{"id":11532,"date":"2020-01-07T06:07:28","date_gmt":"2020-01-07T05:07:28","guid":{"rendered":"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=11532"},"modified":"2020-01-08T06:24:59","modified_gmt":"2020-01-08T05:24:59","slug":"projekte-als-strukturkrucke-fur-wertgenerierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=11532","title":{"rendered":"Projekte als &#8220;Strukturkr\u00fccke&#8221; f\u00fcr Wertgenerierung"},"content":{"rendered":"<p>Das Projektmagazin hat zur <a href=\"https:\/\/www.projektmagazin.de\/blogparade_2020\">Blogparade<\/a> aufgerufen, in der die folgende Frage zur Debatte gestellt wird.<\/p>\n<p><strong>Brauchen wir noch Grenzen im Projektmanagement?<\/strong><\/p>\n<p>Mit diesem Beitrag m\u00f6chte ich an dieser Blogparade teilnehmen und die Frage aus einer vielleicht neuen Sicht betrachten. Ich werde nicht darauf eingehen, wie wir Projekte besser durchf\u00fchren k\u00f6nnen, was auch immer &#8220;besser&#8221; in diesem Kontext bedeuten mag. Das wird und wurde bereits zu Hauf getan, sicher auch im Rahmen dieser Blogparade wieder.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte eher Projekte an sich beleuchten, also die Frage beantworten, was Projekte eigentlich im Kern sind und warum wir sie eigentlich ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich sind Projekte nicht per se notwendig. Ich glaube gar, dass es ein G\u00fctezeichen der prim\u00e4ren Organisationsstruktur in einem Unternehmen ist, wenig Projekte zu ben\u00f6tigen. Ich bin mir aber auch bewusst, dass Projekte in bestimmten Kontexten notwendig sind.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte in erster Linie mit diesem Beitrag dazu beitragen, Projekte bewusst als Strukturhilfe f\u00fcr Wertgenerierung einzusetzen und erst danach \u00fcber eine passf\u00e4hige Durchf\u00fchrung dieser Projekte zu denken.<\/p>\n<p>Meine Antwort zur Frage der Grenzen des Projektmanagement lautet also.<\/p>\n<p><strong>Die Grenze suche ich in der Anzahl der notwendig durchzuf\u00fchrenden Projekte im Unternehmen, um Wert generieren zu k\u00f6nnen. Je weniger Projekte notwendig werden desto besser, denn das ist ein Indiz f\u00fcr eine gute Passf\u00e4higkeit der prim\u00e4ren Organisationsstruktur im Unternehmen.<\/strong><\/p>\n<p>Diese Antwort m\u00f6chte ich nun begr\u00fcnden.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #6666ff;\">Was sind eigentlich Projekte?<\/span><\/h3>\n<p>Projekte sollten bestenfalls eine Strukturhilfe in Unternehmen sein, damit Menschen zusammen Wert generieren k\u00f6nnen, und ben\u00f6tigt werden, weil die prim\u00e4re Organisationsform ungen\u00fcgend geeignet ist, diese Zusammenarbeit zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Projekte durchf\u00fchren zu m\u00fcssen ist kein Naturgesetz wie die Gravitation. Ich bekr\u00e4ftige an dieser Stelle meine oben get\u00e4tigte Hypothese, dass je weniger Projekte in einem Unternehmen ben\u00f6tigt werden, desto besser es ist, denn Projekte durchzuf\u00fchren ist immer gleich bedeutend mit dem Durchf\u00fchren von nicht wertgenerierenden T\u00e4tigkeiten, also T\u00e4tigkeiten, die man genau nur deshalb durchf\u00fchren muss, weil man Projekte durchf\u00fchrt. Das w\u00e4ren zum Beispiel<\/p>\n<ul>\n<li>Finden von Menschen f\u00fcr ein Projekt bei der Projektinitiierung<\/li>\n<li>Vereinbaren vertraglicher Themen bei der Projektinitiierung<\/li>\n<li>Teambuilding w\u00e4hrend des Projektes<\/li>\n<li>Durchf\u00fchren von Knowledge Transfers in der Phase des Projektabschlusses, da andere Menschen das Projektergebnis in der Regel nach dem Projekt betreuen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sie kommen bestimmt auf weitere T\u00e4tigkeiten, die in erster Linie nur durchgef\u00fchrt werden m\u00fcssen, weil es Projekte gibt, nicht, weil sie per se f\u00fcr den Markt einen Wert generieren.<\/p>\n<p>Projekte heilen oft den Missstand, dass Menschen in den Unternehmen sehr h\u00e4ufig \u00fcber die prim\u00e4re Organisationsform nicht in der Lage sind, Wert zu generieren. Deshalb nenne ich Projekte auch h\u00e4ufig &#8220;Strukturkr\u00fccke&#8221;, im Gegensatz zu &#8220;Strukturhilfe&#8221;. Dazu komme ich nun.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #6666ff;\">Warum ben\u00f6tigen wir Projekte?<\/span><\/h3>\n<p>Ich habe im Beitrag oben von der prim\u00e4ren Organisationsstruktur geschrieben. Was meine ich damit? Die prim\u00e4re Organisationsstruktur ist der Teil der Struktur, \u00fcber die in den Unternehmen formal, relativ zeitbest\u00e4ndig und unabh\u00e4ngig der dediziert zu erf\u00fcllenden Aufgaben Macht und Verantwortung definiert und zugeteilt wird. Projekte geh\u00f6ren dementsprechend f\u00fcr mich zwar zur formalen Struktur, wissend dass sich auch in diesen informale Strukturen ausbilden k\u00f6nnen, aber eben nicht zur prim\u00e4ren Struktur. In vielen Unternehmen zeigt das Oganigramm die prim\u00e4re Organisationsstruktur an.<\/p>\n<p>Seit Jahrzehnten denken wir Unternehmen in funktionale Bereiche, wie Einkauf, Service, Produktion, Logistik, Controlling etc. organisiert. Je komplexer die Umwelten werden, in denen Unternehmen agieren, desto notwendiger wird es, Wert cross-funktional und nicht funktional zu generieren. Wir merken es daran, dass Projekte Hochkonjunktur haben, dass also immer mehr Projekte in den Unternehmen notwendig werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Abbildung-7-Organisierte-Verantwortungslosigkeit.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-11536\" src=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Abbildung-7-Organisierte-Verantwortungslosigkeit.png\" alt=\"\" width=\"2016\" height=\"760\" srcset=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Abbildung-7-Organisierte-Verantwortungslosigkeit.png 2016w, https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Abbildung-7-Organisierte-Verantwortungslosigkeit-300x113.png 300w, https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Abbildung-7-Organisierte-Verantwortungslosigkeit-768x290.png 768w, https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Abbildung-7-Organisierte-Verantwortungslosigkeit-1024x386.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 2016px) 100vw, 2016px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Warum hat sich denn \u00fcberhaupt die funktionale Organisationsform als prim\u00e4re in den Unternehmen etabliert? Denn es ist doch nicht wirklich plausibel zu erkl\u00e4ren, dass \u00fcber die prim\u00e4re Organisationsstruktur immer weniger Wert generiert wird und wir deshalb die Strukturkr\u00fccke &#8220;Projekt&#8221; ben\u00f6tigen. Oder?<\/p>\n<p>Anfang des 19. Jahrhunderts, kommend aus der Manufaktur auf dem Weg zur Industrialisierung, begann der Markt sich zu einem Verk\u00e4ufermarkt zu entwickeln. Unternehmen konnten unabh\u00e4ngig der Kundenw\u00fcnsche und -bed\u00fcrfnisse produzieren und haben sich erst nachtr\u00e4glich um den Absatz der Produkte k\u00fcmmern m\u00fcssen. Hergestellte Produkte und Services wurden schon irgendwie verkauft. Das war nicht das Problem. Es war klar, was hergestellt werden musste, es sollte nur schnell und kosteng\u00fcnstig vonstattengehen. Effizienz war Trumpf. Kundenbed\u00fcrfnisse standen hinten an. Taylor hat diese Art, Unternehmen zu denken, gepr\u00e4gt und zur Perfektion getrieben (Taylorismus).<\/p>\n<p>Durch die Digitalisierung hat sich der Markt vom Verk\u00e4ufer- hin zum K\u00e4ufermarkt entwickelt. Menschen haben jetzt viel mehr M\u00f6glichkeiten ihre W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen. Darauf sollten Unternehmen reagieren, wollen sie nicht &#8220;sterben&#8221;. Nun ist es nicht mehr so einfach, die erzeugten Produkte und Services beim Kunden zu platzieren. Kunden r\u00fccken notgedrungen in den Mittelpunkt des Interesses der Unternehmen. Effektivit\u00e4t wird wichtiger, also die Frage danach, was produziert werden soll, nicht nur wie es getan wird. Das bedeutet auch, dass man zu Gunsten der Probleml\u00f6sung f\u00fcr den Kunden das Heben von Synergien im Unternehmen hintenanstellen sollte, was mit einem prim\u00e4ren Fokus auf Effizienz undenkbar w\u00e4re. Diese neue Fokussierung sollte nat\u00fcrlich nicht in Verschwendung ausarten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Abbildung-1-Taylor-Wanne.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-11537\" src=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Abbildung-1-Taylor-Wanne.png\" alt=\"\" width=\"1604\" height=\"755\" srcset=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Abbildung-1-Taylor-Wanne.png 1604w, https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Abbildung-1-Taylor-Wanne-300x141.png 300w, https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Abbildung-1-Taylor-Wanne-768x361.png 768w, https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Abbildung-1-Taylor-Wanne-1024x482.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1604px) 100vw, 1604px\" \/><\/a><\/p>\n<p>An der obigen Abbildung, der abgewandelten Taylor-Wanne von Gerhard Wohland, erkennt man relativ leicht diese beschriebene fehlende Passf\u00e4higkeit des funktionalen Schnittes, da dieser Sollbruchstellen im Wertstrom definiert. Diese Sollbruchstellen im Wertstrom fielen in den Zeiten der Industrialisierung nicht ins Gewicht, da der Markt noch nicht so komplex und so ges\u00e4ttigt war. Das bedeutet, der Handlungsraum der Kunden war gering, was letztendlich dazu f\u00fchrte, dass die Erwartungen der Kunden an Services und Produkte der Unternehmen nicht so gro\u00df waren. Unternehmen mussten gar nicht kundenzentriert agieren, um einen Wert f\u00fcr Kunden zu generieren.<\/p>\n<p>In Zeiten der Digitalisierung hat sich der Markt ge\u00e4ndert, was nun zu einer Behinderung des Wertstromflusses f\u00fchrt. Unternehmen m\u00fcssen kundenzentriert agieren, was die Notwendigkeit einer neuen prim\u00e4ren Organisationsform offenbar werden l\u00e4sst, die n\u00e4mlich den Wertstrom, \u00fcber den Kunden gl\u00fccklich gemacht werden, unterst\u00fctzt und nicht durchtrennt.<\/p>\n<p>Die funktionale Sicht auf ein Unternehmen l\u00e4sst solch eine Neujustierung nicht zu, denn in den einzelnen funktionalen Bereichen an sich kann man den Kunden nicht bedienen, sondern nur im Zusammenspiel dieser. Lokale Optima in den funktionalen Bereichen f\u00fchren nun nicht mehr zum globalen Optimum im Unternehmen.<\/p>\n<p>Projekte sind also ein Mittel, die fehlende Passf\u00e4higkeit der prim\u00e4r funktionalen Organisationsform f\u00fcr Wertgenerierung zu beheben, allerdings werden damit eine Reihe nicht wertgenerierender T\u00e4tigkeiten &#8220;eingekauft&#8221;. Das hatten wir ja schon.<\/p>\n<p>Ein guter Indikator f\u00fcr eine grunds\u00e4tzlich passf\u00e4hige prim\u00e4re Organisationsform in Unternehmen ist, wieviel % der Wertgenerierung in dieser gehandhabt werden kann. Je weniger Projekte ben\u00f6tigt werden, desto passf\u00e4higer ist die prim\u00e4re Organisationsform.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #6666ff;\">Wie werden Projekte von der &#8220;Strukturkr\u00fccke&#8221; zur echten &#8220;Strukturhilfe&#8221;?<\/span><\/h3>\n<p>Die Frage, die mich also umtreibt ist die Folgende<\/p>\n<p><strong>Gibt es eine passf\u00e4higere prim\u00e4re Organisationsform f\u00fcr Unternehmen als die funktionale, die es in dieser in hohem Ma\u00dfe erlaubt, Wert f\u00fcr den Markt zu generieren und nur f\u00fcr bestimmte Ausnahmen Projekte notwendig werden l\u00e4sst?<\/strong><\/p>\n<p>Bevor ich eine Antwort auf diese Frage skizziere m\u00f6chte ich voran stellen, dass dieser Beitrag im Rahmen dieser Blogparade nicht gen\u00fcgend Zeit und Raum bietet, um die Gedanken ausf\u00fchrlich zu thematisieren. Dazu m\u00f6chte ich gerne auf mein laufendes <a href=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?page_id=4036\">Projekt &#8220;Business Systemics&#8221;<\/a> verweisen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Abbildung-5-Wertstromebene-2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-11538\" src=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Abbildung-5-Wertstromebene-2.png\" alt=\"\" width=\"2003\" height=\"933\" srcset=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Abbildung-5-Wertstromebene-2.png 2003w, https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Abbildung-5-Wertstromebene-2-300x140.png 300w, https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Abbildung-5-Wertstromebene-2-768x358.png 768w, https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Abbildung-5-Wertstromebene-2-1024x477.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 2003px) 100vw, 2003px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mit Hilfe der obigen Abbildung nehme ich eine grunds\u00e4tzliche Sicht auf Unternehmen ein. Die Daseinsberechtigung von Unternehmen ist es, Probleme von Kunden zu l\u00f6sen sowie W\u00fcnsche der Kunden zu befriedigen. Unternehmen sollten f\u00fcr Menschen<\/p>\n<ol>\n<li>W\u00fcnscheErf\u00fcller,<\/li>\n<li>Bed\u00fcrfnisBefriediger und<\/li>\n<li>ProblemL\u00f6ser<\/li>\n<\/ol>\n<p>sein. Nur wenn Kunden wahrnehmen, dass Unternehmen ihnen helfen, ihre Probleme zu l\u00f6sen und zwar besser als andere es k\u00f6nnen oder wenn sie es alleine t\u00e4ten, kommen sie wieder. Denn sie erkennen den Wert, den das Unternehmen ihnen stiftet und daf\u00fcr sind sie dann auch bereit Geld zu bezahlen.<\/p>\n<p>Dazu f\u00fchre ich nun den Begriff des Kundenkontextes der Interaktion zwischen Unternehmen und Kunde ein. Kundenkontexte sind reale Lebenssituationen, in denen Menschen sich befinden und Hilfe ben\u00f6tigen. Je Kundenkontext ist es Aufgabe des Unternehmens Kunden gl\u00fccklich zu machen. Dabei kann ein Unternehmen mehrere Kundenkontexte bedienen. Im Beispiel eines Handelsunternehmens k\u00f6nnte das zum Beispiel &#8220;Shopping&#8221; sein. Weitere Beispiele sind &#8220;Urlaub&#8221;, &#8220;Gesundheit und Sport&#8221;, &#8220;Umzug&#8221; oder &#8220;Mobilit\u00e4t&#8221;.<\/p>\n<p>Je Kontext und damit je Customer Journey in der Wertstromebene 1 (siehe obige Abbildung) besteht nun die Aufgabe, im Unternehmen die dort gelagerten F\u00e4higkeiten so zu verbessern, dass die Kunden ihre Probleme stetig besser l\u00f6sen k\u00f6nnen. Ureigenste Aufgabe innerhalb der Unternehmen besteht nun darin, daf\u00fcr zu sorgen, dass die Aktivit\u00e4ten der Wertstromebene 1 bestm\u00f6glich ausgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Denn das sorgt daf\u00fcr, dass Kunden im jeweiligen Kundenkontext bestm\u00f6glich bedient werden.<\/p>\n<p>In der Wertstromebene 2 (siehe obige Abbildung) werden die notwendigen F\u00e4higkeiten ausgebildet, die in der Wertstromebene 1, den Customer Journeys zum produktiven Einsatz kommen. Das Suchen bzw. Finden der Schwachstellen in den F\u00e4higkeiten sowie das anschlie\u00dfende Verbessern der F\u00e4higkeiten sollte nach einem gemeinsam vereinbarten zeitlichen Zyklus geschehen, also beispielsweise alle x Monate, in dem dann der Unternehmens-Backlog aktualisiert wird. Auch das wird in der obigen Abbildung schematisch dargestellt.<\/p>\n<p>An dieser Stelle reiche ich gerne ein Analogon zum Fu\u00dfball an. Die Wertstromebene 1 bilden die jeweiligen Punktspiele in den jeweiligen Wettbewerben ab, die Wertstromebene 2 das Training, wo F\u00e4higkeiten wie Passspiel, Zweikampf, Standards etc. verbessert werden. Der Unterschied zwischen Wirtschaft und Fu\u00dfball ist allerdings, dass beim Fu\u00dfball Wettkampf und Training niemals zeitlich parallel ablaufen. In der Wirtschaft laufen Wertstromebene 1 und 2 zeitlich parallel ab, was die Komplexit\u00e4t der Interaktion zwischen den beiden Wertstromebenen innerhalb der Wirtschaft erh\u00f6hen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong>Warum sind nun in dieser dargestellten prim\u00e4ren Organisationsform weniger Projekte notwendig?<\/strong><\/p>\n<p>In dieser prim\u00e4ren Organisationsform wurde dediziert darauf geachtet, ob ein bestimmtes Zusammenspiel von Kompetenzen und Skills von Menschen von tempor\u00e4rer Natur sein sollte oder eben nicht.<\/p>\n<p>F\u00fcr wenig wiederkehrende T\u00e4tigkeiten, wie beispielsweise das Finden eines neuen Gesch\u00e4ftsmodells in einem Unternehmen, die Einf\u00fchrung eines neuen IT-Systems oder die Migration von IT-Anwendungen in die Cloud, sind sicherlich weiterhin Projekte als Strukturhilfe notwendig, da f\u00fcr diese speziellen T\u00e4tigkeiten keine dedizierte Zusammenstellung von Skills und Kompetenzen dauerhaft notwendig sein muss.<\/p>\n<p>Wenn es allerdings wiederkehrende Aktivit\u00e4ten gibt, wo also eine Zusammenstellung von Skills und Kompetenzen in einem Team von dauerhafter Natur ist, wie das Erstellen von IT-Produkten in einem Unternehmen in der Wertstromebene 2, damit die Kunden in der Wertstromebene 1 immer besser bedient werden k\u00f6nnen, stellen Projekte eher ein Hindernis dar, da sie nicht wertgenerierende T\u00e4tigkeiten notwendig werden lassen.<\/p>\n<p>Wie wir vor ein paar Jahren im Business Intelligence (BI) Bereich von OTTO diese oben skizzierte Organisationsform etabliert haben, habe ich auf der PM Welt 2018 vorgestellt. Den Vortrag sehen Sie hier.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/262174835\" width=\"640\" height=\"360\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>Projekte m\u00f6chte ich also nicht per se verdammen, sondern nur dort als Strukturhilfe eingesetzt wissen, wo ein ganz bestimmtes Zusammenspiel von Kompetenzen und Skills von Menschen wirklich nur von tempor\u00e4rer Natur ist.<\/p>\n<p>Zum Schluss m\u00f6chte ich nicht unerw\u00e4hnt lassen, dass ich die hier skizzierten Ideen und Gedanken mittlerweile weiter in Richtung eines Frameworks gedacht habe. Im Buchband &#8220;Das Change Management Workbook &#8211; Ver\u00e4nderungen im Unternehmen erfolgreich gestalten&#8221;, welcher Mitte des Jahres erscheinen wird, habe ich das Framework im Rahmen eines Beitrages verschriftlicht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Buchcover.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-11542\" src=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Buchcover.png\" alt=\"\" width=\"1917\" height=\"1323\" srcset=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Buchcover.png 1917w, https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Buchcover-300x207.png 300w, https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Buchcover-768x530.png 768w, https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Buchcover-1024x707.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1917px) 100vw, 1917px\" \/><\/a><\/p>\n<span id=\"post-ratings-11532\" class=\"post-ratings\" data-nonce=\"d47ff40632\"><img decoding=\"async\" id=\"rating_11532_1\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"1 Star\" title=\"1 Star\" onmouseover=\"current_rating(11532, 1, '1 Star');\" onmouseout=\"ratings_off(4.8, 5, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_11532_2\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"2 Stars\" title=\"2 Stars\" onmouseover=\"current_rating(11532, 2, '2 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.8, 5, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_11532_3\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"3 Stars\" title=\"3 Stars\" onmouseover=\"current_rating(11532, 3, '3 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.8, 5, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_11532_4\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"4 Stars\" title=\"4 Stars\" onmouseover=\"current_rating(11532, 4, '4 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.8, 5, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_11532_5\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_half.gif\" alt=\"5 Stars\" title=\"5 Stars\" onmouseover=\"current_rating(11532, 5, '5 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.8, 5, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/> (<strong>4<\/strong> Bewertung(en), Durchschnitt: <strong>4.75<\/strong> von 5)<br \/><span class=\"post-ratings-text\" id=\"ratings_11532_text\"><\/span><\/span><span id=\"post-ratings-11532-loading\" class=\"post-ratings-loading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/loading.gif\" width=\"16\" height=\"16\" class=\"post-ratings-image\" \/>Loading...<\/span>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Projektmagazin hat zur Blogparade aufgerufen, in der die folgende Frage zur Debatte gestellt wird. 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