{"id":1987,"date":"2012-12-18T12:00:01","date_gmt":"2012-12-18T11:00:01","guid":{"rendered":"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?page_id=1987"},"modified":"2025-03-18T06:50:34","modified_gmt":"2025-03-18T05:50:34","slug":"erkenntnistheorie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?page_id=1987","title":{"rendered":"Erkenntnistheorie"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?page_id=1984\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-2011\" src=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Rucksack-150x150.png\" alt=\"Rucksack\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>In dieser Sektion m\u00f6chte ich mich mit dem Thema befassen, wie wir Menschen unsere Umwelt \u00fcberhaupt wahrnehmen. Es geht um Punkte wie Objektivit\u00e4t vs. Subjektivit\u00e4t, um Realit\u00e4t vs. Wirklichkeit. Die Hirnforschung spielt insbesondere eine gesonderte Rolle, da das menschliche Hirn all unsere Wahrnehmungen von der Umwelt steuert.<\/p>\n<p>Aber was ist eigentlich Erkenntnis? Im Netz habe ich folgende Definition gefunden, die ich \u00fcbrigens absolut zutreffend finde.<\/p>\n<blockquote><p>Erkenntnis ist eine ad\u00e4quate interne Rekonstruktion und Identifikation \u00e4u\u00dferer Objekte im Subjekt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Kernfragen mit denen sich die Erkenntnistheorie besch\u00e4ftigt sind die Folgenden.<\/p>\n<ol>\n<li>Was ist Erkenntnis bzw. Wissen?<\/li>\n<li>Kann man \u00fcberhaupt etwas wissen? Falls nein: warum nicht? Falls doch: Wie gelangen wir zu unserem Wissen?<\/li>\n<li>Welche Quellen hat unser Wissen?<\/li>\n<li>Welche Rolle spielt die Erfahrung dabei?<\/li>\n<li>Kann man unabh\u00e4ngig von Erfahrung etwas wissen? Falls ja: was?<\/li>\n<li>Wie ist unser Wissen aufgebaut? Hat es ein Fundament? Wenn ja, worin besteht es? Falls nein: Wie ist es dann aufgebaut?<\/li>\n<li>Was ist Wahrheit?<\/li>\n<li>Was haben wir Grund zu glauben?<\/li>\n<li>Was hei\u00dft es, eine \u00dcberzeugung zu haben?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Als erstes stelle ich einige Denker vor, die sich eingehend mit der Erkenntnistheorie befasst haben und auch ma\u00dfgebliche zu ihrem Fortschritt beigetragen haben. Um sich detailliert und eingehender mit den Ideen der Personen zu befassen, empfehle ich weitergehende Literatur zu diesen Personen.<\/p>\n<ol start=\"1\">\n<li><b><i>Platon<\/i><\/b> (ca. 427-347 v. Chr.): Platon postuliert Erkenntnis als Wiedererinnerung. Zum Zwecke dieser Wiedererinnerung muss man im Prinzip nur seine Vernunft bem\u00fchen. Nicht alle Wahrheiten lassen sich durch Wiedererinnerung mit Hilfe der Vernunft allein erkennen. Geometrische und mathematische S\u00e4tze beispielsweise lassen sich dagegen unabh\u00e4ngig von Sinneserfahrungen rein durch vern\u00fcnftige \u00dcberlegungen erkennen. Solche Vernunftwahrheiten sind nach Platons Auffassung die einzigen, von denen wir sicheres Wissen erwerben k\u00f6nnen: Eine \u00dcberzeugung, die sich nicht nur auf vern\u00fcnftige \u00dcberlegung, sondern insbesondere auf Sinneserfahrungen st\u00fctzt, k\u00f6nnte sich schlie\u00dflich immer als falsch erweisen, weil Sinnest\u00e4uschungen nie auszuschlie\u00dfen sind.<\/li>\n<li><b><i>Ren\u00e9 Descartes<\/i><\/b> (1596-1650): Er ist mit Platon einig, dass man \u00fcber rein vern\u00fcnftiger \u00dcberlegung heraus (Rationalismus), ohne einen wesentlichen Bezug auf Erfahrung, etwas \u00fcber fundamentale Strukturen der Welt herausfinden kann. In der gegenw\u00e4rtigen philosophischen Debatte wird h\u00e4ufig sein schwer haltbarer Leib-Seele-Dualismus thematisiert, aber genauso bedeutend ist sein Versuch, ein solides erkenntnistheoretisches Fundament f\u00fcr die mathematisch bestimmte Naturwissenschaft zu schaffen, die ab dem 17. Jahrhundert mit Gestalten wie Galilei, Kepler und Newton ihren unvergleichlichen Siegeszug antrat.<\/li>\n<li><b><i>John Locke<\/i><\/b> (1632-1704): Im Gegensatz zu Platon und Descartes ist Locke ein nicht-rationalistischer Philosoph. Locke vertritt hier eine dezidiert empiristische Position. Er meint, dass alle Erkenntnis letztlich aus der Erfahrung stammt und dass es so etwas wie \u201eangeborene Ideen\u201c und ein Wissen \u00fcber die Welt, das nicht aus der Erfahrung stammt, nicht gibt. An dieser Stelle grenzt er sich vor allem ganz stark zu Descartes ab.<\/li>\n<li><b><i>David Hume<\/i><\/b> (1711-1776): Hume, wie Locke ein nichtrationalistischer und empiristischer Philosoph, stellte \u00dcberlegungen zur Kausalit\u00e4t und zur Frage, wie wir von der Beobachtung einer endlichen Zahl von gleichartigen Zusammenh\u00e4ngen zu einem allgemeinen Urteil gelangen. Die Frage, wie ein solcher Schluss m\u00f6glich ist, nennt man Induktionsproblem. F\u00fcr die philosophische Reflexion der modernen Naturwissenschaft ist dieses Problem von erheblicher Bedeutung, denn dort sollen ja gerade allgemeine Naturgesetze auf der Basis endlich vieler Beobachtungen aufgestellt werden.<\/li>\n<li><b><i>Immanuel Kant<\/i><\/b> (1724-1804): Inspiriert waren Kants \u00dcberlegungen zur Erkenntnistheorie nicht zuletzt durch die skeptischen \u00dcberlegungen zum Kausalproblem Humes. Kant meint, dass die Art und Weise, wie Empiristen wie Hume sich das Zustandekommen von Erkenntnis vorstellen, bestenfalls zu einem \u201eGew\u00fchle von Erscheinungen\u201c f\u00fchren k\u00f6nnte, aber nicht zu etwas, was sinnvollerweise als Erfahrung oder Erkenntnis zu bezeichnen w\u00e4re. Das setzt ein Selbstbewusstsein, welches nicht erst aus Erfahrung entsteht, sondern schon immer da ist. Das setzt unter anderem voraus, das es Begriffe gibt, die unabh\u00e4ngig von Erfahrung vorhanden sind. Hierin unterscheidet sich Kants Position ebenfalls von der Humes, der davon ausgeht, dass letztlich alle Begriffe aus der Erfahrung stammen. Auch bzgl. der Kausalit\u00e4t ist Kant anderer Meinung als Hume. W\u00e4hrend Hume meint, man k\u00f6nne niemals allgemein beweisen, dass die Welt so strukturiert ist, dass es zu einem gegebenen Ereignis immer ein anderes gibt, aus dem es strikt regelm\u00e4\u00dfig folgt, ist Kant der gegenteiligen Ansicht.<\/li>\n<li><b><i>Gerhard Vollmer<\/i><\/b> (1943): Vollmer ist ein Pionier der Gedanken zur Evolution\u00e4ren Erkenntnistheorie. Ihr Grundgedanke besteht darin, dass die Erkenntnisf\u00e4higkeit von Lebewesen sich wie andere biologische Eigenschaften und F\u00e4higkeiten auch im Laufe langer Zeitr\u00e4ume durch die Prozesse der Mutation und Selektion entwickelt hat. Die Evolution\u00e4re Erkenntnistheorie setzt voraus, dass es eine wirkliche, reale Welt gibt, in der der evolution\u00e4re Prozess \u00fcberhaupt stattfindet.<\/li>\n<li><b><i>Gerhard Roth<\/i><\/b> (1942): Roth ist ein Vertreter des neurobiologischen Konstruktivismus. Er sieht eine strikte Trennung zwischen Realit\u00e4t und Wirklichkeit. Realit\u00e4t ist die Au\u00dfenwelt, in welcher die Objekte, wie die Menschen existieren. Die Wirklichkeit ist ein Konstrukt des Gehirns, Roths Interesse beschr\u00e4nkt sich freilich nicht nur auf die rein naturwissenschaftlichen Aspekte, die mit Gehirnen bzw. Nervensystemen verbunden sind, sondern richtet sich auch auf deren philosophische, insbesondere erkenntnistheoretische Konsequenzen.<\/li>\n<li><b><i>Hilary Putnam<\/i><\/b> (1926): Putnam ist ein prominenter Vertreter der sogenannten Analytischen Philosophie zu tun. F\u00fcr sie ist der Gedanke zentral, dass die geistigen T\u00e4tigkeiten des Urteilens und Begr\u00fcndens genuin sprachlich sind. Entsprechend muss der Analyse der Sprache, in der philosophische Probleme und Argumente formuliert sind, eine wesentliche Rolle zukommen. In diesem Sinne diskutiert Putnam erkenntnistheoretischer Probleme vor dem Hintergrund der Frage, was die Bedeutung von Bedeutung ist; dies verstanden als Bedeutung sprachlicher Ausdr\u00fccke.<\/li>\n<li><b><i>Donald Davidson<\/i><\/b> (1917-2003): Wie Putnam ist Davidson ebenfalls ein Vertreter der Analytischen Philosophie. Es l\u00e4sst sich feststellen, dass der Dreh- und Angelpunkt der Philosophie Davidsons die Frage ist, wie Menschen einander verstehen, genauer: wie man versteht, was jemand tut, was er sagt und was er denkt. Da bei behandelt er Fragestellungen wie: Warum sollten wir glauben, dass andere \u00e4hnliche geistige Zust\u00e4nde haben wie wir? Wie kann ich feststellen, was in einem fremden Geist vor sich geht? Woher soll ich wissen, dass meine Gedanken sich wirklich auf eine objektive Au\u00dfenwelt beziehen?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wissen ist zu einem gro\u00dfen Masse von \u00dcberzeugung gepr\u00e4gt, es ist n\u00e4mlich eine gerechtfertigte \u00dcberzeugung. \u00dcberzeugung ist aber individuell und subjektiv. \u00dcberzeugungen sind wichtig f\u00fcr Wesen der Art, wie wir es sind. Wir sind Wesen mit Interessen, Zielen und Absichten. Wir k\u00f6nnen unsere Ziele desto besser in die Tat umsetzen k\u00f6nnen, je mehr unsere \u00dcberzeugungen \u00fcber die Welt der &#8220;Wahrheit&#8221; entsprechen. \u00dcberzeugungen k\u00f6nnen &#8220;wahr&#8221; oder &#8220;falsch&#8221; sein und sind durch mehr oder weniger gute Gr\u00fcnde gest\u00fctzt. Nun betritt der Skeptiker die B\u00fchne. Er kann dies in zwei Gestalten tun: in der einen richtet er sich gegen den Wahrheitsanspruch, der mit unseren \u00dcberzeugungen einhergeht, in der anderen greift er den Anspruch auf Begr\u00fcndetheit an. Er stellt nur Fragen, die darauf abzielen, dass wir unsere Wahrheits- und Begr\u00fcndungsanspr\u00fcche besser verteidigen und auf eine sicherere Grundlage stellen. Der Skeptiker h\u00f6rt aber nicht auf zu fragen. Die Fragerei wird endlos. Er findet immer wieder neue Ansatzpunkte irgendwo hinein zu pieken. Nun kann man darauf auf verschiedene Arten reagieren.<\/p>\n<ol start=\"1\">\n<li>Verfall in einen Zustand der Urteilslosigkeit und des endlosen Zweifels, so wie der antike Skeptiker <b><i>Pyrrho.<\/i><\/b><\/li>\n<li>Umschlag des unausgesetzten Zweifels in merkw\u00fcrdige positive Thesen, wie der Solipsismus. Der Solipsismus vertritt die These, dass nur die eigenen individuellen Bewusstseinszust\u00e4nde existieren. Es gibt also keine reale Au\u00dfenwelt.<\/li>\n<li>Finden von falschen Annahmen, die dieses Frage-Antwort-Spiel so schief laufen lassen. So k\u00f6nnte es sich etwa herausstellen, dass wir mit einem zu starken Begriff von Wissen, Wahrheit oder Begr\u00fcndung begonnen haben und der Skeptiker genau dies f\u00fcr seine Fragerei ausn\u00fctzt.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ich f\u00fcr meinen Teil st\u00fctze mich auf die Variante 3. Ich bin kein Skeptiker. Ich benutze meinen imagin\u00e4ren Skeptiker, der mir immer wieder auf&#8217;s Neue Fragen stellt und mich dazu zwingt mein Bewusstsein zu erweitern. Ich m\u00f6chte einige Argumente anf\u00fchren, die die Fragen eines Skeptikers entsch\u00e4rfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<ol start=\"1\">\n<li>Der Skeptiker fragt stets, ob man sich der Sache auch wirklich sicher ist (Wahrheitsanspruch des Wissens). Aus seiner Sicht kann man Wahrheiten nur a priori wissen. Aber die meisten Aussagen, die wir als wahr identifizieren, sind synthetisch a posteriori. Kurz zu den angef\u00fchrten Begriffen. A priori ist Wissen, welches man vor jeder Erfahrung hat. A posteriori ist das Gegenst\u00fcck dazu. Analytisch wahr sind Aussagen, die aufgrund der aristotelischen Logik wahr sind (&#8220;Es ist dunkel oder es ist hell&#8221;). Synthetisch ist das Gegenst\u00fcck dazu (&#8220;Es ist dunkel.&#8221;) Also: Wissen nicht mit Gewissheit verwechseln. <b><i>Ren<b><i>\u00e9<\/i><\/b> Descartes<\/i><\/b> ist hier als herausragender Vertreter zu nennen, der sich sehr intensiv mit diesem Thema befasst hat.<\/li>\n<li>Kommen wir zur Begr\u00fcndbarkeit. \u00c4hnlich wie beim Wahrheitsanspruch werden wir auch hier dem skeptizistischen Angriff Einhalt gebieten. Wir betrachten 2 verschiedene Problemarten, das Basisproblem und das Induktionsproblem. Das Basisproblem besteht in der Frage, was denn die unmittelbar gegebenen Erfahrungen sind. Allerdings sind solche Basiseinheiten nicht unmittelbar gewiss. Dazu verweise ich gerne auf die Thematik der optischen T\u00e4uschung. Das Induktionsproblem besteht in der Frage: Wie kommen wir von der Basis zu all den m\u00f6glichen Erweiterungen der Erkenntnis, und wie lassen sich diese Erweiterungen rechtfertigen? Erweiterungen der Erkenntnis erh\u00e4lt man ausschlie\u00dflich durch das induktive (vom Spezialfall zum allgemeinen Fall) und nicht durch das deduktive (vom allgemeinen Fall zum Spezialfall) Schlie\u00dfen. Hier ist der Haken. Der Skeptiker st\u00fcrzt sich auf die Voraussetzung, dass Begr\u00fcndungen nur dann akzeptiert werden k\u00f6nnen, wenn sie absolut zwingend (also deduktiv) sind. Aber dem ist nicht so. Daher liegt es nahe, zum Zwecke der Vermeidung der Begr\u00fcndungsskepsis den Begr\u00fcndungsbegriff abzuschw\u00e4chen. <b><i>David Hume<\/i><\/b> ist in diesem Thema als Pionier zu sehen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Zu dem Thema Wissen habe ich einen <a href=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Funktionierendes-Wissensmanagement.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel<\/a> verfasst, in welchem ich meine Gedanken darlege.<\/p>\n<p>Um ein Beispiel f\u00fcr den Praxisbezug von Erkenntnistheorie herzustellen, beziehe ich mich auf den Physikunterricht und der provokanten Aussage: &#8220;Egal wie man den Physikunterricht gestaltet, Erkenntnistheorie wird stets betrieben&#8221;. Der folgende <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Wie-kommt-die-Erkenntnistheorie-in-den-Physikunterricht.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel<\/a> belegt diese Aussage.<\/p>\n<p>Auch im Kontext Kommunikation kann das Anwenden von erkenntnistheoretischen Wissen Probleme l\u00f6sen, wie dieser <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Erkenntnistheorie-lo\u0308st-Kommunikationsprobleme.pdf\">Beitrag<\/a> eindrucksvoll zeigt.<\/p>\n<p>Die sensorischen Rezeptoren des Menschen &#8211; egal ob sie Druck, Geschmack, Licht, W\u00e4rme, Kl\u00e4nge, Ger\u00e4usche etc. absorbieren &#8211; nehmen ausschlie\u00dflich die Intensit\u00e4t, nicht aber die Natur der Erregungsursache auf. Das bedeutet, die Nervenzellen des Menschen &#8211; \u00fcbrigens aller anderen Lebewesen auch &#8211; kodieren die Quantit\u00e4t der Erregung (stark, mittel, schwach, &#8230;), aber nicht die Qualit\u00e4t. Zu dieser Thematik habe ich einen <a href=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Ist-Objektivita%cc%88t-eine-Illusion.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel<\/a> verfasst, in welchem ich meine Ideen zur menschlichen Wahrnehmung und Objektivit\u00e4t darstelle. Dabei nutze ich das Konzept der trivialen und nichttrivialen Maschine des von mir sehr gesch\u00e4tzten Kybernetikers <b><i>Heinz von F\u00f6rster<\/i><\/b>. In diesem Konzept wird die Kognition als das iterative Errechnen von Wahrnehmungen aus der Umwelt gleich gesetzt. Dabei ist Errechnen nicht streng mathematisch zu sehen. Errechnen ist auch Ordnen, Kategorisieren etc. Diese iterativen Rechenvorg\u00e4nge werden \u00fcber rekursive Funktionen m\u00f6glich. Man erkennt den Bezug zur <a href=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?page_id=2035\">Chaostheorie<\/a>.<\/p>\n<p>Zu diesem Thema habe ich eine interessante Seite im Netz gefunden: <a href=\"http:\/\/www.hirnwellen-und-bewusstsein.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bewusstsein und Hirnwellen<\/a>. Ein Besuch lohnt sich.<\/p>\n<p>Ebenfalls m\u00f6chte ich in diesem Zusammenhang nicht vergessen <b><i>Elisabeth D\u00e4gling<\/i><\/b> zu erw\u00e4hnen, die sich ebenfalls mit dem Thema Wahrnehmen und Denken besch\u00e4ftigt. Sie unterscheidet, \u00e4hnlich wie wir es in der physischen Welt kennen, auch in der psychischen Welt zwischen 2 Geschlechter: das pr\u00e4dikative und das funktionale Gehirn. Sehr interessant ist, wie Sie diese Erkenntnisse nutzt um beispielsweise AD(H)S zu erkl\u00e4ren. Dabei legt Sie Wert darauf, AD(H)S nicht als Krankheit zu sehen, sondern als eine Andersartigkeit der Funktionsweise des menschlichen Gehirns, die notwendig ist, damit die Menschheit \u00fcberlebt. Auf Ihrer <a href=\"http:\/\/www.integrationstheorie-und-adhs.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Homepage<\/a> kann man sich n\u00e4her mit Ihren Ideen vertraut machen.<\/p>\n<p>Auf zwei Themen m\u00f6chte ich jetzt noch gesondert eingehen, da sie ganz entscheidend f\u00fcr das Verstehen des Erkennens der Menschen sind, da sie, im Gegensatz zu der zweiwertigen Logik von Aristoteles, Selbstbez\u00fcglichkeit und Subjektivit\u00e4t integrieren. Unsere gesamte heutige Mathematik schlie\u00dft Selbstbez\u00fcglichkeit kategorisch aus, da das Anwenden dieser in ihr Paradoxien entstehen lassen, die nicht aufl\u00f6sbar sind.<\/p>\n<ol start=\"1\">\n<li>Polykontexturalit\u00e4tstheorie von <b><i>Gotthard G\u00fcnther<\/i><\/b><\/li>\n<li>Laws of Form von <b><i>George Spencer-Brown<\/i><\/b><\/li>\n<\/ol>\n<p>Kommen wir zum ersten Thema. Wir modellieren grunds\u00e4tzlich nur Ergebnisse, nicht den mentalen Prozess, der zu diesen Ergebnissen f\u00fchrt, wie beispielsweise Kreativit\u00e4t. Denn Kreativit\u00e4t hat immer etwas mit Bewusstsein zu tun, das bedeutet, wir reflektieren unsere Handlung gegen\u00fcber der Umwelt und passen diese entsprechend an. Das ist ein Prozess, der heterarchisch abl\u00e4uft. Heterarchische Strukturen und Prozesse sind f\u00fcr uns Menschen schwierig zu visualisieren und zu erkl\u00e4ren, da die Elemente streng gleichzeitig und gleichberechtigt ablaufen. Wenn wir aber etwas erkl\u00e4ren oder visualisieren, dann tun wir das immer in einer wohl definierten Reihenfolge mit einer wohl definierten Priorisierung.<\/p>\n<p>Ein Beispiel zur Veranschaulichung finden Sie in dem Buch von <b><i>Gregory Bateson<\/i><\/b> <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/%C3%96kologie-Geistes-Anthropologische-psychologische-epistemologische\/dp\/3518281712\/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1236782663&amp;sr=8-1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00d6kologie des Geistes<\/a>.<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Tochter:<\/td>\n<td>Ich habe mal ein Experiment gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Vater:<\/td>\n<td>Ja?<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Tochter:<\/td>\n<td>Ich wollte herausfinden, ob ich zwei Gedanken gleichzeitig denken kann. Also dachte ich &gt;&gt;Es ist Sommer&lt;&lt;, und ich dachte &gt;&gt;Es ist Winter&lt;&lt;. Und dann versuchte ich, die beiden Gedanken gleichzeitig zu denken.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Vater:<\/td>\n<td valign=\"top\">Und?<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Tochter:<\/td>\n<td>Aber ich merkte, dass ich nicht zwei Gedanken hatte. Ich hatte nur einen Gedanken <i><span style=\"text-decoration: underline;\" data-mce-mark=\"1\">dar\u00fcber<\/span><\/i>, zwei Gedanken zu haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>An diesem Beispiel k\u00f6nnen wir sehen: Wir k\u00f6nnen gegenl\u00e4ufig simultan ablaufende Gedanken, die in unserem Gehirn ablaufen, wenn wir beispielsweise kreativ sind, nicht graphisch darstellen und visualisieren. Diese parallel und simultan ablaufenden Prozesse nennt man auch heterarchisch. Informationen zu <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/heterarchy\/het_intro_ger.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Heterarchie vs. Hierarchie<\/a> finden Sie im Vordenker Webforum. <b><i>Herr Prof. Dr. Eberhard von Goldammer<\/i><\/b> hat wie ich finde sehr anschaulich und praxisnah die Begriffe und meine oben beschriebene Darstellung tiefgr\u00fcndig erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Kreativit\u00e4t zu modellieren bedeutet aus meiner Sicht, das Modell m\u00fcsste sich entsprechend gewisser Feedbackinformationen aus der Umgebung anpassen, aber nicht in einer gewissen Metaebene, die der Modellersteller vorgibt, sondern auf einer neuen noch nicht existierenden Metaebene. Vergleichen w\u00fcrde ich das mit dem Schreiben von Codezeilen eines Programmes, die nicht der Programmierer, sondern das Programm selber durchf\u00fchrt. F\u00fcr mich schwer bis gar nicht vorstellbar. Aber auch gut so, denn wollen wir wirklich Maschinen mit Bewusstsein mitten unter uns haben?<\/p>\n<p>Noch ein paar S\u00e4tze zum Bewusstsein. Was kennzeichnet eigentlich Systeme oder Modelle mit Bewusstsein? Diese Modelle oder Systeme sind in der Lage eine Grenze zwischen sich und der Umwelt zu ziehen (Menschen k\u00f6nnen das, Tiere zum Teil nicht) und h\u00e4tten damit die M\u00f6glichkeit \u00fcber Selbstreflektion ihr Verhalten\/ ihre Strukturen selbstst\u00e4ndig anzupassen (siehe obiges Beispiel mit dem Programm).<\/p>\n<p>Das ist derzeit die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung im KI-Umfeld. Es wird versucht, Roboter mit Bewusstsein zu bauen. K\u00f6nnten diese Roboter beispielsweise zwischen den Schrauben, die sie zusammenhalten und den Schrauben, die Sie ben\u00f6tigen, um die Karosserie eines Autos zu montieren, unterscheiden h\u00e4tten Sie Bewusstsein. Sie w\u00fcrden n\u00e4mlich zwischen sich und der Umwelt unterscheiden k\u00f6nnen. Da k\u00f6nnen Sie aber nicht, oder soll ich sagen (noch) nicht? Weitere Gedanken zur K\u00fcnstlichen Intelligenz habe ich in meinem <a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/index.php?s=K%C3%BCnstliche+Intelligenz+KI\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Logbuch<\/a> formuliert.<\/p>\n<p>Komme ich nun zu der Frage der Subjektivit\u00e4t. Der deutsche Philosoph und Mathematiker <b><i>Gotthard G\u00fcnther<\/i><\/b> hat sich als erster mit diesem Thema erfolgreich besch\u00e4ftigt. Er hat seine Erkenntnisse unter dem Begriff <strong>Polykontexturalit\u00e4t<\/strong>\u00a0zusammengefasst.<\/p>\n<p>Gotthard G\u00fcnther beleuchtet die Aristotelische Logik, die in der Schule gelehrt wird. Nach dieser kann eine Aussage entweder &#8220;Wahr&#8221; sein, oder sie kann &#8220;Falsch&#8221; sein, aber nichts dazwischen. Wo aber kommt hier die Subjektivit\u00e4t zum Tragen? Muss alles was f\u00fcr mich gilt, auch f\u00fcr Sie gelten? Nein, nat\u00fcrlich nicht. Genau das bem\u00e4ngelt\u00a0Gotthard G\u00fcnther und schuf eine neue Theorie, die Polykontexturalit\u00e4tstheorie.<\/p>\n<p>Das Thema der zweiwertigen Logik nach Aristoteles ist gewisserma\u00dfen die einfache Beziehung zwischen einem menschlichen Subjekt und der Objektwelt. Ein &#8220;Ich&#8221; reflektiert \u00fcber die Welt, das &#8220;Ich&#8221; denkt einen Gegenstand. Das Thema der Polykontexturalit\u00e4tstheorie ist nunmehr das reflektierende Subjekt selbst, welches den Gegenstand denkt. Der logische Prozess ist jetzt also das &#8220;Denken des Denkens des Gegenstandes&#8221;. Reflexion tritt hier doppelt auf. Oder anders gewendet, das Subjekt denkt seine Subjekt-Objekt-Relation. Wenn aber jetzt das Verh\u00e4ltnis des Subjekts zur Objektwelt Gegenstand des Denkens ist und nicht mehr nur das Objekt, das Ding an sich, dann, so G\u00fcnther, m\u00fcsse das Subjekt erkennen, dass es nicht nur eine, sondern viele individuelle Subjekt-Welt-Beziehungen gibt. Und diese lassen sich eben nicht mehr auf eine einzige allgemeing\u00fcltige Subjekt-Objekt-Beziehung reduzieren und sind daher &#8211; in ihrer Gesamtheit &#8211; auch nicht mehr durch unsere zweiwertige Logik beschreibbar.<\/p>\n<p>Zur Beschreibung der objektiven Wirklichkeit toter Gegenst\u00e4nde &#8211; im Sinne von Physik und Chemie &#8211; ist nat\u00fcrlich nach wie vor die klassische zweiwertige Logik anwendbar. Auch unser in Wort und Bild sequentiell ablaufendes &#8220;bewusstes&#8221; Denken, unsere Sprache, ist zweiwertig programmiert. Unsere Wirklichkeit als Ganzes jedoch ist nach G\u00fcnther durch eine Vielheit ontologischer Orte &#8211; also Orte des individuellen Seins &#8211; gekennzeichnet. Hieraus resultiert, vereinfacht gesprochen, der Begriff des &#8220;Subjekt-\u00fcberhaupt&#8221;.<\/p>\n<p>Belebte Wirklichkeit manifestiert sich jedoch immer in der Gesamtheit und in dem Wechselspiel verschiedener ontologischer Orte zu- und miteinander. Formal ist dies nur mit Hilfe eines parallel-vernetzten mehrwertigen Kalk\u00fcls widerspruchsfrei beschreibbar, n\u00e4mlich mit der Polykontexturalit\u00e4tstheorie. In dieser bezieht G\u00fcnther n\u00e4mlich den &#8220;Ort&#8221; oder den &#8220;Kontext&#8221;, von wo aus oder unter welchen Umst\u00e4nden eine Aussage get\u00e4tigt wurde. Das hei\u00dft, es gibt nicht nur &#8220;WAHR&#8221; oder &#8220;FALSCH&#8221;, sondern eine Reihe weiterer logischer Ergebnistypen. Eine Kontextur wird in G\u00fcnthers Theorie der Mehrwertigkeit als zweiwertiger Strukturbereich, also zweiwertige Logik, definiert.\u00a0Die Logik von Aristoteles befasst sich immer nur mit einer Kontextur, sinnbildlich also nur mit einem Thema. Sie ist mono-thematisch.<\/p>\n<p>Durch die Polykontexturen k\u00f6nnen also subjektive Sichten auf ein und dasselbe Thema abgebildet werden. Jeder Mensch begreift die Welt mit derselben zweiwertigen Logik, aber er begreift sie jeweils mit anderen Subjektivit\u00e4ten. Benutzen alle Menschen dieselbe Logik, aber jeweils subjektiv bewertet, so sind auch die Ergebnisse verschieden. Die zweiwertige Logik unterscheidet zwischen Subjekt und Objekt. Betrachte ich diese Unterscheidung aus meiner Sicht, dann bin ich das Subjekt und alles andere ist Objekt, also auch Sie als Leser dieser Webseite. Nutze ich also die zweiwertige Logik, beispielsweise in einem Gespr\u00e4ch, dann setze ich Sie mit einem Ding gleich. Sie ver\u00e4ndern sich also nicht, \u00e4ndern nie Ihre Meinung.<\/p>\n<p>Das ist wohl ein wenig zu arg trivialisiert. Finden Sie nicht auch? Die zweiwertige Logik bleibt innerhalb der jeweiligen Kontexturen unangetastet, wird aber vervielf\u00e4ltigt. Kontextur\u00fcbergreifend gelten die 3 Axiome der zweiwertigen Logik aber nicht mehr: Es kann ein drittes und noch mehr geben und Kontexturen k\u00f6nnen sich widersprechen. Es ergeben sich im einfachsten Fall drei Kontexturen: <i>ICH\/DU<\/i>, <i>ICH\/ES<\/i> und <i>DU\/ES;<\/i> <i>ICH<\/i>, <i>DU<\/i> (alle zus\u00e4tzlichen Gespr\u00e4chsteilnehmer) und <i>ES<\/i> (die Umwelt). Jedes <i>DU<\/i> ist von sich aus gesehen ein <i>ICH<\/i>. Um mit diesen Kontexturen zu rechnen hat G\u00fcnther die Rechenoperationen der zweiwertigen Logik erweitert und schuf damit die Keno- und Morphogrammatik.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine weiterf\u00fchrende Recherche verweise ich gerne auf den Beitrag <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/ggphilosophy\/gg_theorie-mehrwert-logik.pdf\">Theorie der Mehrwertigen Logik<\/a> von Gotthard G\u00fcnther. Eine Anmerkung dazu. Besser m\u00fcsste der Titel &#8220;Mehrstellige Logik&#8221; hei\u00dfen. Auf diesen Bergriff ist G\u00fcnther erst sp\u00e4ter gekommen, um sich und seine Ideen klarer zu anderen Str\u00f6mungen der Logik abzugrenzen.<\/p>\n<p>Kommen wir nun zur zweiten Thematik, der <strong>Laws of Form<\/strong> von <b><i>George Spencer-Brown<\/i><\/b>. Die Grundidee der Einbeziehung des Beobachters ist auch bei den Laws of Form von entscheidender Bedeutung. Spencer-Brown beschreibt das Erkennen als Unterscheidung. Die Menschen k\u00f6nnen nur erkennen, wenn Sie ein Motiv haben und in der Lage sind zu unterscheiden. Die Unterscheidung ist essentiell in dieser Theorie.<\/p>\n<p>Wie kam Spencer-Brown zu dieser Theorie? British Railways, wo Spencer-Brown angestellt war, suchte nach einer Z\u00e4hlmaschine, die in der Lage war, vorw\u00e4rts und r\u00fcckw\u00e4rts zu z\u00e4hlen, um zu \u00fcberwachen, dass beim Hin- und Herrangieren von Waggons kein Waggon in einem Tunnel vergessen wurde. Spencer-Brown konstruierte zusammen mit seinem Bruder diese Maschine und meldete sie zum Patent an. Die Maschine arbeitet mit imagin\u00e4ren Zahlen. Die Verwendung imagin\u00e4rer Zahlen bedeutet die Verwendung einer Mathematik, die logisch ohne Netz operiert, weil sie etwas mit widerspr\u00fcchlicher Selbstbez\u00fcglichkeit zu tun hat. Ein Beispiel daf\u00fcr ist die gew\u00f6hnliche Hausklingel, die mit Hilfe eines Schaltkreises nach dem Prinzip &#8220;Wenn geschlossen, dann offen; wenn offen, dann geschlossen&#8221; ihren Kl\u00f6ppel zum Schlagen bringt. Betrachtet man dieses Ph\u00e4nomen jenseits der Zeit hat man eine paradoxe Situation. Der Kl\u00f6ppel w\u00e4re jeweils lieber in der anderen Position. G. Spencer-Brown hat diese widerspr\u00fcchliche Selbstbez\u00fcglichkeit durch Einf\u00fcgen des Faktors Zeit aufgehoben. Hier erkennt man auch gut den Bezug zu <a href=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/?page_id=2040\">quantitativen dynamischen Modellen<\/a>.<\/p>\n<p>Kommen wir noch einmal zum Thema Paradoxon zur\u00fcck. Paradoxien sind wie gesagt unentscheidbare Situationen, da sie gleichzeitig wahr und falsch sind. Die zweiwertige aristotelische Logik kommt mit dieser Problematik nicht klar und schlie\u00dft diese Ph\u00e4nomene aus. Die eben diskutierten Theorien von G\u00fcnther und Spencer-Brown haben hierf\u00fcr eine L\u00f6sung: Das Einbeziehen von Ort und\/ oder Zeit als Stelle in der sogenannten Stellenwertlogik &#8211; wie die G\u00fcnthersche Polykontexturalit\u00e4tstheorie auch genannt wird.<\/p>\n<ul>\n<li>Mit dem Inkludieren der Zeit werden die Ereignisse in eine zeitliche Reihenfolge gebracht.<\/li>\n<li>Mit dem Inkludieren des Ortes wird das System in Subsysteme aufgespalten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Beispiel: &#8220;Der Barbier von Sevilla rasiert alle M\u00e4nner von Sevilla, die sich nicht selbst rasieren.&#8221; Man erkennt das Beispiel sehr leicht als ein Paradoxon.<\/p>\n<ul>\n<li>Mit dem Einf\u00fcgen der Zeit, kann man das Paradoxon l\u00f6sen. Der Barbier rasiert sich mal selbst und mal nicht. Da man sich grunds\u00e4tzlich nicht den gesamten Tag 24 Stunden lang ununterbrochen rasiert, werden diese st\u00e4ndig wechselnden Sichten des Barbiers von einem externen Beobachter nicht unbedingt wahr genommen. Man redet hier von diskreten Zeitabschnitten. Anders sieht es aber bei kontinuierlichen Zeitabschnitten aus. Wenn also der Beobachtete st\u00e4ndig in ganz kurzen Abschnitten und direkt hintereinander seine Sichten \u00e4ndert. Er wird dann von einem externen Beobachter als schizophren wahr genommen.<\/li>\n<li>Mit dem Einf\u00fcgen des Ortes, w\u00fcrde man das System Barbier aufspalten. In diesem Falle w\u00fcrde es bedeuten, ihm die Arme abzunehmen. Die Arme w\u00e4ren dann ein separates System. Genommen, ein rein theoretisches Gebilde in diesem Fall. Aber im Bereich der Wirtschaft sehr gut vorstellbar. Allerdings m\u00f6chte ich f\u00fcr das Beispiel Wirtschaft den Link zum Thema Critical Chain ziehen. Bei Critical Chain wird n\u00e4mlich Kooperation ganz gro\u00df geschrieben. Kooperation steht nicht im Gegensatz zur Aufspaltung in Subsysteme. Wenn die Wolke des Zielkonflikts verschiedener Bereiche nicht aufgel\u00f6st werden kann, dann ist Aufspaltung der Bereiche ein gangbarer Weg. Wird die Wolke aufgel\u00f6st, existiert der Zielkonflikt nicht mehr und damit auch das Paradoxon nicht mehr.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein weiteres Beispiel eines bekannten und oft genutzten Paradoxons ist: &#8220;Wenn Du in Eile bist gehe langsam&#8221; oder in Englisch: &#8220;Go slow to go fast.&#8221; Mit dem Inkludieren der Zeit kann man das Paradoxon relativ leicht aufl\u00f6sen: In schwierigen Situationen (zum Beispiel des Wandels) gewissenhaft agieren und Themen gut durchdenken, um dann in &#8220;Alltagssituationen&#8221; Speed aufzunehmen.<\/p>\n<p>Zu der Thematik &#8220;Unterscheidung treffen&#8221; m\u00f6chte ich ein kleines Beispiel anbringen. Es wird seit langem intensiv dar\u00fcber gestritten, ob Armstrong auf dem Mond war oder nicht (Unterscheidung). Er k\u00f6nnte in einem Studio in Hollywood gewesen sein. Eine g\u00e4ngige Variante lautet: beides. Er war auf dem Mond, weil dort aber schlechte Aufnahmen gemacht wurden, wurden die Aufnahmen im Filmstudio nochmals gemacht. Vielleicht weil die Amerikaner glaubten, dass sich eine schlechte Kamera schlecht mit einem gelungenen Mondspaziergang vertragen w\u00fcrde. In der Notation von G. Spencer-Brown: Unterscheide er war auf dem Mond\/ er war nicht auf dem Mond. Auf der positiven Seite der Unterscheidung wiederhole die Unterscheidung: Die Bilder stammen vom Mond oder nicht. Diesen Prozess nennt Spencer-Brown Re-Entry. So kann man finden: Die Bilder l\u00fcgen, obwohl sie etwas Wahres berichten. Die folgende Abbildung verdeutlicht das Gesagte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Unterscheidungen-treffen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1995\" src=\"http:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Unterscheidungen-treffen.jpg\" alt=\"Unterscheidungen treffen\" width=\"600\" height=\"418\" srcset=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Unterscheidungen-treffen.jpg 600w, https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Unterscheidungen-treffen-300x209.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zur Ann\u00e4herung an dieses Thema empfehle ich das Buch von Felix Lau &#8220;<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Paradoxie-Einf%C3%BChrung-Mathematik-Philosophie-Spencer\/dp\/3896703528\/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1239696642&amp;sr=8-1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Form der Paradoxie. Eine Einf\u00fchrung in die Mathematik und Philosophie der &#8220;Laws of Form&#8221; von George Spencer Brown<\/a>&#8221; und die folgende <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gesetze_der_Form\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Seite<\/a> im Netz.<\/p>\n<p>Sehr sch\u00f6n finde ich den <a href=\"http:\/\/www.freie-ressourcen.de\/lof\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">R\u00e4tsell\u00f6ser<\/a>, der auf den Laws of Form basiert. Diesen kann man verwenden, um die L\u00f6sungen von Logikr\u00e4tseln, wie sie beispielsweise im &#8220;P.M. Logik-Trainer&#8221; oder in den &#8220;Logeleien von Zweistein&#8221; zu finden sind, zu berechnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr grunds\u00e4tzlich weitere Informationen verweise ich gerne auf\u00a0die folgenden Seiten im Netz:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/userpage.fu-berlin.de\/%7Egerbrehm\/GG_Seite.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Seite von Gotthard G\u00fcnther<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.inf.fh-dortmund.de\/personen\/professoren\/vongoldammer\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Homepage von Eberhard von Goldammer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vordenker Webforum<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.thur.de\/philo\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Virtuelles Philosophiest\u00fcbchen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.mental-enhancement.biz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Homepage von Armin R\u00fctten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.univie.ac.at\/heinz-von-foerster-archive\/index.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Heinz von F\u00f6rster Archiv<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/brunhild-krueger.de\/gfp\/gfp_grundfragen_der_physik_start.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eine weibliche Physik<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<span id=\"post-ratings-1987\" class=\"post-ratings\" data-nonce=\"e1399b98d1\"><img decoding=\"async\" id=\"rating_1987_1\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"1 Star\" title=\"1 Star\" onmouseover=\"current_rating(1987, 1, '1 Star');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_1987_2\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"2 Stars\" title=\"2 Stars\" onmouseover=\"current_rating(1987, 2, '2 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_1987_3\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"3 Stars\" title=\"3 Stars\" onmouseover=\"current_rating(1987, 3, '3 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_1987_4\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"4 Stars\" title=\"4 Stars\" onmouseover=\"current_rating(1987, 4, '4 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/><img decoding=\"async\" id=\"rating_1987_5\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/stars\/rating_on.gif\" alt=\"5 Stars\" title=\"5 Stars\" onmouseover=\"current_rating(1987, 5, '5 Stars');\" onmouseout=\"ratings_off(5, 0, 0);\" onclick=\"rate_post();\" onkeypress=\"rate_post();\" style=\"cursor: pointer; border: 0px;\" \/> (<strong>8<\/strong> Bewertung(en), Durchschnitt: <strong>5.00<\/strong> von 5)<br \/><span class=\"post-ratings-text\" id=\"ratings_1987_text\"><\/span><\/span><span id=\"post-ratings-1987-loading\" class=\"post-ratings-loading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog-conny-dethloff.de\/wp-content\/plugins\/wp-postratings\/images\/loading.gif\" width=\"16\" height=\"16\" class=\"post-ratings-image\" \/>Loading...<\/span>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dieser Sektion m\u00f6chte ich mich mit dem Thema befassen, wie wir Menschen unsere Umwelt \u00fcberhaupt wahrnehmen. 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