{"id":1368,"date":"2012-07-18T20:35:21","date_gmt":"2012-07-18T19:35:21","guid":{"rendered":"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=1368"},"modified":"2012-11-27T07:54:52","modified_gmt":"2012-11-27T06:54:52","slug":"ohne-glauben-ist-keine-sinnkopplung-moglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=1368","title":{"rendered":"Ohne Glauben ist keine Sinnkopplung m\u00f6glich"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Gebhard Borck<\/em><\/strong> thematisiert in seinem Blog und gleichnamigen Buch <a href=\"http:\/\/affenmaerchen.wordpress.com\/\">Affenm\u00e4rchen \u2013 Arbeit frei von Lack und Leder<\/a> unter anderem die Sinnkopplung. Hier meine interpretierte Kurzform<\/p>\n<blockquote><p>T\u00e4tigkeiten, die von Menschen ausgef\u00fchrt werden sollen, m\u00fcssen f\u00fcr diese Sinn machen. Dieses \u201eSinn machen\u201c wird nicht, wie von vielen Mainstreamquellen aufgezeigt, durch Sinnstiftung, sondern durch Sinnkopplung erreicht. Sinnstiftung ist deshalb eine Illusion, weil den Menschen nicht von au\u00dfen Sinn eingetrichtert werden kann. Menschen erzeugen in sich einen Sinn in dem sie koppeln.<\/p><\/blockquote>\n<p>Details k\u00f6nnen Sie in Gebhards Blog und eben in seinem Buch recherchieren. Mir geht es in meinem heutigen Post darum zu evaluieren, was es unter anderem braucht um \u00fcberhaupt Sinn zu koppeln. Der Titel dieses Posts sagt es ja schon aus. Es ist der Glauben. Auf dem Weg  zu dieser Erkenntnis half mir vor allem die Mathematik weiter. Sie lesen richtig. Mathematik best\u00e4rkt mich darin, dass der Glaube wichtig ist und eben nicht das Wissen, denn der Volksmund sagt ja: &#8220;Glauben ist nicht wissen.&#8221; Wie es dazu kam m\u00f6chte ich jetzt kurz darlegen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Eine-gewisse-Ungewissheit.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Eine-gewisse-Ungewissheit.png\" alt=\"\" title=\"Eine gewisse Ungewissheit\" width=\"214\" height=\"296\" class=\"alignleft size-full wp-image-1377\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich bin vor geraumer Zeit durch Zufall auf das Buch <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Eine-gewisse-Ungewissheit-Zauber-Mathematik\/dp\/3832180672\/ref=sr_1_1?ie=UTF8&#038;qid=1342627108&#038;sr=8-1\">Eine gewisse Ungewissheit oder Der Zauber der Mathematik<\/a> von Gaurav Suri und Hartosh Sigh Bal gesto\u00dfen, von dem das Cover nebenstehend abgebildet ist. Ich habe es mir bestellt und regelrecht verschlungen. In diesem Buch wird in Romanform der Zauber der Mathematik enth\u00fcllt, in dem mathematische Erkenntnisse auf das praktische Leben gespiegelt werden.<\/p>\n<p>Die Hauptfigur dieses Buches ist Ravi. Als kleiner Junge bekommt er von seinem Gro\u00dfvater den Mathematikvirus eingeimpft, in dem er kleine mathematische Knobeleien von ihm vorgesetzt bekommt. Nach dem Tod seines Gro\u00dfvaters verblasst sein mathematisches Interesse und wird erst wieder w\u00e4hrend seines Studiums Stanford wieder zum Leben erweckt. Ravi belegt ein Seminar \u00fcber Unendlichkeit. Durch die gewonnenen Erkenntnisse in diesem Seminar und vor allem auch durch die Gespr\u00e4che mit dem Dozenten dieses Seminars, Nico, und mit seinen Kommilitonen wird die Frage nach der <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=1251\">absoluten Gewissheit oder Wahrheit<\/a> debattiert. Verst\u00e4rkt wird die Wichtigkeit der Kl\u00e4rung der Frage nach der absoluten Gewissheit noch durch die Recherchen, die Ravi anstellt, nachdem er herausgefunden hat, dass sein geliebter Gro\u00dfvater, der in ihm das Mathematikfieber geweckt hat, im Jahre 1919 in New Jersey wegen Versto\u00dfes gegen das Blasphemiegesetz im Gef\u00e4ngnis sa\u00df. Im Zuge dieser Recherchen analysieren er und seine Kommilitonen Gespr\u00e4che zwischen seinem Gro\u00dfvater, einem Atheisten, der absolut sicher ist, die Nichtexistenz Gottes mathematisch zu beweisen, und dem Untersuchungsrichter, der streng gl\u00e4ubiger Christ ist. An dieser Stelle m\u00f6chte ich nicht vorgreifen, um Ihnen die Spannung nicht zu nehmen. Aber eines muss ich los werden, bevor ich den Glauben thematisieren m\u00f6chte. <\/p>\n<p>Es ist atemberaubend, wie der Mathematik, die die meisten von uns aus der Schulzeit wohl als trocken und verstaubt in Erinnerung haben, hier Leben eingehaucht wird. Zweieinhalbtausend Jahre abstraktes Denken, von Pythagoras und Euklid bis hin zu Riemann, Hilbert, Cantor und Gau\u00df, werden benutzt um sehr praxisnah die Frage nach absoluter Gewissheit zu beantworten. Man kann die Begeisterung von Ravi und seinen Kommilitonen richtig f\u00fchlen, die sie f\u00fcr die Mathematik entwickeln. Nico, der Dozent des Seminars \u00fcber Unendlichkeit, stellt sehr oft einfache Fragen, die von den Studenten relativ leicht zu beantworten sind. Die Antworten zahlen aber in die finalen Ergebnisse und den gewonnenen Erkenntnissen ein. Die Studenten haben also Erfolgserlebnisse und auch das Gef\u00fchl beteiligt zu sein. Der Dozent und sie sind ein Team, die gemeinsam Erkenntnisse gewinnen. Ich bin mir sicher, wenn der Mathematikunterricht in den Schulen und die Mathematikvorlesungen in den Hochschulen \u00e4hnlich ablaufen w\u00fcrden, g\u00e4be es mehr Mathematikinteressierte. Diese Thematik habe ich in meinem Post <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=802\">In der Schule verlernen Sch\u00fcler das Denken<\/a> thematisiert.<\/p>\n<p>Bei der Offenlegung der Wichtigkeit des Glaubens spielt das <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Parallelenaxiom\">5. Postulat von Euklid<\/a> eine wichtige Rolle. Denn nachdem Ravi und seine Kommilitonen auf dem Weg der Erkenntnissuche auf Basis dieses Postulats herausfanden, dass es mehrere konsistente Theorien mit unterschiedlichen Aussagen geben kann, erschien ihnen das Leben irgendwie sinnlos. Denn sie haben gerade Mathematik studiert, um echte wahre Gewissheiten aufzusp\u00fcren. Da das nun nicht mehr m\u00f6glich schien, gab es aus ihrer Sicht keinen Weg aus der Sinnlosigkeit. Ein kleiner Monolog von Adin, einem von Ravis Kommilitonen, den sie im Buch auf den Seiten 377 und 378 finden, macht dieses Unbehagen deutlich.<\/p>\n<p>Dieses Unbehagen verflog dann gerade bei Ravi sehr schnell nachdem er einen Tagebucheintrag des Untersuchungsrichters las, welchen dieser im Jahre 1930, also gut 11 Jahre nach den Gespr\u00e4chen mit Ravis Gro\u00dfvater im Gef\u00e4ngnis, verfasste. In diesem Tagebucheintrag, welchen Sie in dem Buch auf den Seiten 387 bis 417 finden, zog der Richter Res\u00fcmee \u00fcber die Begegnung mit Ravis Gro\u00dfvater. Er kam f\u00fcr sich zu der Erkenntnis, dass es unm\u00f6glich ist irgendetwas zu beginnen ohne zun\u00e4chst an etwas zu glauben. F\u00fcr ihn ist es beispielsweise der Glaube an Gott. F\u00fcr Ravis Gro\u00dfvater ist es der Glaube dass mathematische Objekte au\u00dferhalb des menschlichen Denkens, unabh\u00e4ngig vom Bewusstsein existieren. Es gibt also ganz unterschiedliche Schattierungen von Glauben. Jeder Mensch muss im Anfang an etwas glauben, um Sinnkopplung betreiben zu k\u00f6nnen. Sinnkopplung setzt also Glauben voraus. Da der Glaube aber nicht beweisbar ist, sonst w\u00e4re es kein Glaube, kann es in dem Sinne wie wir absolute Gewissheit verstehen, diese nicht geben. Es ist also sinnlos nach der absoluten Gewissheit zu suchen. Vielmehr ist es bedeutend, dass jeder Mensch einen Ausgangspunkt hat, der f\u00fcr ihn als einigendes Prinzip dient, nach dem dieser dann denkt und agiert. Die Frage nach der Wahrheit dieses Ausgangspunktes ist unbeantwortbar. Die Frage nach der Passbarkeit schon, denn aus dieser entscheidet sich, <a href=\"http:\/\/affenmaerchen.wordpress.com\/2012\/07\/02\/sinnkopplung-in-der-praxis\/\">ob Menschen miteinander koppeln k\u00f6nnen oder eben nicht<\/a>. Damit will ich nat\u00fcrlich nicht die Wichtigkeit des Wissens bestreiten, sondern einzig und allein die Existenz von <strong>absolutem<\/strong> Wissen.<\/p>\n<span id=\"post-ratings-1368\" class=\"post-ratings\" data-nonce=\"289cb4f937\"><img decoding=\"async\" id=\"rating_1368_1\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"1 Star\" title=\"1 Star\" onmouseover=\"current_rating(1368, 1, '1 Star');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_1368_2\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"2 Stars\" title=\"2 Stars\" onmouseover=\"current_rating(1368, 2, '2 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_1368_3\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"3 Stars\" title=\"3 Stars\" onmouseover=\"current_rating(1368, 3, '3 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_1368_4\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"4 Stars\" title=\"4 Stars\" onmouseover=\"current_rating(1368, 4, '4 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_1368_5\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"5 Stars\" title=\"5 Stars\" onmouseover=\"current_rating(1368, 5, '5 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/> (<strong>6<\/strong> Bewertung(en), Durchschnitt: <strong>5.00<\/strong> von 5)<br \/><span class=\"post-ratings-text\" id=\"ratings_1368_text\"><\/span><\/span><span id=\"post-ratings-1368-loading\" class=\"post-ratings-loading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/loading.gif\" width=\"16\" height=\"16\" class=\"post-ratings-image\" \/>Loading...<\/span>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gebhard Borck thematisiert in seinem Blog und gleichnamigen Buch Affenm\u00e4rchen \u2013 Arbeit frei von Lack und Leder unter anderem die Sinnkopplung. 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