"current_rating(204, 3, '3 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(0, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_204_4\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_off.gif\" alt=\"4 Stars\" title=\"4 Stars\" onmouseover=\"current_rating(204, 4, '4 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(0, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_204_5\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_off.gif\" alt=\"5 Stars\" title=\"5 Stars\" onmouseover=\"current_rating(204, 5, '5 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(0, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/> (Keine Bewertungen bislang. 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