{"id":2038,"date":"2012-12-18T16:08:28","date_gmt":"2012-12-18T15:08:28","guid":{"rendered":"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?page_id=2038"},"modified":"2020-12-28T10:57:17","modified_gmt":"2020-12-28T09:57:17","slug":"kybernetik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?page_id=2038","title":{"rendered":"Kybernetik"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?page_id=1984\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-2011\" src=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Rucksack-150x150.png\" alt=\"Rucksack\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p><b><i>Norbert Wiener<\/i><\/b> gibt die aus meiner Sicht treffendste Definition von Kybernetik, wenn er sagt.<\/p>\n<blockquote><p>Kybernetik ist die Lehre von Regelung\/ Steuerung und Kommunikation im Lebewesen und in der Maschine.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Kybernetik hat als erste Wissenschaft angefangen auf interdisziplinare Art und Weise Natur- und Geisteswissenschaften in einen Kontext zu setzen. Wenn man \u00fcber Kybernetik spricht, kommt man an <b><i>Heinz von F\u00f6rster<\/i><\/b> nicht vorbei. Von F\u00f6rster hat die Kybernetik zweiter Ordnung ins Leben gerufen, in dem er den Beobachter mit in die Beobachtungen integriert (&#8220;Jede Beobachtung wird von einem Beobachter gemacht&#8221;). Erstmalig werden also Subjektivit\u00e4t und die Selbstbez\u00fcglichkeit in die Untersuchung von Systemen aufgenommen.<\/p>\n<p>Zu diesem Thema &#8220;konsultiere&#8221; ich Heinz von F\u00f6rster immer sehr gerne, wie beispielsweise <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Wir-sehen-nicht-dass-wir-nicht-sehen-3446178.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>. Das Buch <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Wahrheit-ist-Erfindung-eines-L%C3%BCgners\/dp\/3896706462\/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1355903882&amp;sr=8-1\">Wahrheit ist die Erfindung eines L\u00fcgners<\/a>, in welchem die Ideen und Gedanken von Heinz von F\u00f6rster sehr anschaulich dargestellt werden, m\u00f6chte ich ebenfalls hier ins Regal stellen.<\/p>\n<p>Die Gesetze der Kybernetik wurden in erster Linie von <b><i>Stafford Beer<\/i><\/b> auf die F\u00fchrung und das Management von Unternehmen angewandt. Mit ihr wurden dass erste Mal die linearen Ursache-Wirkungsbeziehungen in der Unternehmensf\u00fchrung durch zirkul\u00e4re ersetzt und die Entscheidungsprozesse auf ihre Kausalit\u00e4t hin betrachtet.<\/p>\n<p>Des Weiteren verweise ich sehr gerne auf den Artikel <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/cii_maria-pruckner_ich-wusste-gar-nicht-dass-ich-prosa-sprechen-kann_2002.pdf\">Ich wusste gar nicht, dass ich Prosa reden kann!<\/a> von <b><i>Maria Pruckner<\/i><\/b>, die sehr anschaulich die Geschichte der Kybernetik darlegt. Auch Ihre <a href=\"http:\/\/www.mariapruckner.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Homepage<\/a> m\u00f6chte ich an dieser Stelle erw\u00e4hnen.<\/p>\n<p>Auf zwei wichtige Institutionen m\u00f6chte ich im Zusammenhang mit der Kybernetik und ihre Nutzbarmachung f\u00fcr das F\u00fchren von Unternehmen eingehen.<\/p>\n<ol>\n<li><b>Malik Management Zentrum St. Gallen: <i>Fredmund Malik<\/i><\/b> hat die Idee der systemorientierten Managementlehre im Jahre 1973 in die Tat umgesetzt. Zu diesem Zwecke wurde das Management-Zentrum St. Gallen &#8211; urspr\u00fcnglich als Stiftung &#8211; gegr\u00fcndet. Schon damals &#8211; und heute noch viel mehr &#8211; waren die Themen und Probleme in Wirtschaft, Politik und Umwelt komplex. L\u00f6sen kann man solche Probleme nur mit Ans\u00e4tzen, die mindestens den gleichen Komplexit\u00e4tsgrad haben wie die Probleme an sich. Systemorientierte Managementlehre bedeutet Zusammenspiel von Kybernetik, Allgemeiner Systemtheorie und Management. Ich bin ein Fan dieser Ideen, obwohl ich eingestehen muss, dass dieses Fan-Sein auf der Reise meines Verstehens so einige Kratzer abbekommen hat. Wenn Sie dazu mehr wissen m\u00f6chten k\u00f6nnen Sie mich gerne <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?page_id=1683\">kontaktieren<\/a>. Alles Wissenswerte zu dem Thema findet man auf der <a href=\"http:\/\/www.malik-management.com\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Homepage<\/a> des Malik Management Zentrums St. Gallen.<\/li>\n<li><b>Cwarel Isaf Institute: <\/b>Auf der <a href=\"http:\/\/www.kybernetik.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Homepage<\/a> dieses Instituts kann man sich sehr umfassend zu dem Thema Kybernetik und die Anwendung zum L\u00f6sen von Fragestellung in Wirtschaft und \u00d6konomie informieren. Die Gr\u00fcnder sind Fredmund Malik und Stafford Beer. Es werden weitere wichtige Vertreter der Kybernetik vorgestellt. Darunter sind zum Beispiel Norbert Wiener, Gregory Bateson, Heinz von F\u00f6rster, Warren McCulloch, um nur einige zu nennen. Auf dieser Seite kann man sich ganzheitlich \u00fcber die Entstehung der Kybernetik, Methoden und Modelle, Publikationen belesen. Eine wirklich sehr lesenswerte Seite, die bis auf die News-Seite ab 2003 von Maria Pruckner verfasst worden ist. Frau Pruckner hat mich am 13. September 2015 auf diesen Fakt aufmerksam gemacht und mich gebeten, das hier zu vermerken. Dem komme ich nat\u00fcrlich sehr gerne nach.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ich m\u00f6chte nun ein bisschen tiefer in die Kybernetik eintauchen und dabei vor allem die Unterscheidung von Kybernetik erster und zweiter Ordnung hervorheben.<\/p>\n<p>Beginnen wir mit der Kybernetik erster Ordnung so sto\u00dfen wir auf die Begriffe Steuern und Regeln. Beiden gemein ist, dass ein bestimmtes System, n\u00e4mlich das gesteuerte oder geregelte, einen bestimmten Zweck erf\u00fcllen soll, wodurch sich eine bestimmte Variable in gew\u00fcnschter Weise verhalten soll. Das bedeutet, es wird in das System eingegriffen. Der gro\u00dfe Unterschied zwischen Steuerung und Regelung besteht nun darin, dass bei der Steuerung eine lineare Ursache-Wirkungsbeziehung vorliegt, was dazu f\u00fchrt, dass im Rahmen von Steuerung der erreichte Endzustand der zu steuernden Variable selbst bei starken Abweichungen vom gew\u00fcnschten Verhalten oder Variablenwert ein endg\u00fcltiger ist, also nicht mehr ge\u00e4ndert wird. Es gibt also keinen regulierenden Mechanismus hinsichtlich der Abweichungen des Istwertes vom Sollwert. Der angesprochene regulierende Mechanismus wird auch als negative R\u00fcckkopplung bezeichnet. Zur positiven R\u00fcckkopplung kommen wir sp\u00e4ter noch.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Steuerung_Regelung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2081\" src=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Steuerung_Regelung.jpg\" alt=\"Steuerung_Regelung\" width=\"450\" height=\"349\" \/><\/a><\/p>\n<p>In der obigen Abbildung erkennt man den Unterschied zwischen Steuerung und Regelung sehr deutlich. Bei einer Steuerung existiert keine R\u00fcckkopplung auf den Sollwert. Ich m\u00f6chte die Funktionsweise einer Regelung kurz an einem Beispiel erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Nehmen Sie Ihre Heizungsanlage zu Hause. Die eingestellte Solltemperatur f\u00fcr die einzelnen Zimmer ist die F\u00fchrungsgr\u00f6\u00dfe. Die Regelgr\u00f6\u00dfe ist die derzeitige Zimmertemperatur, die vom F\u00fchler, in diesem Fall vom Thermostat, gemessen wird. Stellt der F\u00fchler eine Abweichung der derzeitigen Temperatur zur Solltemperatur fest, so wirkt der Regler, in diesem Falle wieder der Thermostat, dem entgegen. Bei zu niedriger Isttemperatur gegen\u00fcber der Solltemperatur wird die Isttemperatur erh\u00f6ht und vice versa. Dieses Entgegenwirken wird durch die negative R\u00fcckkopplung erreicht. St\u00f6rfaktoren k\u00f6nnten in diesem Fall offene Fenster sein, welche die Isttemperatur in der Regel senken, oder viele Menschen im Raum, welche die Isttemperatur in der Regel erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Aufgrund der fehlenden Justierung auf einen Zielwert ist es ersichtlich, dass ein irgendwie funktionierendes System nicht auf negative R\u00fcckkopplungen verzichten kann. Einige Teilsysteme eines Systems k\u00f6nnen vielleicht ausschlie\u00dflich gesteuert werden. R\u00fcckkopplungen in Wirkungsschleifen von Systemen sind verantwortlich f\u00fcr nichtlineares Verhalten dieser Systeme. Denken Sie beispielsweise an Zinseszins (In diesem Fall ist es eine positive R\u00fcckkopplung, was den Fakt der Nichtlinearit\u00e4t trotzdem erh\u00e4rtet). Ein anderes Beispiel m\u00f6chte ich Ihnen auch ganz gerne vorstellen.<\/p>\n<p>Stellen Sie sich vor Sie h\u00e4tten die Aufgabe ein Blatt Papier von 0,1 mm Dicke 48 mal zu falten. Wie hoch w\u00e4re dann der Stapel Papier den Sie erhalten w\u00fcrden? Man w\u00fcrde auf unvorstellbare 48 Mio km kommen. Zum Vergleich. Der Wert der mittleren Entfernung Erde-Mond betr\u00e4gt 384.401 km. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass Menschen im Umgang mit Systemen, welche R\u00fcckkopplungen in den Wirkungsschleifen enthalten, sehr oft kontraintuitives Verhalten aufweisen. Kann man die Mechanismen, die mit Steuern und Regeln einhergehen einfach auf lebende, organische oder soziale Systeme \u00fcbertragen, hei\u00dft kann man durch Steuern und Regeln ein Unternehmen f\u00fchren?<\/p>\n<p>Um die Frage zu beantworten, schauen wir uns erst einmal an, welche Fragestellungen wir daf\u00fcr thematisieren m\u00fcssen.<\/p>\n<ol>\n<li>Wie lernt ein lebendes oder organisches System?<\/li>\n<li>Wie erkennt ein lebendes oder organisches System seine Umwelt?<\/li>\n<li>Wie wird in einem lebenden oder organischen System ein einmal gestelltes Ziel revidiert oder korrigiert?<\/li>\n<\/ol>\n<p>F\u00fcr die Beantwortung dieser Fragen k\u00f6nnen wir uns auch auf Erkenntnisse der anderen Bereiche meines Rucksacks beispielsweise der Erkenntnis- und Systemtheorie st\u00fctzen.<\/p>\n<p>Ausgangspunkt der bisherigen Betrachtung der Kybernetik erster Ordnung ist es, ein Ziel zu haben und dieses durch Regelung und Steuerung zu erreichen. Aber wie kann man erkl\u00e4ren, dass h\u00e4ufig Ziele erreicht werden, die man nicht angestrebt oder auch nur gedacht hat, die aber trotzdem als positiv f\u00fcr das Unternehmen zu bewerten sind? Bei der Kybernetik erster Ordnung wird das Erreichen einer Stabilit\u00e4t durch eine Kontrollinstanz in den Vordergrund gestellt, was dem F\u00fchren eines Unternehmens in der Informationsgesellschaft nicht gleich gestellt werden darf. Zu Zeiten der Industriegesellschaft, in der die Umgebung und alle Komponenten eines Unternehmens gr\u00f6\u00dftenteils bekannt waren, gab es weniger \u00dcberraschungen. Vieles war berechenbar und zum gro\u00dfen Teil vorhersagbar. Ein Steuern und Regeln war anwendbar. Zu Zeiten der Informationsgesellschaft aber, die die komplexen Systeme hervorgebracht hat, existieren intrinsische Unsicherheit, keine exakte Analysierbarkeit und auch keine Vorhersagbarkeit.<\/p>\n<p>Es muss ein Paradigmenwechsel vollzogen werden hin zur Akzeptanz einer instabilen Dynamik von Entscheidungen. Das bringt uns zum Thema der Kybernetik zweiter Ordnung, oder auch Kybernetik der Kybernetik genannt.<\/p>\n<p>Bei der Kybernetik zweiter Ordnung werden die Prinzipien der Kybernetik erster Ordnung auf Beobachter selbst angewendet. Es wird bezweifelt, dass es da drau\u00dfen objektiv vom Beobachter erkennbare Systeme gibt. Der Beobachter muss als Teil des Kontextes, den er beobachtet, mit konzeptualisiert werden. Hier stehen die beobachtenden Systeme und nicht mehr nur wie in der Kybernetik erster Ordnung die beobachteten Systeme im Fokus. Es sind nicht mehr nur stabilisierende negative R\u00fcckkopplungen im Fokus der Untersuchung, sondern auch verst\u00e4rkende und aufschaukelnde positive R\u00fcckkopplungsprozesse.<\/p>\n<p>Solche aufschaukelnde Prozesse k\u00f6nnen auf der einen Seite zum Chaos f\u00fchren. Auf der anderen Seite sind sie aber Antriebsmotor f\u00fcr die Weiterentwicklung eines Systems. Sie k\u00f6nnen also f\u00fcr ein System zerst\u00f6rend wirken, sie sind aber lebensnotwendig. Denn Systeme, die weit weg sind vom Gleichgewicht, also instabil sind, sind offen f\u00fcr Ver\u00e4nderungen und Wandel. Dieses Entfernen vom Gleichgewicht erreicht man durch verst\u00e4rkende positive R\u00fcckkopplungsschleifen. Dieses Ungleichgewicht ist die Triebfeder f\u00fcr Ver\u00e4nderungen. Allerdings sollte dieses Ungleichgewicht nicht stetig anhalten, sondern durch stabilisierende negative R\u00fcckkopplungsschleifen nach einer gewissen Zeit wieder nahe an das Gleichgewicht (genauer Flie\u00dfgleichgewicht) herangef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Aktivit\u00e4ten, die ein System in Ungleichgewicht und Gleichgewicht (genauer Flie\u00dfgleichgewicht) bringen, wechseln sich stetig ab. Ohne positive Verst\u00e4rkungen ist also kein Fortschritt m\u00f6glich. Reines Agieren innerhalb eines Systems mit der Command-and-Control Philosophie ist gleichzusetzen mit Steuern und Regeln. Dies reicht aber nicht aus, um komplexe Systeme, wie sie Unternehmen nun einmal sind, zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Selbstorganisation ist hier das Mittel.<\/p>\n<blockquote><p>Selbstorganisation ist ein Vorgang, der aus Unordnung Ordnung entstehen l\u00e4sst und den die Elemente eines Systems durch ihr Interagieren von sich selbst heraus aus ansto\u00dfen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Was bedeutet das konkret? Systeme, die einem \u00fcberkritischen, das hei\u00dft mit der momentanen Struktur nicht bew\u00e4ltigbaren, asymmetrischen Energieeintrag (Einfl\u00fcsse aus dem Markt, die durch derzeitig aufgesetzte Prozesse in den Unternehmen nicht verarbeitbar sind) ausgesetzt sind, werden chaotisch (wie oben im Fall 3 dargestellt). Dieser hohe Energieeintrag wird durch die positiven verst\u00e4rkenden R\u00fcckkopplungsschleifen erzeugt. Das Chaos ist aber nicht das Ende der Geschichte, vielmehr suchen und erfinden Systeme im Chaos neue Strukturen, die geeignet sind, um mit dem asymmetrischen Energieeintrag umgehen zu k\u00f6nnen. Dazu m\u00f6chte ich gerne ein eing\u00e4ngiges Beispiel geben.<\/p>\n<p>Wenn man gleichzeitig mit den Zeigefingern beider H\u00e4nde auf einen Tisch klopft und den Takt immer weiter erh\u00f6ht, kommt man an einen Punkt, an dem die H\u00e4nde ungleichm\u00e4\u00dfig und unrhythmisch trommeln bis sich nach kurzer Zeit ein abwechselndes, rhythmisches Klopfen einstellt. F\u00fcr Unternehmen bedeutet das, dass es eine gute Ausgewogenheit zwischen Effektivit\u00e4t (\u201eDie richtigen Dinge tun\u201c) und Effizienz (\u201eDie Dinge richtig tun\u201c) schaffen muss. Es m\u00fcssen also die richtigen Dinge richtig getan werden.<\/p>\n<p>Der Grad der Effektivit\u00e4t dr\u00fcckt die F\u00e4higkeit des Unternehmens aus, sich selbst zu organisieren und damit neue Muster (Prozesse, Produkte, Verfahrensweisen etc.) zu erschaffen. Man kann auch sagen, dass Effektivit\u00e4t f\u00fcr eine hohe Eigenkomplexit\u00e4t des Unternehmens steht. Unternehmen k\u00f6nnen beispielsweise in diesem Zusammenhang auf unterschiedlichste Kundenanfragen stets ad\u00e4quat reagieren. Es herrscht eine hohe Vielfalt in den Produkten, Prozessen etc vor. Effizienz steht in diesem Falle f\u00fcr eine geringe Eigenkomplexit\u00e4t. Prozesse sind beispielsweise schmal und kosteng\u00fcnstig angelegt. Das geht dann zu Lasten der Vielfalt.<\/p>\n<p>Die Eigenkomplexit\u00e4t eines Unternehmens muss also so gro\u00df wie n\u00f6tig und so klein wie m\u00f6glich gestaltet sein. Die Eigenkomplexit\u00e4t eines Unternehmens kann also unterschieden werden in \u201evom Kunden bezahlte Komplexit\u00e4t\u201c und \u201evom Kunden nicht bezahlte Komplexit\u00e4t\u201c. Komplexit\u00e4t, die vom Kunden bezahlt wird ist gut und lebensnotwendig f\u00fcr das Unternehmen. Diese dr\u00fcckt sich beispielsweise in Produktvielfalt aus, die vom Kunden gew\u00fcnscht oder gar gefordert wird. Komplexit\u00e4t, die vom Kunden nicht bezahlt wird, ist \u00fcberfl\u00fcssig und muss beseitigt werden. Diese Komplexit\u00e4t dr\u00fcckt sich beispielsweise in Verschwendung aus: zu unflexible und komplizierte Prozesse, zu hoher Anteil nicht wertsch\u00f6pfender Arbeit etc.<\/p>\n<p>Ich gebe Ihnen gerne ein Beispiel zur Illustration. Nehmen Sie das Scope-Management in Projekten. Neue Anforderungen m\u00fcssen \u00fcber ganz klar definierte Prozesse in den Projektscope eingearbeitet werden. Das Definieren dieser Prozesse bildet Ordnung und erh\u00f6ht damit die Eigenkomplexit\u00e4t des Projektes. Werden die Prozesse allerdings zu unflexibel und schwierig gestaltet, besteht die Gefahr, dass das Projekt im Prozesssumpf erstickt. Die Eigenkomplexit\u00e4t des Projektes ist also zu hoch. Es herrscht in diesem Fall keine Ausgewogenheit zwischen Effektivit\u00e4t und Effizienz.<\/p>\n<p>Steuern und Regeln wird immer mit einer Kurzfristbrille durchgef\u00fchrt. So schnell wie nur irgend m\u00f6glich soll das angepeilte Ziel erreicht werden. Bei Selbststeuerung und Selbstorganisation wird die Langfristbrille aufgesetzt. Dazu gebe ich Ihnen ein Gleichnis.<\/p>\n<p>Ein Mensch hat das Ziel schlank zu werden. Um dieses Ziel kurzfristig zu erreichen, nimmt er Schlankheitspillen oder macht Crashdi\u00e4ten. Das ist mit Kostensenkungsma\u00dfnahmen in Unternehmen zu vergleichen. Das sind kurzfristige Ma\u00dfnahmen ohne langfristigen Erfolg, was wir von Di\u00e4ten kennen. Eine andere M\u00f6glichkeit schlank zu werden besteht in mehr Bewegung und ausgewogenere Ern\u00e4hrung. Das gesamte System Mensch wird dabei mit einem langfristigen Blick ganzheitlich betrachtet. Diese Aktivit\u00e4ten steigern die Lust auf Bewegung, in dem erste Erfolge realisiert werden. Dies steht also f\u00fcr Selbstorganisation.<\/p>\n<p>Detaillierter nehme ich diese angerissenen Themen in meinen Ausf\u00fchrungen in den Posts auf und reflektiere diese auf Alltagssituationen der Unternehmensf\u00fchrung. Ich hoffe ich konnte Ihnen aber jetzt schon einen kleinen Einblick vermitteln, dass f\u00fcr das F\u00fchren von Unternehmen unter anderem Wissen aus der Kybernetik essentiell ist.<\/p>\n<span id=\"post-ratings-2038\" class=\"post-ratings\" data-nonce=\"2cb0d5fb06\"><img decoding=\"async\" id=\"rating_2038_1\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"1 Star\" title=\"1 Star\" onmouseover=\"current_rating(2038, 1, '1 Star');\" onmouseout=\"ratings_off(3.4, 4, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2038_2\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"2 Stars\" title=\"2 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2038, 2, '2 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(3.4, 4, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2038_3\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"3 Stars\" title=\"3 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2038, 3, '3 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(3.4, 4, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2038_4\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_half.gif\" alt=\"4 Stars\" title=\"4 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2038, 4, '4 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(3.4, 4, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_2038_5\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_off.gif\" alt=\"5 Stars\" title=\"5 Stars\" onmouseover=\"current_rating(2038, 5, '5 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(3.4, 4, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/> (<strong>12<\/strong> Bewertung(en), Durchschnitt: <strong>3.42<\/strong> von 5)<br \/><span class=\"post-ratings-text\" id=\"ratings_2038_text\"><\/span><\/span><span id=\"post-ratings-2038-loading\" class=\"post-ratings-loading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/loading.gif\" width=\"16\" height=\"16\" class=\"post-ratings-image\" \/>Loading...<\/span>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Norbert Wiener gibt die aus meiner Sicht treffendste Definition von Kybernetik, wenn er sagt. 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