{"id":1251,"date":"2012-05-29T06:36:23","date_gmt":"2012-05-29T05:36:23","guid":{"rendered":"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=1251"},"modified":"2012-11-28T07:07:42","modified_gmt":"2012-11-28T06:07:42","slug":"lasst-sich-uber-wahrheit-wahr-sprechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=1251","title":{"rendered":"L\u00e4sst sich \u00fcber Wahrheit wahr sprechen?"},"content":{"rendered":"<p>Ein sehr guter Wegbegleiter auf meiner Reise des Verstehens hat mich angeregt \u00fcber die Wahrheit nachzudenken, mit der Fragestellung: &#8220;Gibt es eine objektive Sichtweise der Welt?&#8221; Meine Ideen und Gedanken dazu m\u00f6chte ich in diesem Post darlegen. Dieses Thema hat eine sehr gro\u00dfe praktische Relevanz, die man vor allem in Diskussionen beobachten kann. Es gibt mehrere Diskursteilnehmer, die unterschiedliche Sichtweisen auf eine bestimmte Thematik haben und diese auch vertreten. H\u00e4ufig n\u00e4hern sich die Diskursteilnehmer mit ihren Sichtweisen nicht an. Ein Grund daf\u00fcr ist aus meiner Sicht auch das Pochen auf Wahrheit ihrer Sicht. Damit nehmen Sie den \u00fcbrigen Teilnehmern aber die Plattform, den n damit behaupten sie ja die Falschheit derer Sichtweisen. Damit kommen dann negative Emotionen ins Spiel, die leicht zu Konflikten ausarbeiten, die aufgrund das Pochen auf absolute Wahrheit und Objektivit\u00e4t auch wieder nicht gel\u00f6st werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Gibt es Objektivit\u00e4t?<\/strong><\/p>\n<p>Gleich am Anfang m\u00f6chte ich mein Argument zur Wahrheit platzieren, welches ich nachgelagert in drei Schritten erh\u00e4rten m\u00f6chte. Es gibt Wahrheit. Allerdings ist diese Wahrheit f\u00fcr die Menschen oft nicht wahrnehmbar. Ich habe also drei Sachen zu tun. Ich muss Wahrheit definieren, ich muss zeigen, dass es sie gibt und dass Menschen sie oft nicht wahrnehmen k\u00f6nnen. Daf\u00fcr nehme ich Bezug auf die Vorlesung mit dem Titel <a href=\"http:\/\/www.podcasts.uni-freiburg.de\/podcast_content?id_content=23\">Theorien der Wahrheit<\/a>, gelesen von <em><strong>Maarten J.F.M. Hoenen<\/strong><\/em> der Albert-Ludwig Universit\u00e4t Freiburg. Diese Vorlesung kann ich sehr empfehlen. Ist aber schon harte Kost. Ich muss jede Vorlesung 2 bis 3 Mal h\u00f6ren. <\/p>\n<p>1. Bez\u00fcglich der Definition von Wahrheit nimmt Hoenen Bezug zu <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anselm_von_Canterbury\">Anselm<\/a>, der Wahrheit wie folgt definiert: &#8220;Wahrheit ist Rechtheit, die nur durch die Vernunft wahrnehmbar ist.&#8221; Nehmen Sie beispielsweise einen geraden Stab. Woher wissen Sie dass dieser Stab gerade ist? Nun k\u00f6nnte man sagen, dass Sie sehen, dass dieser Stab gerade ist. Allerdings nehmen sie diese Geradheit des Stabes letztendlich durch den Verstand wahr, in dem Sie n\u00e4mlich Ihre Sinneswahrnehmungen durch den Verstand verifizieren. Sie beweisen n\u00e4mlich die Geradheit des Stabes, weil Sie wissen dass eine Gerade dadurch gekennzeichnet ist, dass sie die k\u00fcrzeste Strecke zwischen 2 Punkten ist. Klarer wird dies wenn Sie den Stab ins Wasser halten. An der Wasseroberfl\u00e4che kr\u00fcmmt sich der Stab. Sie sehen also in diesem Fall etwas anderes als das was Ihr Verstand Ihnen einfl\u00f6\u00dft. Der sagt Ihnen n\u00e4mlich immer noch, dass der Stab gerade ist, was er ja auch ist.<\/p>\n<p>2. Jetzt wei\u00df ich was Wahrheit ist. Aber gibt es sie auch? Nur dann wenn es m\u00f6glich ist aus Wahrem Unwahres zu machen, macht es Sinn sich \u00fcber Wahrheit Gedanken zu machen. Sonst w\u00fcrde man Wahrheit nicht thematisieren. Wir w\u00fcrden es im Sinne von <em><strong>Gotthard G\u00fcnther<\/strong><\/em> rejecten, was er in seiner Polykontexturalit\u00e4tstheorie ausf\u00fchrt. Nur Menschen k\u00f6nnen aus Unwahrem Wahres machen, da sie einen Verstand haben. Hier k\u00f6nnen wir wieder den Bezug zur Definition von Wahrheit ziehen. Diese Thematik dr\u00fcckt sich auch in der Positivit\u00e4t unsere Sprache aus. Auch dies thematisiert Gotthard G\u00fcnther in der Polykontexturalit\u00e4tstheorie. Wir k\u00f6nnen uns derzeit nur positivsprachlich ausdr\u00fccken. Denn um etwas zu verneinen, muss es dieses etwas erst geben, sonst k\u00f6nnte ich es nicht verneinen. Wenn ich also sage, dass es Wahrheit nicht gibt, muss Wahrheit ja existieren. In dem Moment also, wo ich krampfhaft versuche die Existenz von Wahrheit zu verneinen, st\u00e4rke ich nur den Aspekt, dass es sie gibt. Ein Beispiel f\u00fcr eine Negativsprache ist \u00fcbrigens die doppelte Buchf\u00fchrung in der Finanzbuchhaltung. <\/p>\n<p>3. Kommen wir nun zum dritten Aspekt. Nach Anselm resultiert Wahrheit aus dem Wesen der Dinge. Alle Dinge, wie sie sind, beziehen sich auf genau eine erste Ursache. In dieser ersten Ursache liegt die reine Wahrheit begr\u00fcndet. Wenn alle Dinge durch diese erste Ursache verursacht sind, ist auch in diesen Dingen Wahrheit begr\u00fcndet. Anselm nimmt eine Dreiteilung vor. Die h\u00f6chste Wahrheit ist Ursache und wird durch nichts verursacht. Sie ist bez\u00fcglich der Wahrheit rein. Dann gibt es Wahrheiten, die Ursache sind, aber auch verursacht werden. Das ist die Wahrheit in den Dingen. Und dann gibt es Wahrheiten, die nur verursacht sind, aber nicht Ursache f\u00fcr etwas sind. Das ist die Sprache. In dem Moment wo man wahr spricht, verleiht man der h\u00f6chsten Wahrheit eine Stimme. Das ist aus Sicht Anselms die eigentliche Aufgabe der Wissenschaft. Ich denke diese kann sie aber nie erf\u00fcllen. Die Ursache daf\u00fcr liegt in der Sprache und der Objektivit\u00e4t begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Komme ich zur Objektivit\u00e4t, oder besser zur nicht vorhandenen Objektivit\u00e4t. Wir k\u00f6nnen die Dinge an sich nicht wahrnehmen, da wir unsere Wahrnehmungen filtern und gegen unsere Erfahrungen validieren und gegenpr\u00fcfen. Wir Menschen sind &#8220;nichttriviale Maschinen&#8221;, wie <em><strong>Heinz von F\u00f6rster<\/strong><\/em> es ausdr\u00fcckt. Diesen Aspekt habe ich im Artikel <a href=\"http:\/\/conny-dethloff.de\/mediapool\/78\/781999\/data\/Ist_Objektivitaet_eine_Illusion.pdf\">Ist Objektivit\u00e4t eine Illusion?<\/a> ausgef\u00fchrt. <\/p>\n<p>Kommen wir zur Sprache. Unsere Denk- und Wahrnehmungsprozesse sind des Weiteren von unserer Sprache beeinflusst. Denn, wenn wir Dinge der Umwelt wahrnehmen, dar\u00fcber nachdenken und dar\u00fcber kommunizieren, nutzen wir unsere Sprache. Auch jetzt wo ich dar\u00fcber schreibe bin ich darin gefangen. Diesen Aspekt habe ich im Post <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=256\">Sprache als Linse<\/a> detailliert. Die Objektivit\u00e4t werden wir nie herstellen k\u00f6nnen. Die H\u00fcrde der Sprache k\u00f6nnten wir vielleicht nehmen, wenn wir unsere Umgangssprache negativ ausrichten. Allerdings m\u00fcssten wir daf\u00fcr die zweiwertige Logik,  auf die unsere gesamte Wissenschaft aufgebaut ist, umsto\u00dfen und zur Polykontexturalen Logik \u00fcbergehen, wie Gotthard G\u00fcnther es formuliert hat. Davon sind wir noch so weit entfernt, dass man als Spinner abgestempelt wird, wenn man dar\u00fcber nachdenkt. Allerdings auch nach dem Nehmen dieser H\u00fcrde bleibt immer noch die niemals vorhandene Objektivit\u00e4t, was also letztendlich dazu f\u00fchrt, dass Wahrheit in G\u00e4nze von Menschen nicht erkennbar ist. <\/p>\n<p><strong>K\u00f6nnen wir komplettes Wissen der Welt erlangen?<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt in der Fragestellung 2 Begriffe, die man als Parameter betrachten kann. Dazu in den folgenden Schritten 2 und 3 mehr. Ich starte mal mit Schritt 1.<\/p>\n<p>1. Die Skeptiker sind sich sicher, dass wir niemals die Dinge &#8220;da drau\u00dfen&#8221; auch so wahrnehmen k\u00f6nnen wie sie sind. Unsere Wahrnehmung schl\u00e4gt uns hier ein Schnippchen. Das habe ich im vorigen Abschnitt auch beschrieben und kann es aus meiner Sicht bejahen. <\/p>\n<p>2. Die Idealisten versuchen diesen F\u00e4ngen zu entkommen, in dem sie den Begriff &#8220;Welt&#8221; thematisieren. Es gibt gar nicht die Dinge &#8220;da drau\u00dfen&#8221; ohne mein Zutun. Es gibt also keine von mir unabh\u00e4ngige Au\u00dfenwelt. Jetzt kann man nach Meinung der Idealisten fragen, ob ich nun mit diesem Reframing des Begriffes &#8220;Welt&#8221; komplettes Wissen erlangen kann. Auch hier sieht man schnell H\u00fcrden. Es w\u00fcrde n\u00e4mlich bedeuten, dass es grunds\u00e4tzlich keine von mir unabh\u00e4ngigen Dinge der Au\u00dfenwelt gibt. Das ist schwer vorstellbar. Auf der anderen Seite m\u00fcsste das auch bedeuten, dass unsere Wahrnehmung uns niemals t\u00e4uschen kann. Auch das ist schwer vorstellbar. <\/p>\n<p>3. Nun nehmen wir uns den anderen Parameter hervor und versuchen diesen anders zu definieren, n\u00e4mlich &#8220;Wissen&#8221;. Und jetzt beginnt das, was einige Philosophen nun machen, f\u00fcr mich fatal zu werden. Es ist aber leider viel zu h\u00e4ufig zu beobachten. Wir Menschen m\u00f6chten etwas erreichen, merken dass sie es nicht erreichen und definieren das zu Erreichende einfach um. Dieses zu Erreichende ist hier das komplette Wissen. Ich gebe Ihnen ein kurzes Beispiel aus der Wirtschaft: Bilanzf\u00e4lschung. Ein Unternehmen setzt sich ein bestimmtes Ziel f\u00fcr sein Ergebnis im Jahr 2012. Das Ergebnis wird nicht erreicht, also wird das Ziel einfach herunter geschraubt, so dass das Ziel, sprich das Ergebnis, erreicht wird. Bestandteile, die positiv auf das Ergebnis wirken, werden zugenommen oder Bestandteile, die negativ auf das Ergebnis wirken, werden einfach gestrichen. Man definiert damit quasi die Formel zur Errechnung des Ergebnis neu, im Sinne der Zielerreichung. Das ist der Archetyp der erodierenden Ziele. <\/p>\n<p>So scheint es mir hier auch. Es wird einfach gesagt, dass wir wahrscheinlich einen zu hohen Anspruch an Wissen haben, also wird das Wissen niedriger definiert. Mit der Neudefinition hie\u00dfe dass, dass die Menschen fr\u00fcher als sie noch der festen \u00dcberzeugung waren, dass die Sonne sich um die Erde dreht, \u00fcber komplettes Wissen \u00fcber die Welt verf\u00fcgten. Damals zu dem Zeitpunkt sprach ja &#8220;objektiv&#8221; nichts gegen diese Feststellung. Heute schon. Deshalb sagen wir heute, dass die Menschen damals kein sicheres Wissen hatten. Nur was bringt uns das? Die Fakten der Au\u00dfenwelt sind die gleichen. Wir Menschen machen uns etwas vor. Da kann ich nur schwer mitgehen.<\/p>\n<p>Vielleicht ist dieser Aspekt ja auch wieder ein Zeichen daf\u00fcr, dass wir Menschen schlecht mit Unsicherheit umgehen k\u00f6nnen. Warum nicht einfach zugestehen, dass wir niemals komplettes Wissen \u00fcber die Welt erlangen k\u00f6nnen? Ich bin der festen \u00dcberzeugung, dass wir niemals sicher sein k\u00f6nnen, dass das was wir heute als absolut sicheres Wissen ansehen, morgen komplett verworfen werden kann. Also kann ich von dem was ich heute wei\u00df nicht sagen, dass es total sicher ist. <\/p>\n<p>Ich finde schade, dass auch Teile der Philosophen Z\u00fcge erkennen lassen, wie wir sie beispielsweise in der Wirtschaft erkennen k\u00f6nnen (siehe obiges Beispiel). <\/p>\n<p><strong>Was hat Sprache mit Wahrheit zu tun?<\/strong><\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte mich f\u00fcr diese Fragestellung auf <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gottfried_Wilhelm_Leibniz\">Gottfried Wilhelm Leibniz<\/a> beziehen. Anselm geht noch davon aus, dass in den Dingen an sich Wahrheiten sind und wir diese erkennen oder finden k\u00f6nnen. Nur manchmal spielen unsere Sinne uns einen Streich. Dann transformiert der Mensch Wahrheit zu Unwahrheit. In der modernen Philosophie wurde genau diese Thematik untersucht. Kant sagt ja beispielsweise, dass wir das \u201eDing an sich\u201c niemals erkennen k\u00f6nnen. Damit kann es also auch nicht darum gehen, die Wahrheit in den Dingen zu suchen, sondern die Wahrheit in den Aussagen von Menschen zu suchen. Daf\u00fcr m\u00f6chte ich jetzt gerne die Ideen und Gedanken von Leibniz ins Spiel bringen. <\/p>\n<p>Nach Leibniz kann man von Wahrheit sprechen, wenn die Beziehungen zwischen den Vorstellungen mit den Beziehungen zwischen den Dingen \u00fcbereinstimmen. Wie kann man aber diese \u00dcbereinstimmung feststellen? Leibniz meint, das ist genau dann der Fall, wenn ein bestimmter Sachverhalt sich nicht anders und ohne Wiederspruch in eine bestimmte Sprache ausdr\u00fccken l\u00e4sst und wenn der Sachverhalt, egal in welcher Sprache er ausgedr\u00fcckt wird, stets erhalten bleibt. <\/p>\n<p>In seinem Traktat Dialogus von 1677 untersucht Leibniz die M\u00f6glichkeit, ob es Wahrheit in den Dingen geben kann. Es geht um den Fall, dass der Kreis diejenige geometrische Figur ist, wo die Beziehung zwischen Fl\u00e4cheninhalt und Umfang am gr\u00f6\u00dften ist. Will man also mit einem vorgegebenen Seil eine Fl\u00e4che gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Inhaltes abstecken, dann muss ich einen Kreis abstecken. Leibniz kommt zu dem Schluss, dass dies wahr ist, aber nicht nur wenn er daran denkt, sondern auch wenn er nicht daran denkt. Diese Wahrheit kann also gefunden werden, um in den Worten von Anselm zu sprechen. Also ist doch Wahrheit in den Dingen und nicht in den Vorstellungen? Das stellt Leibniz in Frage. Er meint Wahrheit und Unwahrheit m\u00fcssen stets gemeinsam vorliegen. Wahrheit ohne die M\u00f6glichkeit von Unwahrheit geht nicht, denn sie sind stets die 2 Seiten einer Medaille. Das habe ich in meiner ersten Mail an Ihnen auch schon ausgedr\u00fcckt. Kann man denn auch Unwahrheit von Dingen aussagen. Das geht nicht. Das kennen wir von Anselm. Unwahrheit kann man nur von Vorstellungen aussagen, nicht von Dingen. Wenn man aber Unwahrheit nicht in Dingen finden kann, dann kann man auch Wahrheit nicht in Dingen finden. Er konzentriert sich also auf Vorstellungen und unterscheidet diese noch einmal. Das muss er auch, wie im obigen Beispiel angedeutet. Das m\u00f6chte ich noch einmal an einem anderen Beispiel belegen: 2+2=4. Das ist wahr auch wenn ich nicht daran denke, also wenn ich mir das gerade nicht vorstelle. Leibniz unterscheidet deshalb aktuelle und m\u00f6gliche Vorstellungen. Wahrheit und damit auch Unwahrheit findet man in den m\u00f6glichen Vorstellungen. M\u00f6gliche Vorstellungen werden durch Denken in aktuelle Vorstellungen abgebildet. Ist dann die m\u00f6gliche Vorstellung wahr, ist auch die aktuelle Vorstellung wahr. <\/p>\n<p>Im Fazit sagt Leibniz, dass Wahrheit niemals in den Dingen gefunden werden kann, wie Anselm das noch dachte. Der Grund ist n\u00e4mlich, dass Dinge stets wahr sind und niemals unwahr sein k\u00f6nnen. Wahrheit gibt es nur in faktischen und in m\u00f6glichen S\u00e4tzen von Menschen, die \u00fcber Dinge ausgesagt werden k\u00f6nnen. Um das aber zu denken, muss man Vorstellungen unterscheiden. Denn ein Satz kann nicht nur wahr sein, wenn man an diesen denkt. Dazu noch ein Beispiel. Ich habe 2 Kinder. Egal ob ich daran denke oder nicht ist dieser Satz stets wahr. M\u00f6glich w\u00e4re, dass ich 1 Kind oder 3 Kinder habe. Das sind dann m\u00f6gliche Vorstellungen. Diese k\u00f6nnen auch als wahr gedacht werden. Nur sie stimmen eben faktisch nicht. Und das merke ich wenn ich diese Vorstellungen denke. Dann bilde ich die m\u00f6glichen Vorstellungen auf die faktischen Vorstellungen ab und erkenne keine \u00dcbereinstimmung. Ich ordne also allen m\u00f6glichen S\u00e4tzen durch mein Denken die Attribute &#8220;wahr&#8221; und &#8220;unwahr&#8221; zu. <\/p>\n<p>Schon damals gab es Gegenwind zu der Denkweise von Leibniz bzgl. Wahrheit. Wenn man Wahrheit nur in Vorstellungen, die durch S\u00e4tze zum Ausdruck gebracht werden, finden kann, w\u00e4re Wahrheit ja willk\u00fcrlich. Denn man verwendet Zeichen, denen man eine bestimmte Bedeutung zuspricht, um S\u00e4tze \u00fcberhaupt zum Ausdruck zu bringen. Die willk\u00fcrliche Verwendung von Zeichen lassen dann damit auch die Wahrheit in S\u00e4tzen willk\u00fcrlich werden. Leibniz entgegnete aber, dass die Willk\u00fcrlichkeit ab dem Zeitpunkt nicht mehr zutrifft, wenn man sich auf eine Bedeutung f\u00fcr ein Zeichen festgelegt hat. Wenn ich auf der Stra\u00dfe einen Hund sehe und zu meiner Frau sagen w\u00fcrde: &#8220;Schau mal ein Affe.&#8221;, w\u00fcrde sie mich wahrscheinlich schmal anschauen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Nun m\u00f6chte auf die Frage dieses Posts zur\u00fcck kommen. Ich denke schon, dass man \u00fcber Wahrheit wahr reden, aber eben nicht absolut und objektiv, sondern stets in dem jeweiligen Kontext, also relativ.<\/p>\n<span id=\"post-ratings-1251\" class=\"post-ratings\" data-nonce=\"53259eb63b\"><img decoding=\"async\" id=\"rating_1251_1\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"1 Star\" title=\"1 Star\" onmouseover=\"current_rating(1251, 1, '1 Star');\" onmouseout=\"ratings_off(4, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_1251_2\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"2 Stars\" title=\"2 Stars\" onmouseover=\"current_rating(1251, 2, '2 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_1251_3\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"3 Stars\" title=\"3 Stars\" onmouseover=\"current_rating(1251, 3, '3 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_1251_4\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"4 Stars\" title=\"4 Stars\" onmouseover=\"current_rating(1251, 4, '4 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_1251_5\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_off.gif\" alt=\"5 Stars\" title=\"5 Stars\" onmouseover=\"current_rating(1251, 5, '5 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/> (<strong>4<\/strong> Bewertung(en), Durchschnitt: <strong>4.00<\/strong> von 5)<br \/><span class=\"post-ratings-text\" id=\"ratings_1251_text\"><\/span><\/span><span id=\"post-ratings-1251-loading\" class=\"post-ratings-loading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/loading.gif\" width=\"16\" height=\"16\" class=\"post-ratings-image\" \/>Loading...<\/span>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein sehr guter Wegbegleiter auf meiner Reise des Verstehens hat mich angeregt \u00fcber die Wahrheit nachzudenken, mit der Fragestellung: &#8220;Gibt es eine objektive Sichtweise der Welt?&#8221; Meine Ideen und Gedanken dazu m\u00f6chte ich in diesem Post darlegen. 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