{"id":1027,"date":"2012-01-06T09:08:18","date_gmt":"2012-01-06T08:08:18","guid":{"rendered":"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=1027"},"modified":"2018-12-04T05:59:57","modified_gmt":"2018-12-04T04:59:57","slug":"der-kampf-fur-das-gute-ist-der-nahrboden-fur-das-bose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=1027","title":{"rendered":"Der Kampf f\u00fcr das Gute ist der N\u00e4hrboden f\u00fcr das Schlechte"},"content":{"rendered":"<p>Sehr h\u00e4ufig werde ich gefragt, worin die praktische Bedeutung der Polykontexturalen Logik von <strong><em>Gotthard G\u00fcnther<\/em><\/strong> besteht. Ich habe die Polykontexturalit\u00e4t <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?tag=polykontexturalitat\">in einigen Post meines Logbuchs bereits reflektiert<\/a>. In meinem Rucksack findet man auch <a href=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?page_id=1987\">einige Gedanken<\/a> dazu. Eine kurze Einf\u00fchrung in die Polykontexturale Logik (PKL) inkusive der Beweggr\u00fcnde dahinter findet man <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/rk\/rk_polykont-logik-konzept-formal-valid.pdf\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte als Bedeutung f\u00fcr die Praxis ein Thema herausgreifen, welches ich in Diskussionen und Debatten immer wieder wahrnehme, das ist n\u00e4mlich der Anspruch auf Wahrheit. G\u00fcnther hat postuliert, dass es nicht nur entscheidend ist eine Aussage zu bewerten, sondern auch den Platz mit einzubeziehen, von welchem aus diese Aussage gemacht wird. Damit inkludiert er Kontexte und somit Subjektivit\u00e4ten in die Betrachtung. Die zweiwertige Logik kennt stets nur einen Kontext, sie ist monokontextural. Der Platz, wo eine Aussage get\u00e4tigt wird, wird nicht mit einbezogen. Da wir in unserem Denken von der monokontexturalen Logik gepr\u00e4gt sind, da sie in unseren Bildungseinrichtungen gelehrt wird, machen wir uns also \u00fcber Kontexte in Diskussionen keine Gedanken, wundern uns aber warum wir h\u00e4ufig aneinander vorbeireden und nicht auf einen Nenner kommen. Das das n\u00e4mlich so ist, ist vollkommen normal. Das m\u00f6chte ich kurz skizzieren.<\/p>\n<p>Plakativ l\u00e4sst sich diese Problematik zur\u00fcckf\u00fchren auf<\/p>\n<blockquote><p>Wenn Sie sich eine Medaille um den Hals h\u00e4ngen lassen, haben sie stets beide Seiten der Medaille um den Hals, eine alleine geht nicht. <\/p><\/blockquote>\n<p>Die beiden Seiten einer Medaille kann man als Kontext verstehen. Debattieren Sie \u00fcber ein bestimmtes Thema, wie beispielsweise die <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=247\">Gleichberechtigung<\/a>, und \u00e4u\u00dfern ihre Meinung daf\u00fcr, dann bereiten Sie gleichzeitig den N\u00e4hrboden f\u00fcr Diskriminierung. Die polykontexturale Logik erlaubt die Operation des Rejects. Es wird ein Thema quasi abgelehnt und nicht debattiert. Man unterh\u00e4lt sich einfach \u00fcber etwas anderes, nicht \u00fcber Gleichberechtigung. Damit gibt man der Diskriminierung erst gar keine Plattform. Die Polykontexturale Logik kann das, da sie mehrere Kontexturen zul\u00e4sst. In dem Moment, wo man sich zu einem Thema \u00e4u\u00dfert, ist man schon mittendrin.<\/p>\n<p>Spiegeln kann man das auch von einem anderen Blickwinkel heraus. Wenn man beispielsweise seine St\u00e4rken verbessern m\u00f6chte, muss man seine Schw\u00e4chen annehmen. St\u00e4rken und Schw\u00e4chen bilden eine Kontextur, wie die oben angesprochenen zwei Seiten einer Medaille. Wenn ich also meine St\u00e4rken verbessern m\u00f6chte, muss ich mir meine Schw\u00e4chen eingestehen, ich muss sie zulassen. Oder nehmen wir das Thema <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?p=622\">Fehler<\/a>. Fehler und Fehlerfrei bilden ein Kontextur. Wenn ich Fehlerfreiheit haben m\u00f6chte, muss ich Fehler zulassen wollen. Man hat stets Beides, nie eines alleine.   <\/p>\n<p>Sie kennen sicherlich den Ausspruch &#8220;Sag niemals nie.&#8221; Beispielsweise: &#8220;Ich m\u00f6chte niemals so werden wie &#8230;&#8221;. In dem Moment, wo sie die Aussage t\u00e4tigen, thematisieren Sie diese. Ein Reject ist nicht mehr m\u00f6glich. Damit haben Sie wieder die zwei Seiten der Medaille. Und schwups, handeln sie genau so wie sie eigentlich garnicht handeln wollten. \u00dcbrigens ist die Aussage &#8220;Sag niemals nie&#8221; ein Paradoxon. In dem Moment, wo man den Satz ausspricht, handelt man bereits dagegen.<\/p>\n<p>Wer also f\u00fcr das Gute k\u00e4mpft, bereitet den N\u00e4hrboden f\u00fcr das Schlechte. Was jetzt nicht bedeuten soll, nicht f\u00fcr das Gute k\u00e4mpfen zu wollen. Man muss diesen Fakt nur akzeptieren. Man bekommt ihn nicht weg.<\/p>\n<span id=\"post-ratings-1027\" class=\"post-ratings\" data-nonce=\"c5a1c1c817\"><img decoding=\"async\" id=\"rating_1027_1\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"1 Star\" title=\"1 Star\" onmouseover=\"current_rating(1027, 1, '1 Star');\" onmouseout=\"ratings_off(4.2, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_1027_2\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"2 Stars\" title=\"2 Stars\" onmouseover=\"current_rating(1027, 2, '2 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.2, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_1027_3\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"3 Stars\" title=\"3 Stars\" onmouseover=\"current_rating(1027, 3, '3 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.2, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_1027_4\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"4 Stars\" title=\"4 Stars\" onmouseover=\"current_rating(1027, 4, '4 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.2, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_1027_5\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_off.gif\" alt=\"5 Stars\" title=\"5 Stars\" onmouseover=\"current_rating(1027, 5, '5 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(4.2, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/> (<strong>6<\/strong> Bewertung(en), Durchschnitt: <strong>4.17<\/strong> von 5)<br \/><span class=\"post-ratings-text\" id=\"ratings_1027_text\"><\/span><\/span><span id=\"post-ratings-1027-loading\" class=\"post-ratings-loading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/loading.gif\" width=\"16\" height=\"16\" class=\"post-ratings-image\" \/>Loading...<\/span>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehr h\u00e4ufig werde ich gefragt, worin die praktische Bedeutung der Polykontexturalen Logik von Gotthard G\u00fcnther besteht. 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